Brooklyn Nets - Oklahoma City Thunder 111:117

Thunder siegen im Ost-West-Gipfel

Von Martin Gödderz
Mittwoch, 05.12.2012 | 05:04 Uhr
Kevin Durant (r.) behielt mit seinen Thunder die Überhand über Joe Johnsons (l.) Nets
© Getty
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In einem hochklassigen Gipfeltreffen zwischen dem Tabellendritten der Eastern Conference und dem Zweiten der Western Conference setzt sich der Westen durch. Die Oklahoma City Thunder (15-4) siegen bei den Brooklyn Nets (11-6) und fügen den Nets die zweite Niederlage im heimischen Barclays Center zu. Deron Williams und Russell Westbrook liefern sich ein überragendes Point-Guard-Duell, doch Kevin Durant überstrahlt beide.

Was für ein Match! Im Spitzenspiel zweier NBA-Top-Teams gaben sich die Superstars keine Blöße. Russell Westbrook (25 Punkte, 9 Assists, 3 Steals) und Kevin Durant (32 Punkte, 5 Rebounds, 6 Assists) führten die Oklahoma City Thunder zu einem ganz knappen Sieg. Unterstützt wurden sie von Serge Ibaka (18 Punkte, 8/12 FG, 3 Blocks) und Thabo Sefolosha (14 Punkte, 6/8 FG, 5 Rebounds).

Die Offensive der Thunder war beeindruckend. Oklahoma City traf 61 Prozent seiner Wurfversuche, 50 Prozent seiner Dreier und 88 Prozent von der Freiwurflinie. Die Nets waren zu Beginn des dritten Viertels schon mit 15 Punkten hinten, kämpften sich aber immer wieder zurück.

Das hatten sie vor allen Dingen einem wie ausgewechselt wirkenden Deron Williams (33 Punkte, 5/9 Dreier, 7 Assists) zu verdanken, der zum ersten Mal in dieser Spielzeit mehr als 30 Punkte erzielte. Gerald Wallace traf im dritten Viertel vier seiner fünf Dreier-Versuche und kam am Ende auf 14 Punkte und 7 Rebounds. Andray Blatche (19 Punkte, 11 Rebounds, 3 Steals) und Kris Humphries (12 Punkte, 12 Rebounds) sprangen für den verletzten Brook Lopez ein. Joe Johnson (17 Punkte, 8/21 FG) dagegen traf schwach aus dem Feld.

Reaktionen:

Russell Westbrook (Oklahoma City Thunder): "Das war ein guter Sieg, ein guter Test für uns. Wir waren weit vorne und hätten einen besseren Job machen müssen beim Halten der Führung, aber sie sind auch ein gutes Team."

Scott Brooks (Trainer Oklahoma City Thunder): "Wir haben heute die Würfe rein gemacht. An manchen Abenden machst du eben die Schüsse. Du kannst in dieser Liga nicht damit rechnen, 60 Prozent aus dem Feld zu werfen. Es gibt so viele gute Defensiv-Teams in dieser Liga, auch die Nets sind ein gutes Defensiv-Team. Das sind beide Teams. Und beide Teams hatten heute Probleme, das jeweils andere zu verteidigen."

Avery Johnson (Trainer Brooklyn Nets): "Ich war unzufrieden mit unserer Leistung in der ersten Hälfte. Ich hatte das Gefühl, dass wir zu viel Respekt vor ihnen hatten und nicht unser wahres Gesicht gezeigt haben. Nach der Pause war es dann viel besser."

Kris Humphries (Brooklyn Nets): "Wir sind nicht mehr die Nets der vergangenen Jahre. Nicht mehr nur moralische Siege, wir versuchen jetzt wirklich Spiele zu gewinnen. Das ist es, worum es in dieser Saison geht."

Deron Williams (Brooklyn Nets): "Wir haben heute richtig dagegen gehalten. Und das haben wir auch schon in der ersten Hälfte gegen Miami getan. Und man darf nicht vergessen, dass das zwei Teams sind, die schon in den Finals standen."

Der Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Die Thunder treten mit ihren neuen Alternativ-Jerseys im Barclays Center an, die Starting Five bleibt aber die Alte: Westbrook, Sefolosha, Durant, Ibaka, Perkins. Die Nets müssen auf Brook Lopez verzichten. Der Center laboriert an einer Verstauchung im rechten Fuß. Für ihn startet Blatche auf der 5. Seine Nebenmänner: Williams, Johnson, Wallace und Humphries. Auch Rebound-Monster Reggie Evans fehlt den Nets.

4.: Mit einem schönen Baseline-Dunk über Blatche macht Ibaka den ersten Zweier für die Thunder. Zuvor haben die das Spiel mal zügig mit drei Treffern bei vier Versuchen von der Dreierlinie begonnen. 11:9 Thunder.

