Samstag, 05.05.2012

NBA-Playoffs

Bulls-Horror: Erst Rose, jetzt Noah!

Die Denver Nuggets gewinnen Spiel 3 gegen die Los Angeles Lakers und verkürzen in der Best-of-seven-Serie auf 1-2. Rajon Rondo kehrt in die Lineup zurück und führt die Boston Celtics zu einem Overtime-Sieg in Spiel 3 gegen die Atlanta Hawks. Die Chicago Bulls verlieren ohne Derrick Rose auch Spiel 3 bei den Philadelphia 76ers. Noch schlimmer: Jetzt hat sich auch Star-Center Joakim Noah verletzt.

Bulls-Star Joakim Noah verletzte sich im dritten Viertel am Knöchel
© Getty
Bulls-Star Joakim Noah verletzte sich im dritten Viertel am Knöchel

Philadelphia 76ers - Chicago Bulls 79:74 - Serie: 2-1

Wie viel Verletzungspech kann ein Team um Gottes Willlen denn haben?! Was in den Playoffs mit den Championship-Hoffnungen der Chicago Bulls passiert, ist schon brutal. Erst der Kreuzbandriss von MVP Derrick Rose in Spiel 1 - und jetzt hat sich in Spiel 3 auch noch Joakim Noah verletzt.

Der Center lief Mitte des dritten Viertels ganz alleine einen Break und zog zum Korb, als er Andre Iguodala auf den Fuß trat und auf den Boden krachte. Noah hielt sich sofort seinen linken Knöchel. Die nächste furchteinflößende Szene für alle Bulls-Fans.

Noah kam zwar trotz des extrem verstauchten Knöchels im letzten Viertel noch mal für 2 Minuten zurück und traf sogar noch einen Jumper, aber er humpelte nur so übers Feld und musste wieder raus. Noah musste die Arena nach Spielende auf Krücken verlassen. Viel Zeit, um sich zu erholen, hat Noah auch nicht. Spiel 4 findet schon am Sonntag wieder in Philadelphia statt.

Noahs Verletzung war der Killer, aber die ganze Art und Weise der Niederlage war für Chicago bitter. Nach einer engen ersten Halbzeit (40:39 76ers) gewannen die Bulls das dritte Viertel mit 21:11, nach einem Dreier von Richard Hamilton betrug der Vorsprung Anfang des Schlussviertels sogar 14 Punkte (67:53).

Doch dann kamen die Sixers. Es kam vor allem Spencer Hawes. Der Center erzielte 10 seiner 21 Punkte im letzten Viertel, dazu lieferte er auch noch 9 Rebounds. Und sein Jumper zum 72:71 2:11 Minuten vor Schluss sollte schließlich auch der Game-Winner sein.

Point Guard Jrue Holiday verbuchte 17 Punkte, 6 Rebounds und 6 Assists, Evan Turner kam auf 16 Zähler und 9 Rebounds, Lou Williams steuerte 14 Punkte zum Erfolg bei. Die 76ers gewannen am Ende das Spiel, obwohl sie nur 34 Prozent aus dem Feld trafen, eine erbärmliche Dreierquote (1/14) vorzuweisen hatten und auch noch das Rebounding-Duell verloren.

Dafür ging Philly zehnmal mehr an die Freiwurflinie als die Bulls (26/33 zu 14/23) und leistete sich viel weniger Turnover (9 zu 17 der Bulls). Beste Werfer der Bulls, die im letzten Viertel 10 Field Goals in Serie versemmelten, waren Carlos Boozer (18 Punkte, 10 Rebounds) und Hamilton (17). Noah hatte in seinen 26 Minuten 12 Punkte, 7 Rebounds und 2 Blocks gesammelt. Die Bulls können nur hoffen, dass Noah im weiteren Verlauf der Serie noch mal eingreifen kann.

Denver Nuggets - Los Angeles Lakers 99:84 - Serie: 1-2

Die Nuggets führten bereits nach dem ersten Viertel mit 30:14, Anfang des zweiten Viertels war Denver nach einem 28:2-Monster-Run sogar auf 24 Punkte weg (38:14). Kurze Zeit später stand es 41:17. Dennoch wurde es in der zweiten Halbzeit noch mal spannend. Die Lakers starteten im dritten Viertel ein gewaltiges Comeback und waren nach einem Layup von Andrew Bynum bis auf 4 Punkte dran (64:68).

