Suche...
MLB

MLB - Moneyball-Star Billy Beane im Interview: "Müssen der BVB zu New Yorks Bayern sein"

Die Oakland Athletics haben die Playoffs erreicht und spielen im Wildcard Game gegen die New York Yankees.
© getty

Weltweit bekannt wurde der Name Billy Beane durch das Buch und den gleichnamigen Film "Moneyball". Er handelt davon, wie der heutige Vice President of Baseball Operations sein Team, die Oakland Athletics, trotz geringem Budget immer wieder in die Spitzenregionen der MLB führt.

Im Gespräch mit SPOX-Redakteur Marcus Blumberg spricht Beane über den diesjährigen Playoff-Einzug der A's und gibt Einblick in die Kaderzusammensetzung sowie das anstehende Duell im Wildcard Game mit den New York Yankees (Do., 2 Uhr live auf DAZN).

SPOX: Herr Beane, erstmal herzlichen Glückwunsch zum Playoff-Einzug! Wie bewerten Sie denn diese Leistung?

Billy Beane: Es war ein ziemlich großer Erfolg für uns, besonders mit unserem jungen Team und unserer niedrigen Payroll. Es war eine großartige Leistung unserer jungen Spieler und natürlich auch unseres kompletten Trainerstabs. Da sind wir sehr stolz drauf. Und nun spielen wir gegen unsere gefürchteten Rivalen, die New York Yankees.

SPOX: Haben Sie denn am Anfang der Saison erwartet, die Playoffs zu erreichen, oder war es doch eher eine Überraschung für Sie?

Beane: Wir wussten, dass wir ein gutes Team hatten. Und wir wussten, dass diese Jungs irgendwann um einen Playoff-Platz mitspielen würden. Aber sie sind wahrscheinlich alle ein wenig früher erwachsen geworden. Ich meine, wir haben ein paar Spieler, die ihre erste volle Saison spielen. Und die haben wie Stars gespielt. Das passiert normalerweise erst nach ein paar Saisons. Also ja, es war überraschend.

SPOX: Reden wir mal konkret über das Wildcard Game. Ist es für Sie ein großer Nachteil, dass das Spiel in New York stattfindet?

Beane: Ich denke, man zieht es immer vor, vor den heimischen Fans zu spielen, damit die die Chance haben, das Team anzutreiben. Aber davon abgesehen glaube ich nicht, dass es unsere Jungs interessiert, ob sie zuhause oder auswärts spielen. Wir haben eine ziemlich einzigartige Gruppe zusammen. Und ich glaube, die sehen es einfach pragmatisch: Da wir in New York spielen, müssen wir, wenn wir gewinnen, nicht quer durchs Land nach Boston reisen (der Sieger des Wildcard Games trifft auf die Boston Red Sox in der American League Division Series, Anm. d. Red.). Und da es nur ein Spiel ist, ist es wahrscheinlich sowieso kein klarer Vorteil, zuhause zu spielen im Baseball. Außerdem sind wir so oder so froh, dass wir überhaupt soweit gekommen sind und nun diese Chance haben.

Oakland Athletics: Bullpen als größte Stärke

SPOX: Richten wir den Fokus mal mal konkret auf das Spiel. Sehen Sie es als Möglichkeit an, einen Opener zu nutzen? (Nach Aufzeichnung des Gesprächs wurde Liam Hendriks als Opener offiziell bestätigt. Anm. d. Red.)

Beane: Sicherlich. Das ist eine der Optionen, die wir diskutieren werden. Wir reden von einem One-Game-Playoff, in dem ohnehin alle Mann an Deck sein müssen. Und ich bin mir nicht sicher, ob für so ein Spiel ein traditionellen Starter ideal für uns wäre. Die große Stärke unseres Teams war schließlich bisher der Bullpen. Wir werden vielleicht einen Starter mehrere Innings pitchen lassen, aber es kann durchaus sein, dass wir mit einem Opener beginnen werden.

SPOX: Sie haben diese Taktik unter anderem mehrere Male mit Liam Hendriks angewandt. Wäre es denn für Sie über diese Saison hinaus eine Option, den Opener regelmäßig einzusetzen?

Beane: Ich denke, jeder im Baseball wird sich das am Ende des Jahres genauer anschauen. Es ist eine sehr interessante Strategie und den Tampa Bay Rays gebührt hier Respekt, denn Sie haben es essenziell vorgestellt. Und speziell im Sport wäre man ja verrückt, wenn man nicht über jede gute Idee nachdenken würde. Es sieht so aus, als würde es funktionieren - es hat sicherlich für Tampa Bay funktioniert.

MLB: Saisons der Oakland A's seit 2012

JahrPlatzierung AL WestSiegeNiederlagenSiegquotePlayoffs?
20121.9468.580ALDS (2-3)
20131.9666.593ALDS (2-3)
20142.8874.543Wildcard
20155.6894.420-
20165.6993.426-
20175.7587.463-

Billy Beane: "Müssen Dortmund zu New Yorks Bayern sein"

SPOX: Lassen Sie uns mal über ein paar Ihrer Neuzugänge vor dieser Saison sprechen. Wie finden Sie denn eigentlich immer so Leute wie Ramon Laureano oder Nick Martini, die vor dieser Spielzeit noch nie in den Big Leagues gespielt haben und nun Leistungsträger sind?

Beane: Es ist für uns einfach notwendig, solche jungen Spieler zu finden und ihnen eine Chance zu geben. Martini zum Beispiel haben wir nach sechs Jahren in den Minor Leagues verpflichtet. Und er war ein sehr guter Minor-League-Spieler, aber er war eben in einem sehr guten Farmsystem der St. Louis Cardinals blockiert. Er brauchte einfach eine Chance, die wir ihm geben konnten. Und in Laureanos Fall mussten wir für ihn traden.

SPOX: Wieso?

Beane: Er ist ein Spieler, der uns schon immer gefallen hat. Wie Martini war auch er in einem sehr talentierten System bei den Houston Astros. Man kann eben nicht jeden guten jungen Spieler halten, also hatten wir die Chance, den Trade zu machen. Generell ist es so, dass wir mit unerprobten jungen Spielern auskommen müssen. Wir müssen gewissermaßen Borussia Dortmund zu New Yorks Bayern München sein. Das ist unsere Herangehensweise.

SPOX: Was meinen Sie damit?

Beane: Letztendlich haben wir nicht die Ressourcen, diese Jungs zu halten, wenn sie zu Stars reifen. Aber wir sind stolz darauf, diese jungen Spieler zu finden und ihnen einen Start in die Karriere zu verschaffen.

Seite 1: Billy Beane über den A's-Kader, Pitching-Strategien und seinen Ex-Spieler

Seite 2: Billy Beane über die Topleite der A's, Ohtani und die Zukunft des Teams

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung