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World Series: Dodgers - Red Sox: Hollywood-Thriller! L.A. gewinnt historische Schlacht

Walker Buehler machte ein überragendes Spiel gegen die Boston Red Sox.
© getty

Die Los Angeles Angels haben ein völlig verrücktes Spiel 3 nach einer epischen Schlacht mit 3:2 gegen die Boston Red Sox gewonnen. Die Partie war die längste in der Geschichte der World Series und wurde durch einen Walk-Off-Homerun von Max Muncy entschieden. Zuvor überragten zwei Pitcher.

Walker Buehler kam mit der Aufgabe auf den Mound, die Dodgers nach 0-2-Rückstand in die Serie zurückzubringen. Und er begann beeindruckend. Der Rookie sammelte gegen die Top 3 der Sox-Batting-Order zwei Strikeouts und ließ erst im dritten Inning den ersten Hit zu - ein Infield-Single von Jackie Bradley Jr.

Bradley jedoch verblieb nicht allzu lange auf der Base, rannte dagegen selbst ins Verderben: Er startete offenbar viel zu früh bei einem geplanten Hit-and-Run und wurde daraufhin per Pick-Off von Buehler zu Manny Machado an der zweiten Base ausgemacht. Statistisch war es ein Steal-Versuch.

Anschließend gelang Christian Vazquez ein Single und er rückte zur zweiten Base durch einen Sacrifice Bunt von Pitcher Rick Porcello vor. Dort blieb er jedoch, da Mookie Betts danach nur ein Fly Out ins Center Field sorgte.

Porcello wiederum erlaubte ebenfalls keinen Hit in den ersten beiden Innings, doch mit zwei Outs im dritten Inning machte der Rechtshänder seinen wohl einzigen Fehler der Partie: Er warf einen First-Pitch-Changeup genau in die Mitte der Zone gegen Joc Pederson, der in den ersten beiden Spielen noch von der Bank begann. Pederson fackelte nicht lange und hämmerte den Pitch über die Mauer im Right Field zur 1:0-Führung für die Dodgers.

Die Dodgers hatten in der Folge erneut wenig Erfolg gegen Porcello. Lediglich ein Double direkt nach dem Homerun durch Turner stand bis zum fünften Inning zu Buche. Dann wiederum schlug Yasmani Grandal ein Lead-Off-Single. Porcello (4 2/3 IP, 3 H, ER, 5 K) machte noch die folgenden zwei Batter aus und wurde schließlich angesichts der drohenden Gefahr durch Pederson ausgewechselt. Für ihn kam Eduardo Rodriguez, der die Bedrohung neutralisierte.

Walker Buehler macht 14 Red Sox in Folge aus

Buehler wiederum dominierte munter weiter. Genau genommen war das dritte Inning sein einziges schwächeres - das heißt, es war das einzige, in dem er Hits oder jegliche Base Runner erlaubte. Bis zum Ende des siebten Innings machte Buehler anschließend 14 Red Sox in Folge aus und übergab die 1:0-Führung fürs achte Inning an Closer Kenley Jansen.

Der wiederum besorgte die ersten zwei Outs im achten Inning, machte dann aber einen schweren Fehler: Bei einem 2-0-Count gegen Bradley warf er einen Cutter, der keinen Break hatte und mittig über die Platte ging. JBJ ließ sich nicht zweimal bitten und schlug einen Homerun, der 394 Fuß auf die Tribüne im Right Field flog. Ausgleich Boston!

Dabei blieb es auch bis zum Ende des neunten Innings, nachdem die Dodgers zwei Mann auf Base strandeten. Zuvor rannte sich Bellinger nach einem Lead-Off-Single selbst aus dem Inning, weil er ähnlich wie Bradley zuvor viel zu früh bei einem 3-2-Count gegen Grandal los lief und in einem Run-Down erwischt wurde. Also ging es letztlich in Extra Innings.

Das zehnte Inning begann dann direkt dramatisch. Die Red Sox brachten Läufer auf die Ecken mit nur einem Out. Gegen Pedro Baez trat Eduardo Nunez an die Platte und schlug schließlich einen Fly Ball ins Center Field. Bellinger fing den Ball und feuerte ihn Richtung Home Plate, wo Catcher Austin Barnes, der kurz zuvor als Pinch-Runner für Grandal rein kam, Pinch-Runner Ian Kinsler (kam für Martinez) ausmachte. Double Play, weiter 1:1!