9.: Deron Williams läuft hier gleich zu Beginn extrem heiß. Erst trifft er einen Dreier mit ablaufender Wurfuhr und zwei Meter hinter der Dreierlinie. Im folgenden Spielzug nimmt er den nächsten Dreier und verwertet. Schon 12 Punkte (4/5 FG) für den Point Guard. Auf der Gegenseite dreht Sefolosha auf: Bereits 10 Punkte für den Schweizer. 21:21.

15.: Was für ein Shootout hier! Martin trifft den Dreier mit Brett. Auf der Gegenseite haut Stackhouse den Dreier aus der Ecke in die Maschen. Die Dreier-Quoten beider Teams sind herausragend. Thunder. 4 von 5, Nets: 5 von 8. Absolut ausgeglichene Partie. 38:38.

21.: Zum ersten Mal kann sich ein Team etwas absetzen. Die Nets übertreiben es ein wenig mit ihren Dreierversuchen und treffen nichts mehr (0/7 in den letzten 5 Minuten). Auch die Tip-Ins wollen nicht mehr fallen. Bei den Thunder ist dagegen Durant heißgelaufen (10 Punkte) und die Wurfquote weiter in astronomischen Höhen (70 Prozent). Nach einem 11:2-Lauf der Thunder in vier Minuten nimmt Avery Johnson die Auszeit. 54:42 Thunder.

28.: Die Nets versuchen es jetzt mal mit der Halfcourt-Trap in der Defensive. Aber egal, was sie machen: Die Thunder finden immer eine Lösung. Da steht dann zum Beispiel Perkins frei und bringt den Slam-Dunk oder Ibaka narrt Humphries mit einem Spin-Move, nimmt das Foul und trifft gleichzeitig seinen Wurf. Beeindruckend, wie die Thunder ihren Vorsprung verwalten. 71:57 Thunder.

33.: Ein überragender Deron Williams und zwei Wallace-Dreier in Folge bringen die Nets wieder heran. Mitten in die "Brooklyn, Brooklyn"-Sprechchöre setzt der starke Ibaka aber einen Monster-Dunk über Stackhouse, der ihn unbeholfen dabei foult. Auch der Extra-Freiwurf sitzt. 84:75 Thunder.

36.: Was ist denn mit Gerald Wallace los? Mit vier Dreiern im dritten Viertel bringt er Brooklyn zurück ins Geschäft. Mit ablaufender Wurfuhr verwandelt Durant aber eiskalt den Layup nach überragendem Spin-Move. Alles ist offen vor dem letzten Viertel, die Nets haben das Momentum auf ihrer Seite, Oklahoma City die Führung. 90:86 Thunder.

41.: Die Nets starten kalt ins letzte Viertel und liegen schnell wieder mit zehn Punkten hinten. Doch Williams bringt Brooklyn abermals zurück. Dann holt sich Humphries den Offensiv-Rebound und hustlet sich zu einem And-One. Der Freiwurf sitzt. Nur noch 99:95 Thunder.

46.: Die Nets kommen immer wieder bis auf zwei Punkte heran, weil sie überragend am Brett arbeiten (16:1 Offensiv-Rebounds). Doch Kevin Durant findet auf alles eine Antwort. Definitiv keine Lösung: Fouls an Durant. Der steht bei 12/12 von der Linie. 110:106 Thunder.

48.: Auf der einen Seite spielen die Nets eine klasse Defense, so dass Durant zu einem Airball gezwungen wird, dann aber geben sie ausgerechnet zu einer so wichtigen Phase einen Offensiv-Rebound ab, den Sefolosha prompt verwertet. Mit 20 verbleibenden Sekunden fangen die Foul-Spielereien an. Teletovic versenkt noch einen Dreier, aber die Thunder bleiben vorne und siegen mit 117:111.

Der Star des Spiels: Kevin Durant. Abseits des elektrisierenden Point-Guard-Duells zeigte Durant abermals, warum er der beste Scorer der Basketball-Welt ist. Wundervolle Spin-Moves reihen sich an clevere And-Ones und perfekt ausgeführte Fade-Aways. Dazwischen streut er noch den einen oder anderen butterweichen Dreier oder Slam-Dunk ein. Durants Offensiv-Arsenal ist so breit, seine Bewegungen künstlerisch. Es ist ein Genuss, ihm in der Offensive bei der Arbeit zuzusehen. Ende des zweiten Viertels versuchte er sich am Dunk des Jahres über Blatche, traf aber nicht. Das Foul zog er trotzdem. Von der Freiwurflinie war Durant eiskalt, versenkte alle 12 Versuche und brachte die Nets zur Verzweiflung. Immer wenn diese wieder fast den Ausgleich erzielten, war Durant zur Stelle. Sechs Assists bei nur einem Turnover sind zudem starke Werte für Durant. Seine Bedeutung für den Erfolg der Thunder liest sich auch aus seiner Plus-Minus-Differenz heraus: Am Ende stand diese bei +12. Der beste Wert aller Spieler auf dem Feld.

