Freitag, 11.01.2008

Vorschau auf die Divisional Playoffs

Underdogs mit beheizten Hosen

München - In den Divisional Playoffs greifen am Wochenende nun auch die "Big Four" ins Geschehen ein. 

NFL, Seattle Seahawks, Green Bay Packers
© Getty

Eigentlich wartet schon seit Mitte der Saison jeder auf die Championship-Games: Patriots vs. Colts und Cowboys vs. Packers. Zu dominant waren die besten vier Teams, als das jemand diese Duelle verhindern könnte.

Doch siehe da, wenige Tage vor den "Pflichtaufgaben" der Top-4, mehren sich die Stimmen, die allen vier Underdogs eine Sensation zutrauen. Berechtigt oder Spinnerei? SPOX.com hat die Partien unter die Lupe genommen und sagt, wie's ausgeht.

Teil eins mit den Samstagspartien: 

Green Bay Packers vs. Seattle Seahawks (Samstag, 22.30 Uhr)

Diese Partie ist vor allem eines: Matt Hasselbecks Rückkehr ins Lambeau Field, wo er 2004 in den Playoffs für einen der denkwürdigsten Momente in der NFL-Geschichte sorgte. Spielstand: 27:27. Der Münzwurf steht an. Seattle gewinnt ihn und bekommt den Ball. Hasselbecks berühmter Ausspruch: "We want the ball and we're gonna score!" - "Wir wollen den Ball und wir werden punkten!" Klang stark zu diesem Zeitpunkt, aber als Packers-Cornerback Al Harris einen Hasselback-Pass abfing und ihn zum Green-Bay-Sieg in die Endzone zurücktrug, wäre Seattles Spielmacher wohl am liebsten im Erdboden versunken. Ob sich Hasselbeck in ähnlicher Situation nochmal trauen würde? Cool wäre es.

Players to watch:

Brett Favre (Green Bay): Favre hat eine überragende Saison gespielt. So stark und effizient, dass er einen (von 50) Journalisten dazu brachte, bei der MVP-Wahl für ihn und nicht für Tom Brady zu stimmen. Trotzdem bleiben Fragezeichen. Favres Neigung zu katastrophalen Interceptions könnte den Packers zum Verhängnis werden.
Josh Brown (Seattle): Der Seahawks-Kicker hat eine Lösung gefunden, die sicher stellt, dass er auch bei erwarteten Temperaturen von weit unter null mit einem kuscheligen Gefühl zu womöglich entscheidenden Field Goals aufs Feld laufen kann: Batterie-betriebene beheizte Aufwärm-Hosen! Kein Witz. Garantierte Temperatur: 24 Grad. 

Prognose:

Ein ganz enges Match. Seattle hat die Defense, um Favre unter Druck zu setzen. Deshalb: 27:24 Seahawks.

New England Patriots vs. