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Nowitzkis Kampf gegen Wolverine

Von Haruka Gruber
Samstag, 02.05.2009 | 14:11 Uhr
In dieser Saison gewann Martin (r.) mit den Nuggets alle vier Spiele gegen Nowitzkis Mavs
© Getty
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Charles Barkley weiß es wieder einmal besser. Die Dallas Mavericks hätten zwar die San Antonio Spurs ausgeschaltet, doch in der zweiten Playoff-Runde gegen die Denver Nuggets würde Dirk Nowitzkis Team mit 1-4 hochkant aus den Playoffs fliegen, sagte der TV-Experte voraus.

Immerhin hat Denver auch alle vier Regular-Season-Spiele gegen Dallas gewonnen. Aber: Die Mavs verloren drei der vier Spiele mit drei Punkten oder weniger und spielten fast auf Augenhöhe. Ein gutes Zeichen vor Spiel eins am Sonntagabend (21.30 Uhr im LIVE-TICKER)? Der Head-to-Head-Vergleich (Statistiken aus der ersten Playoff-Runde):

Point Guard


PunkteReboundsAssistsStealsTurnover
Chauncey Billups (Denver)
22,6
4,0
7,41,01,2
Jason Kidd (Dallas)
10,0
6,05,62,40,6

Würde es den Nobelpreis für Basketball geben, beide wären Dauergäste in Oslo. Mehr Basketball-IQ geht nicht. Herausragend Billups' Leistung gegen die Hornets: Angesichts athletischer Unterlegenheit und fehlender Schnelligkeit gegenüber Chris Paul beschränkte er sich darauf, die Systeme anzusagen und die (vielen) offenen Dreier zu treffen (65,5 Prozent) - womit die Hornets vollkommen überfordert waren.

Genau die richtige Mischung fand auch Kidd gegen San Antonio. Zwar scorte er wesentlich seltener als Billups und gab auch für seine Verhältnisse sehr wenige Assists, dafür machte er die kleinen Dinge. In den entscheidenden Momenten von Downtown einnetzen (43,5 Prozent), Druck in der Defense ausüben (2,4 Steals), auf den Ball aufpassen (nur 3 Turnover in 5 Spielen gegen die Spurs).

Billups und Kidd ähneln sich. Beide sind extrem clever, gehören physisch zu den Stärksten auf der Point-Guard-Position - und sind etwas langsam auf den Füßen. In der Regular Season neutralisierten sie sich. Auch wenn Billups vier Jahre jünger ist: unentschieden.

 

Shooting Guard


PunkteRebounds
Assists
Steals
Dreierquote
Dahntay Jones (Denver)
8,2
2,2
0,2
0,8
33,3 Proz.
Antoine Wright (Dallas)
5,2
2,1
1,2
0,0
46,2 Proz.

Im Fußball nennt man sie Staubsauger, im Basketball eben Jones und Wright. Beide sind limitiert, sollen aber mit Herzblut und einer ordentlichen Verteidigung den besten Swingman des Gegners ausschalten. Jones wird sich vorwiegend um Howard kümmern, Wright dementsprechend um Anthony.

Offensiv sind beide nicht weiter von Belang, von vereinzelten Drives zum Korb (Jones) und Dreiern (Wright) abgesehen. unentschieden.

 

Small Forward


PunkteRebounds
Assists
Steals
Dreierquote
Camelo Anthony (Denver)
24,0
6,0
5,2
1,8
46,2 Proz.
Josh Howard (Dallas)
18,8
5,4
1,4
1,4
41,2 Proz.

Gestatten, Mr. Anthony, der Mavs-Zerstörer. In der Regular Season streute Melo gegen Dallas 31,3 Punkte ein, traf 66,7 Prozent seiner Dreier und griff sich 9,0 Rebounds ab. Aber: In allen vier Spielen fehlte Howard verletzt oder war angeschlagen.

