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MLB-Schlaglichter

59 Dollar und 88 Cent!

Von Florian Regelmann
Dienstag, 03.05.2011 | 11:08 Uhr
Reds-Pitcher Mike Leake soll sechs T-Shirts gestohlen haben
© Getty
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MLB
Dodgers @ Cubs (Spiel 5)
MLB
Yankees @ Astros (Spiel 6)

The Boys of Summer are back! Die Playoffs in der NBA und NHL bestimmen die Schlagzeilen, aber auch die MLB-Saison ist wieder in vollem Gange. Die heißesten Themen: Ein sagenhafter Rekord, eine große Überraschung und der dümmste Diebstahl aller Zeiten.

Der Depp des Monats: Mike Leake. Man liest ja gerade im US-Sport immer wieder von Stars, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten und auch öfters mal verhaftet werden. In Sachen Dämlichkeit hat aber jetzt Cincinnatis Pitcher Mike Leake den Vogel abgeschossen. Sein Delikt: Ladendiebstahl. Der 23-jährige Starter wird beschuldigt, in einem Shop in der Innenstadt sechs T-Shirts gestohlen zu haben. Er soll die Preisschilder abgemacht und dann versucht haben, ohne zu zahlen das Geschäft zu verlassen. Der unglaubliche Wert dieser unglaublich tollen Shirts: 59,88 US-Dollar. Leake verdient in seinem zweiten Jahr in der MLB im Übrigen 425.000 US-Dollar.

Das Team des Monats: Cleveland Indians. Es ist unfassbar, aber wahr. Die Cleveland Indians haben die beste Bilanz (19-8) in der gesamten MLB vorzuweisen. Sachen gibt's, die gibt's gar nicht. Die Indians haben 13 Heimspiele in Folge gewonnen und sind zuhause zum ersten Mal seit 1941 (!) so gut gestartet. Sie haben außerdem schon fünf Serien-Sweeps auf dem Konto. Einer mehr als in der ganzen letzten Saison, in der sie nur 69 Spiele gewannen. Sie haben keinen Hitter, der in Sachen Homeruns und RBIs in den Top 10 der Liga zu finden wäre, aber sie sind ausgeglichen besetzt und finden ständig noch Wege, um ihre Spiele zu gewinnen. Dass Fan-Liebling Grady Sizemore wieder vollkommen fit und stark in Form ist, rundet die Glücksgefühle bei den Indians ab. Top sind vor allem auch die beiden jungen Starting-Pitcher Justin Masterson und Josh Tomlin. Schauen wir doch mal, wie lange die wilde Fahrt der Indians noch anhält.

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Die Gurken des Monats: Chicago White Sox. Wenn man sich das Team der White Sox von den Namen her anschaut, ist es nicht zu verstehen, wie dieses Team bislang so schlecht sein kann. Noch nie in ihrer Geschichte haben die White Sox im April so viele Spiele verloren (18). Ein Problem: Das Team von Manager Ozzie Guillen lag nicht in vielen Spielen vorne, aber wenn es mal vorne war, hat es der grottenschlechte Bullpen fast immer verbockt. So stieg der Frust bei Guillen immer mehr. Die Folge war einer seiner berühmtem Ausraster. Nachdem er in einem Spiel sich zuerst mit dem Umpire angelegt hatte, rausgeflogen war und dann noch während des Spiels seinen Twitter-Account befütterte, wurde er für zwei Spiele gesperrt. Ebenfalls ganz weit vorne bei den Gurken sind die Atlanta Braves. Und das hauptsächlich deshalb, weil die sich nicht benehmen können. Der Star-Pitcher (Derek Lowe) fährt besoffen Auto, der Pitching-Coach (Roger McDowell) macht schwulenfeindliche Sprüche - in Atlanta spinnen sie anscheinend gerade alle.

Der Spieler des Monats: Andre Ethier. Es gibt Leute, die starten langsam in die Saison. Es gibt Leute, die kommen mittelprächtig in die Gänge. Es gibt Leute, die sind sofort heiß. Und es gibt Andre Ethier. Der Outfielder der L.A. Dodgers stellte einen MLB-Rekord für den längsten Hitting-Streak im April auf und hat jetzt mittlerweile in 28 Spielen in Folge mindestens einen Hit zustande gebracht. Der Franchise-Rekord von Willie Davis aus dem Jahr 1969 (31 Spiele) ist nicht mehr weit entfernt. Wenn er den außer dieser Welt erscheinenden Rekord von Yankees-Legende Joe DiMaggio brechen will, hat Ethier aber noch einiges vor sich. DiMaggios Hitting-Streak erstreckte sich 1941 über 56 Spiele.