World Series, Spiel 3: Das verrückte 13. Inning

Im 13. Inning dann schaffte Brock Holt einen Lead-Off-Walk für Boston gegen Scott Alexander und stahl dann die zweite Base. Anschließend schlug Nunez ein Single und weil Alexander den Ball anschließend verdaddelte und an Hernandez, der die erste Base coverte, vorbei warf, kam Holt nach Hause. 2:1 Boston! Die Dodgers waren da aber noch nicht geschlagen. Sie brachten ihrerseits durch Muncys Walks den Lead-Off-Man auf Base.

Anschließend schlug Machado ein Fly Out und Bellinger einen Popup ins linke Foul Territory. Nunez ging hinterher, fing den Ball und krachte dann in die erste Reihe der Tribüne. Muncy nutzte das und rückte zur zweiten Base vor. Der nächste Hitter war Puig, der einen Ground Ball zu Second Baseman Ian Kinsler schlug. Der rutschte weg und warf den Ball an den mittlerweile zum First Baseman gemachten Catcher Christian Vazquez vorbei. Puig war safe und - viel wichtiger - Muncy erzielte den 2:2-Ausgleich. Es ging also ins 14. und dann 15. Inning.

In selbigem ließ Kenta Maeda die ersten zwei Mann auf Base, ehe er dann nach einem Ground Ball aggressiv zur dritten Base warf fürs erste Out. Es folgten Strikeouts gegen Sandy Leon und Betts. So oder sö ähnlich ging es weiter bis ins 18. Inning. Bis Max Muncy einen 3-2-Pitch von Nathan Eovaldi, der eine unglaubliche Performance zeigte (6+ Innings), über den Zaun im Left-Center Field hämmerte. Walk-Off-Homerun, 3:2 Dodgers!

Die Red Sox setzten ab dem zwölften Inning auf Nathan Eovaldi, der bis dahin wohl der wahrscheinlichste Starter für Spiel 4 (Sonntag, 2.09 Uhr live auf DAZN) gewesen wäre. Nun steht dafür wohl nur noch Linkshänder Drew Pomeranz zur Verfügung, der seit September nicht mehr aktiv war. Für die Dodgers wiederum wird Lefty Rich Hill an den Start gehen.

World Series, Spiel 3: Los Angeles Dodgers - Boston Red Sox

Ergebnis: 3:2, Red Sox führen 2-1 in der World Series

Dodgers vs. Red Sox: Die wichtigsten Statistiken

  • Joc Pederson schlug bereits seinen vierten World-Series-Homerun für die Dodgers. Nur zwei andere Spieler der Franchise haben mehr geschlagen: Duke Snider (11) und Gil Hodges (5).
  • Pedersons Homerun beendete eine Durststrecke von 72 At-Bats, in denen die Dodgers keinen Extra-Basehit zustande brachten. Nur die New York Mets hatten in der World Series 1986 eine längere Durtststrecke (74 At-Bats). Selbige gewannen damals aber den Fall Classic gegen die Red Sox - nach 0-2-Rückstand in der Serie!
  • Buehler ist erst der dritte Pitcher in der Geschichte der World Series, der mindestens sieben Shutout-Innings gepitcht und dabei zwei oder weniger Hits zugelassen hat. Die anderen? Don Larsen (beim einzigen Perfect Game in der Series 1956) und Roger Clemens (2000), beide für die New York Yankees.
  • Jackie Bradley Jr. hat es schon wieder getan: Er kommt dank seines Homeruns nun auf zehn RBI in dieser Postseason - alle mit zwei Outs im Inning!
  • Spiel 3 war offiziell das längste Spiel in der Geschichte der World Series. Offizielle Spielzeit: 7:20 in 18 Innings. Damit dauerte dieses Spiel länger als die komplette World Series 1939, als die Yankees einen 4-Spiele-Sweep gegen die Reds schafften. Gesamtspieldauer damals: 7:05 Stunden!