Wright ist zwar der designierte Anthony-Verteidiger, aber sollte dieser überfordert sein, muss Howard einspringen. Denn: Mit seinen langen Armen und dem schnellen ersten Schritt ist Howard, in der Spurs-Serie laut Coach Rick Carlisle der MVP der Mavs, ein anderes Kaliber als die Gegenspieler der Hornets, mit denen es Anthony zuvor zu tun hatte.

Weil Anthony in den Playoffs aber zum Scoren auch noch das Passen für sich entdeckt hat (5,2 Assists): Vorteil Denver.

 

Power Forward


PunkteRebounds
Assists
Blocks
Wurfquote
Kenyon Martin (Denver)
10,0
6,2
3,00,854,8 Proz.
Dirk Nowitzki (Dallas)
19.2
8,6
2,20,649,3 Proz.

Das womöglich entscheidende Duell. Anders als die Spurs will Nuggets-Coach George Karl weitgehend auf das Doppeln und Triplen gegen Nowitzki verzichten. Größenwahn? Mitnichten, denn mit Martin verfügt Karl über einen der unangenehmsten Gegenspieler für Nowitzki.

Seine um 7 Zentimeter geringere Körpergröße macht Martin mit seiner Bissigkeit wett, nicht umsonst verglich ihn die "Denver Post" mit dem Comic-Superhelden "Wolverine". In der ersten Runde schaltete Martin Hornets-All-Star David West aus. Die Mavs müssen verhindern, dass K-Mart der große "Energizer" der Nuggets wird.

Was Nowitzki aber zugute kommt: Da Martin in der Offense eindimensional agiert und nur in der Zone gefährlich ist, wird Nowitzki am eigenen Korb Körner sparen können. Gegen San Antonio musste er andauernd Matt Bonner zur Dreierlinie folgen und zeitweise Tim Duncan verteidigen. Und: Nowitzki fand in Spiel 5 seinen Wurfrhythmus wieder. Daher: Vorteil Dallas.

 

Center


PunkteRebounds
Assists
Blocks
Wurfquote
Nene (Denver)
9,0
7,8
2,40,6
51,4 Proz.
Erick Dampier (Dallas)
8,4
8,4
0,8
1,4
68,2 Proz.

Vor den Playoffs wäre das Urteil eindeutig gewesen: klarer Vorteil Denver. Nene ist schneller, dynamischer, athletischer und vor allem korbgefährlicher. Nach der ersten Runde hat es sich aber angeglichen: Nene scorte fast sechs Zähler weniger und traf fast zehn Prozent schlechter, zudem sank sein Blockschnitt von 1,3 auf 0,6.

Dampier hingegen steigerte sich in allen relevanten Kategorien (Punkte, Rebounds, Blocks, Wurfquote, Feldwurfquote) - und stellte selbst einen Duncan vor Probleme. Dennoch: leichter Vorteil Denver.

 

Bank


CenterPF
SF
SG
PG
Denver
C. Andersen
L. KleizaR. BalkmanJ.R. SmithA. Carter
Dallas
R. Hollins
B. Bass
J. Singleton
J. Terry
J.J. Barea

Qualität vs. Quantität. Mit Scharfschütze J.R. Smith (16,0 Punkte) und Block-Ungeheuer Chris Andersen (1,8 Blocks) verfügt Denver über mit die besten Bankspieler der NBA - danach klafft jedoch ein Loch. Linas Kleiza ist talentiert aber inkonstant, Renaldo Balkman und Anthony Carter sind biederes Mittelmaß.

Dallas hingegen überzeugt mit Tiefe. Jason Terry, in der Regular Season noch der beste Sixth Man, wurde ähnlich wie Nowitzki von den Spurs weitgehend kalt gestellt (13,4 Punkte), stattdessen übernahmen eben J.J. Barea (10,0 Punkte) und Brandon Bass (8,0) Verantwortung.

Zumal für die Verteidigung des Nuggets-Frontcourts mit dem athletischen Ryan Hollins sowie dem giftigen James Singleton weitere Rollenspieler auf der Bank lauern. Daher: knapper Vorteil Dallas.

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