Das Highlight des Monats: Ben Zobrist. Die Tampa Bay Rays sind ähnlich wie die Boston Red Sox nach schwachem Start in Fahrt gekommen - und der Mann der Stunde hieß für einige Tage Ben Zobrist. Am 28. April absolvierte Tampa Bay einen Doubleheader in Minnesota. Und Zobrist lief heiß. Aber nicht so mittelheiß. Sondern so heiß, dass sein Schläger brannte. 1 Homerun und 8 RBIs (Franchise-Rekord) im ersten Spiel, 1 Homerun und 2 RBIs im zweiten Spiel. Nicht ganz schlecht. Insgesamt verbuchte Zobrist innerhalb von fünf Spielen 18 RBIs.

Der Rookie des Monats: Michael Pineda. Die Seattle Mariners sind mal wieder in der American League West auf dem letzten Platz, aber es gibt Hoffnung. Erstens ist das Team um Ichiro in den letzten Wochen stärker geworden und zweitens haben die Mariners explosives Starting-Pitching. Dass Felix Hernandez ein absoluter Superstar ist, weiß man. Aber jetzt gibt es einen neuen Emporkömmling in Seattle. Sein Name: Michael Pineda. Der 22-jährige Rookie-Pitcher aus der Dominikanischen Republik ist ebenfalls eine echte Strikeout-Maschine und hat bislang fünf überragende Starts hinter sich gebracht. Sein ERA: 2.01. Er hat damit aktuell sogar die besseren Stats als Hernandez.

Die feindliche Übernahme des Monats: Die MLB und die Dodgers. Man muss sich mal vorstellen, was los wäre, wenn die DFL einfach den FC Bayern oder Borussia Dortmund übernehmen würde. In Deutschland wäre so etwas schon aufgrund der Strukturen nicht möglich, aber im US-Sport schon. Da die MLB die Dodgers aufgrund eines Scheidungskrieges ihrer Besitzer als handlungsunfähig ansah und sich um die Finanzen Sorgen machte, werden die Dodgers nun von der MLB geführt. Ein absoluter Hammer, denn die Dodgers sind nicht irgendein Team. Sie sind eines der bedeutendsten Baseball-Teams überhaupt. Dodgers-Owner Frank McCourt klagt gegen die Entscheidung der MLB. Ausgang völlig offen.

Verletzungen: Die Verletztenlisten der MLB sind wie immer voll. Auch einige Superstars müssen aktuell passen. So fehlt Catcher Joe Mauer wegen einer langwierigen Virusinfektion den Minnesota Twins - und ohne Mauer sind die Twins eine einzige Katastrophe. Die Texas Rangers müssen ohne Josh Hamilton auskommen, nachdem sich dieser bei einer ganz unglücklichen Aktion an der Home Plate den Oberarm brach. Und bei den Tampa Bay Rays wartet man sehnsüchtig auf die Rückkehr von Third Baseman Evan Longoria (Bauchmuskelzerrung). Das größte Sorgenkind der Yankees heißt Phil Hughes. Der Starting-Pitcher wurde mit folgender Begründung auf die Disabled List gesetzt: toter Arm. Hört sich nicht gut an. Hughes hatte zuvor auf mysteriöse Weise jeden Speed bei seinen Pitches verloren.

Statistik: Zunächst der Blick auf die Pitcher. Top in der American League war im April dank eines außerirdischen 6-0-Saisonstarts Jered Weaver (Angels/6-1, 1.39 ERA, 55 Ks) - und auch sein Klubkollege Dan Haren (4-1, 1.23 ERA) pitcht bislang bärenstark. Der beste Pitcher in der NL heißt nicht Roy Hallday (2.14 ERA), auch wenn der Phillies-Star wie gewohnt überragend ist. Josh Johnson (3-0, 0.88 ERA) von den Marlins ist aber noch unantastbarer für jeden Hitter. Die meisten Saves hat schon wieder Mariano Rivera (Yankees/11) auf dem Konto, gefolgt von Huston Street (Rockies) und Leo Nunez (Marlins) mit jeweils 10.

Was Homeruns angeht, so kann man nur vor Jose Bautista seinen Hut ziehen. Dass er nach seiner Monster-Breakout-Saison mit 54 Big Flys in dieser Saison einbrechen würde? Nix da! Bautista hat schon wieder 9 Homeruns geschlagen und führt die AL vor den Yankees-Stars Curtis Granderson und Robinson Cano sowie White-Sox-Slugger Paul Konerko (alle 8) an.

Top in der NL ist Alfonso Soriano (Cubs) mit sogar schon 11 Homeruns, auf Rang zwei liegt Ryan Braun (Brewers/10). Milwaukee weiß schon, warum es Brauns Vertrag vorzeitig um fünf Jahre (105 Millionen Dollar) verlängert hat. Der beste Schlagdurchschnitt in der MLB gehört zwei Spielern aus St. Louis: Matt Holliday (.410) und Lance Berkman (.406). In Sachen RBIs führt Ryan Howard (Phllies/28) vor Lance Berkman (Cardinals/27) und Prince Fielder (Brewers/26).

Alle Ergebnisse aus der MLB

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