Miguel Cabrera im Interview

"Wir müssen Legenden stürzen"

Von Aus den USA berichtet: Jan-Hendrik Böhmer
Freitag, 30.09.2011 | 17:41 Uhr
Miguel Cabrera ist eine der wichtigsten Waffen der Detroit Tigers gegen die New York Yankees
© Getty
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Die Detroit Tigers spielen die beste Saison seit Jahren, Miguel Cabrera die vermutlich beste seines Lebens. In der Nacht von Freitag auf Samstag trifft der frisch gekrönte Batting Champion der American League in der Divisional Series auf die New York Yankees. Zuvor sprach der 28-Jährige mit SPOX über Adrenalin, Rekorde - und darüber, warum der Titel ein Segen für Detroit wäre.

SPOX-Playoff-Check: Die Yankees scheiden sofort aus

SPOX: Aufgeregt?

Miguel Cabrera: Ganz ehrlich: Noch nicht.

SPOX: Es ist doch aber etwas Besonderes, die Playoffs im Yankee Stadium zu beginnen...

Cabrera: Und wie. Die Yankees waren mein absoluter Wunschgegner. Ich wollte unbedingt in den Playoffs gegen sie spielen. Egal wann. Dass es jetzt gleich soweit ist, ist umso besser.

SPOX: Warum die Yankees?

Cabrera: Tradition. New York ist einfach das Team mit der größten Tradition der MLB. Für viele sind sie das Synonym für den gesamten Sport. Das Maß der Dinge. Eine Legende. Und wenn man wie wir das beste Team der Liga sein will, dann muss man Legenden stürzen. So ist das nunmal.

SPOX: Dann nimmt man es also gerne in Kauf, erst im fremden Stadion antreten zu müssen?

Cabrera: Gerne? Ganz sicher nicht. Es wäre ein enormer Vorteil gewesen, die Playoffs vor unseren eigenen Fans beginnen zu können. Der Comerica Park ist etwas Besonders. Wenn er bis oben hin mit enthusiastisch feiernden und vollkommen Baseball-verrückten Fans gefüllt ist, dann gibt dir das beim Weg aufs Feld einen solchen Adrenalin-Kick, unglaublich. Die Energie der Fans, ihre großen Erwartungen. Da kann man nicht anders, da muss man alles geben.

SPOX: Ist das nicht ein besonders großer Druck? Spielt man dabei in Detroit nicht auch immer für eine ganze Stadt? 20 Prozent Arbeitslosigkeit, hunderttausende fliehende Einwohner und völlig verwahrloste Stadtteile: Detroit muss immer wieder als abschreckendes Beispiel für die Krise in den USA herhalten. Kann der Sport der Stadt helfen, wieder auf die Beine zu kommen?

Cabrera: Ja, ich glaube sehr stark daran, dass das möglich ist. Doch das betrifft nicht nur uns als Baseball-Team. Die Red Wings, die Pistons, die Lions - alle helfen sie der Stadt durch diese schweren Zeiten. Sie helfen den Einwohnern, die schlimmen Dinge, die hier passiert sind, zu vergessen. Wir sind ein Sinnbild für die Stadt Detroit, ein Wahrzeichen. Und wir müssen immer einhundert Prozent geben, damit die Menschen das Stadion mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen.

SPOX: Wie sehr leidet man da als Spieler mit?

Cabrera: Sehr. Ich habe mich seit meiner Ankunft 2008 sehr mit Detroit vertraut gemacht. Ich fühle mich der Stadt verbunden, wohne nicht allzu weit außerhalb und liebe es, hier zu spielen. Ich möchte sogar meine Karriere hier beenden. Viele fragen, warum? Ganz einfach: Detroit ist eine Sport-Stadt. Die Menschen hier lieben ihre Teams und sie lieben Baseball. Und: Sie sind unglaublich loyal. Egal wie mies es läuft - und glaub mir, damit haben die Fans hier Erfahrung - sie stehen zu dir.

SPOX: In diesem Jahr lief es alles andere als mies. Zum ersten Mal seit 1987 haben die Tigers die Central Division gewonnen, stehen erst zum dritten Mal in einem knappen Vierteljahrhundert überhaupt in den Playoffs. Warum läuft es aktuell so gut? Was hat sich verändert?

Cabrera: Geändert hat sich nicht viel, wir zeigen nur endlich mal, was in uns steckt. Wir wussten schon lange, dass wir das Talent haben - mussten es nur endlich auch mal umsetzen. Das fängt beim Pitching an, das uns in diesem Jahr wirklich weit nach vorne gebracht hat, und überträgt sich auf Schlüsselspieler wie Victor Martinez, Jhonny Peralta und Alex Avila, die in den entscheidenden Situationen einen extrem guten Job gemacht und eine Menge Runs für uns eingefahren haben. Nur deshalb konnten wir den anderen Teams entgegentreten. Nur deshalb konnten wir einen guten Kampf abliefern und nur deshalb konnten wir in die Playoffs einziehen.

SPOX: Haben sie da nicht einen Namen vergessen?

Cabrera: Welchen?

SPOX: Ihren eigenen. Tigers-Manager Jim Leyland hat vor kurzem gesagt, er hätte Sie noch nie besser spielen sehen. Und auch die Statistik spricht Bände: Sie haben schließlich gerade den Batting Title gewonnen...

Cabrera: Ach, das spielt doch keine Rolle. Jedenfalls nicht während der Saison. Persönliche Titel sind etwas, woran man in der Offseason denken kann. Nicht jetzt. Wenn alles vorbei ist, dann darf man sich darüber freuen - und nur dann darf man auch darüber reden. Natürlich will ich am Ende meiner Karriere zurückblicken und mich über solche Auszeichnungen freuen, aber in den Playoffs gilt meine gesamte Aufmerksamkeit dem Team. Da konzentriere ich mich voll und ganz aufs Gewinnen.

SPOX: Ach kommen Sie. Überhaupt kein Jubel, keine persönliche Mini-Siegesfeier?

Cabrera: Naja, vielleicht ein bisschen. Es hat sich schon verdammt gut angefühlt, das Ding zu gewinnen. Es war schließlich der einzige Titel, der mir in meiner Karriere noch gefehlt hat.

SPOX: Auch einer Ihrer Teamkollegen, Starting Pitcher Justin Verlander, steht vielleicht bald eine große Ehre bevor. Er könnte als erster Pitcher seit Roger Clemens 1986 zum MVP gekürt werden...

Cabrera: Und er hätte es mehr als verdient. Er hat uns in diesem Jahr den Division-Titel geholt.

SPOX: Dennoch gibt es viele Experten, die sagen, ein Pitcher käme als wertvollster Spieler nicht in Frage.

Cabrera: Das ist doch Quatsch. Wenn es jemand verdient hat, dann sollte man ihn auch würdigen. Unabhängig von der Position. Er hat uns in die Playoffs gebracht, hat mit seinen 24 Wins genug Gründe dafür geliefert, dass man ihn auf der Liste haben sollte. Hoffentlich wird er gewählt.

SPOX: Zum Abschluss die obligatorische Frage: Was ist für die Tigers in den Playoffs drin?

Cabrera: (lacht) Hoffentlich eine Menge. Aber egal, was es ist, wir werden auf jeden Fall alles geben. Wir werden unseren Job nicht nur zu einhundert Prozent machen, wir werden mehr geben. Wir spielen uns die Seele aus dem Leib und tun alles, um das Spiel zu gewinnen. Jedes Spiel.

Der Endstand in allen Divisons

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