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Moneyball - die Kunst zu gewinnen?

Freitag, 15.08.2014 | 19:39 Uhr
Das "Moneyball-Prinzip" ist aus dem amerikanischen Sport nicht mehr wegzudenken
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Als Billy Beane und die Oakland Athletics in der Saison 2002 plötzlich auf Statistiken, Analysen und ganz neue Methoden setzen, wurde das "Moneyball-Prinzip" geboren. Dahinter steckt die Baseball-Besessenheit eines Mannes, der als Nachtwächter einer Konservenfabrik anfing und die Sportwelt für immer veränderte. Was verbirgt sich hinter "Moneyball" - und worum geht es wirklich?

Hand aufs Herz: Kennen Sie sich im Baseball aus?

Klar, das Grundprinzip sollte den meisten bekannt sein: Ein Werfer, genannt "Pitcher", gegen einen Schlagmann, den "Hitter". Und dann kommt es zum Strikeout, Homerun, oder irgendwas dazwischen.

Aber wissen Sie, was ein "Foul" im Baseball ist? Ein Balk? Die Infield-Fly-Rule, oder ein Double-Play? Und wie sieht es mit Statistiken aus? Wenn Mike Trout, der derzeit wohl beste Spieler der Welt (kannten Sie nicht, oder?), einen Monat mit .302/.390/.591 hinlegt, ist das dann gut oder schlecht? Und was findet man im Baseball-Lexikon unter OPS, WAR oder VORP?

Während die NBA, und das nicht nur dank Dirk Nowitzki, bereits seinen festen Platz in der deutschen Sportlandschaft gefunden hat, und auch das Endspiel im American Football mittlerweile Event-Charakter besitzt, fristet Baseball in Deutschland ein ähnliches Schattendasein wie Rugby oder Cricket. Vielleicht sogar schlimmer. Der eine oder andere Auftritt in Film-Klassikern oder TV-Shows - aber sonst? Wie heißt es bei uns so schön: "Was der Bauer net kennt, frisst er net." Baseball allein lockt keinen Hund hinterm Ofen hervor - wer bei Google "Baseballplätze Deutschland" eingibt, erhält als Antwort: Meinten Sie "Fußballplätze Deutschland"?

Hollywood als Zugpferd

Brad Pitt dagegen, den kennt fast jeder. Der Hollywood-Superstar war 2011 der Letzte - oder vielleicht auch der Erste? -, der Amerikas traditionsreichsten Sport für kurze Zeit ein wenig öffentliches Interesse in Deutschland bescherte. Damals kam "Moneyball" in die Kinos - und weil sich unter diesem Begriff niemand etwas vorstellen kann, bekam das Sportdrama in Deutschland den Zusatz: "Die Kunst zu gewinnen." Mit Pitt als Speerspitze einer hochkarätigen Besetzung erhielt der Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, sechs Oscar-Nominierungen und spielte sein Budget locker wieder ein.

Worum geht es in "Moneyball"? Die Story des Films, mittlerweile übrigens auch im Free-TV zu sehen, ist schnell erzählt: Pitt spielt Billy Beane, den Manager der Oakland Athletics. Er muss das Team 2002 nach dem Abgang mehrerer Stars neu aufstellen, allerdings ohne das nötige Kleingeld - man stelle sich vor, Schalke 04 und Bayer Leverkusen würden um den Titel mitspielen wollen, hätten dafür aber nur den Etat von Eintracht Braunschweig zur Verfügung.

Beane gelingt der Spagat, weil er sich auf neuartige Methoden zur Evaluierung der Spieler verlässt und so für wenig Geld ein schlagkräftiges Team aufstellt. Zum Titel reicht es nicht. Dennoch sind die A's eine Cinderella-Story, ziehen in die Playoffs ein, und erschüttern die Sportart in ihren Grundfesten. Nichts davon ist erfunden, auch wenn sich Hollywood erwartungsgemäß die eine oder andere künstlerische Freiheit gönnt. Billy Beane ist übrigens bis zum heutigen Tag Manager in Oakland.

Die Revolution von Bill James

So weit, so gut. Aber was verbirgt sich hinter der Moneyball-Idee als solcher? Um diese Frage zu beantworten, muss man noch etwas weiter zurückgehen - und zwar in eine Konservenfabrik in Kansas, Mitte der 70er Jahre. Dort vertrieb sich der glühende Baseball-Fan Bill James seine Schichten als Nachtwächter mit dem Schreiben von Baseball-Texten. Er tauchte tief in die Materie ein, büffelte Statistiken und erfand nach und nach seine eigenen.

In Sachen Analyse der Spiele(r) hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten nämlich herzlich wenig getan - dabei geht die Liga bis ins 19. Jahrhundert zurück. Obwohl sich die Struktur des Sports (Pitcher gegen Hitter, ein Pitch nach dem anderen, die Ausgangssituation ist (fast) immer gleich) hervorragend dazu eignet, ihn statistisch genau auszuwerten, verließ man sich in der Major League vor allem auf althergebrachte Traditionen. James dagegen rückte dem "Das haben wir doch schon immer so gemacht"-Prinzip mit nackten Zahlen zu Leibe.

Seite 1: Moneyball: Von Bill James zu Brad Pitt

Seite 2: Das Moneyball-Prinzip

Seite 3: Moneyball heute

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