Der Flop des Spiels: Joe Johnson. Wohl dem, der zwei Superstars hat. Während Durant und Westbrook wieder einmal einen grandiosen One-Two-Punch bildeten, fiel Johnson an der Seite von Williams deutlich ab. Zwar war er im letzten Viertel einige Male zur Stelle, über das gesamte Spiel gesehen war Johnsons Leistung allerdings schwach. Er traf lediglich einen seiner sieben Dreierversuche und insgesamt nur 38 Prozent seiner Würfe. Johnson sah die meisten Minuten aller Spieler auf dem Feld (43), in einigen Phasen des Spiels bemerkte man aber nicht, dass der Shooting Guard der Nets überhaupt mitspielte. Es bleibt dabei: Johnson ist kein Superstar.

Analyse: Das Match war zu jeder Zeit eines Spitzenspiels würdig. Trotz der hohen Punktezahlen auf beiden Seiten wurde intensiv verteidigt. Bereits das erste Viertel machte Lust auf mehr. Beide Teams schenkten sich nichts, verteidigten engagiert. Mit Westbrook, Williams und Sefolosha standen nach 12 Minuten bereits drei Spieler in den zweistelligen Punkten. Durant hatte zu dieser Zeit gerade einmal drei Würfe genommen. Die Thunder trafen schon am Anfang außerordentlich gut (67 Prozent FG im 1. Viertel). Die Quote zog sich über fast das gesamte Spiel.

Das Point-Guard-Duell zwischen Westbrook und Williams nahm also schon zu Beginn an Fahrt auf. Westbrook war hyper-aggressiv in der Verteidigung, produzierte schon im ersten Viertel zwei Steals, leistete sich aber auch zwei Fouls und saß im zweiten Viertel längere Zeit auf der Bank.

Interessant: Stand Westbrook nicht auf dem Feld, übernahm Martin den Ballvortrag an der Seite von Maynor. Williams schien spielerisch leicht mit der Defensive Westbrooks klarzukommen. Immer wieder brachte er diesen mit seinem Distanzwurf zur Verzweiflung. Am Ende standen 10 Treffer bei 20 Versuchen für Williams zu Buche, ein so heißes Händchen hatte er die gesamte Saison noch nicht.

Westbrook dagegen überrannte Williams in der Offensive teilweise mit purer Power. Gegen den überirdischen Zug zum Korb hatte der in punkto Athletik unterlegene Williams wenig entgegenzusetzen, so kam Westbrook auch zu einer sehr guten Wurfquote (9/17 FG). Die fehlende Athletik machte Williams aber mit Cleverness wieder wett. Nicht umsonst hatte Westbrook von Beginn an mit Foulproblemen zu kämpfen. Das war aber kein großes Problem, weil vor allen Dingen Durant und der enorm effektive Ibaka gut einsprangen. Ibaka brachte die Menge im Barclays Center ein ums andere Mal mit Blocks und Dunks zu sehr wichtigen Phasen des Spiels zum Schweigen.

Allerdings musste sich der Spanier auch ankreiden lassen, dass die Thunder das Rebound-Duell klar verloren. Dass die Nets ohne die fehlenden Lopez und Evans gerade am offensiven Brett so überragten (16:2 Offensiv-Rebounds), darf eigentlich nicht sein. Das fing die verhältnismäßig schwache Wurfquote der Nets (43 Prozent) wieder auf. Gerade Blatche (8 Offensiv-Rebounds) gab einen guten Lopez-Vertreter ab. Der ehemalige Wizard scheint in dieser Saison gereift zu sein.

Ein weiteres Problem der Nets waren die zugelassenen Fastbreak-Punkte. Obwohl beide Teams exakt gleich viele Ballverluste produzierten (12), kamen die Thunder zu 20 schnellen Punkten, während die Nets nur neun Punkte im Fastbreak erzielten. Dies und die überrragende Vorstellung der Thunder in der Offensive gaben letztlich den Ausschlag. Die Nets haben nun drei weitere Heimspiele, um die Niederlage wiedergutzumachen. In einer Woche kommt es zum zweiten Treffen mit den Knicks. Auf die Thunder wartet gleich der nächste Brocken: Zum Auftakt einer Serie von fünf Heimspielen empfangen sie die Lakers.

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