Dodgers vs. Red Sox, Spiel 3 - Der Star des Spiels: Walker Buehler

Ja, die Dodgers haben das Spiel verloren. Doch nein, bei den Red Sox ragte niemand wirklich heraus - der Sieg zeigte erneut ihre Unnachgiebigkeit, doch letztlich war auch viel Glück dabei. Herausragend in diesem Spiel war eigentlich nur einer: Rookie-Pitcher Walker Buehler! Er zerlegte in seinem ersten World-Series-Start überhaupt die wohl beste Offense der Liga nach Belieben. Buehler pitchte sieben Shutout-Innings und gab ganze zwei Hits ab, schaffte zudem sieben Strikeouts. Bemerkenswert: Gegen eines der gefährlichsten Teams gegen Fastballs, die mindestens 95 Meilen pro Stunde schnell sind, dominierte Buehler vor allem mit seinem Four-Seamer! Sechs seiner sieben Strikeouts kamen mit diesem Pitch, der in den Situationen im Bereich von 97 bis 99 MPH schnell war. Das übrige "K" holte er indes mit einem 94-MPH-Cutter.

Ebenfalls großartig: Nathan Eovaldi, der unfassbare 6+ Innings (97 Pitches, ER) warf, nachdem er bereits in den ersten beiden Spielen jeweils ein Inning gepitcht hatte.

Dodgers vs. Red Sox, Spiel 3 - Der Flop des Spiels: Manny Machado

Der Shortstop hatte nicht gerade einen idealen Abend. Er war 1-7 an der Platte und präsentierte sich stets zu aggressiv, was ihm letztlich zahlreiche leichte Outs einbrachte. Selbst sein einziger Hit war dabei nicht unproblematisch: Er schlug einen Line Drive im sechsten Inning gegen die Mauer im Left Field. Doch anstatt zu sprinten und womöglich an der zweiten Base zu landen, bewunderte er lieber seinen Hit, den er schon draußen wähnte, und begnügte sich schließlich mit einem Single. Überdies hatte er sowohl im achten als auch im zehnten Inning die Chance mit Runner in Scoring Position eine Führung beziehungsweise die Entscheidung herbeizuführen. Die Resultate: Ein Strikeout sowie ein Popup zum Catcher im Foul Territory.

World Series 2018, Spiel 3: Taktische Besonderheiten

  • Alles neu machte Dodger Stadium! Im National-League-Park durfte der etatmäßige Designated Hitter der Red Sox, Hank-Aaron-Award-Gewinner J.D. Martinez, im Feld ran. Seine in Spiel 2 erlittene Knöchelverletzung behinderte ihn nicht, sodass er im Left Field startete. Dafür blieb der dynamische Andrew Benintendi zunächst draußen.
  • Gegen Sox-Starter Rick Porcello waren die drei linkshändigen Power-Hitter der Dodgers - Joc Pederson, Max Muncy und Cody Bellinger - wieder im Lineup, nachdem sie in Boston gegen zwei Linkshänder noch zum Start draußen saßen. Zudem bekam Catcher Yasmani Grandal (Switch Hitter) den Vorzug vor Austin Barnes.
  • Beim ersten Anzeichen von Trouble für Porcello zog Manager Alex Cora im fünften Inning die Reißleine. Mit Läufer auf 1 und zwei Outs brachte er gegen Pederson Linkshänder Eduardo Rodriguez, der das Inning beendete. Es blieb dessen einziges Out, denn direkt im folgenden Halb-Inning kam für ihn Pinch-Hitter Blake Swihart. Da zuvor kein Double-Switch erfolgte, war es wohl Coras Plan, Rodriguez ohnehin nur ein Inning zu nutzen.
  • Im neunten brachte Cora Spiel-Starter David Price ins Spiel und tat dies auch mit strategischem Hintergedanken: Die ersten drei Batter im Inning waren Bellinger, Puig und Grandal. Bellinger ist Linkshänder, Puig ist deutlich besser gegen Rechtshänder und Grandal hat beträchtlich mehr Power von der anderen Seite der Platte.
  • Next-Level-Stuff: Gegen Machado und Bellinger, die für ihre Power bekannt sind, ließ Cora in den späteren Innings sein Outfield umstellen: Martinez wechselte von rechts nach links, Betts von rechts ins Center Field und Bradley nach links.

Dieser Artikel wurde ohne vorherige Ansicht durch die Major League Baseball veröffentlicht.

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