Im letzten Viertel übernahm dann aber die Bank der Nuggets (39:9 gegen die Bankspieler der Lakers) das Kommando und riss das Spiel wieder an sich. Allen voran Andre Miller und JaVale McGee. Der 36-jährige Miller (13 Punkte, 6 Assist) killte die Lakers in den letzten 12 Minuten mit 9 Punkten und 3 Assists, dazu kam ein überragender McGee, der ein bärenstarkes Double-Double auflegte: 16 Punkte (8/12), 15 Rebounds, 4 Blocks, 2 Assists, 2 Steals.

Topscorer der Nuggets war Ty Lawson mit 25 Punkten und 7 Assists. Das kumulierte Plus-Minus-Rating von Lawson (+23), McGee (+30!) und Miller (+17): +70! Ebenfalls stark: Rookie Kenneth Faried (12 Punkte, 15 Rebounds).

Kobe Bryant sammelte 22 Punkte, 6 Rebounds und 6 Assists, traf aber nur 7 seiner 23 Würfe aus dem Feld. Bynum notierte 18 Punkte und 12 Rebounds, Pau Gasol kam auf 16 Punkte, 7 Rebounds, 3 Assists und 4 Blocks, Ramon Sessions füllte das Boxscore mit 15 Punkten, 9 Rebounds und 6 Assists.

Die Lakers waren am Ende in allen Belangen unterlegen (Field Goals, Freiwürfe, Dreier), gaben vor allem 19 (!) Offensiv-Rebounds ab und leisteten sich auch noch viel mehr Ballverluste (15:7) als der Gegner. Weiterer Schlüssel: Nuggets-Coach George Karl ersetzte Kosta Koufos in der ersten Fünf durch Timofey Mozgov, um mehr Physis gegen Bynum zu stellen, der Move ging auf.

Einzige negative News des Abends für Denver: Al Harrington brach sich spät im dritten Viertel die Nase, als er unabsichtlich vom Ellenbogen von Bynum getroffen wurde, und konnte nicht weitermachen. Am Sonntag kann Denver die Serie im Pepsi Center ausgleichen.

Boston Celtics - Atlanta Hawks 90:84 OT - Serie: 2-1

In Spiel 2 war Rajon Rondo wegen seines Remplers gegen den Referee aus Spiel 1 gesperrt. Paul Pierce gewann das Spiel für die Celtics ganz alleine. In Spiel 3 war Rondo wieder dabei und führte Boston zur 2-1-Serienführung. Der Celtics-Point Guard erzielte 17 Punkte (7/22), 14 Rebounds, 12 Assists und 4 Steals - es war Rondos siebtes Karriere-Triple-Double in den Playoffs.

In der ersten Halbzeit von Spiel 3 hatte Rondo kein einziges Field Goal zustande gebracht, dann gab ihm Head Coach Doc Rivers folgende Message mit auf den Weg: "Sei ein Scorer. Attackiere einfach!". Gesagt, getan. Rondo drehte auf und erzielte dann auch in der Overtime die ersten beiden Körbe, unter anderem einen Hook Shot über Jeff Teague hinweg.

Nach einem 11:1-Run hatte Boston Mitte des letzten Viertels bereits mit 11 Zählern Vorsprung (76:65) geführt, die Hawks fighteten aber noch einmal zurück und brachten das Spiel dank eines 8:0-Laufs in die Overtime (80:80). Dabei musste Atlanta neben dem Center-Duo Al Horford und Zaza Pachulia auch auf den am Knie verletzten Josh Smith verzichten.

Eigentlich ist das nicht zu kompensieren. Umso erstaunlicher, wie nahe Atlanta am Sieg war. Joe Johnson lieferte 29 Punkte und 8 Rebounds für die Hawks, Teague erzielte 23 Punkte und 6 Assists - und Tracy McGrady stand 41 Minuten auf dem Feld und kam auf 12 Punkte und 9 Rebounds.

So viele Zähler hatte T-Mac in einem Playoff-Spiel seit 2008 (40 Punkte für Houston) nicht mehr erzielt. Allerdings erzielte McGrady 10 seiner 12 Punkte schon in der ersten Halbzeit, bevor er einmal unglücklich auf seinem rechten Sprunggelenk landete und für den Rest des Spiels stark beeinträchtigt war.

Pierce lieferte 21 Punkte (3/12 FG, 14/14 FT) für die Celtics, Kevin Garnett (20 Punkte, 13 Rebounds, 4 Blocks) legte ein Double-Double auf, Ray Allen kehrte nach seiner Knöchelverletzung zum ersten Mal seit dem 10. April wieder aufs Feld zurück und steuerte von der Bank kommend in 37 Minuten 13 Punkte zum Sieg bei. Schlecht für die Celtics: Starting-Shooting-Guard Avery Bradley kugelte sich die Schulter aus, sein Status für die nächsten Spiele ist unklar.

NBA: Der komplette Playoff-Spielplan

SPOX

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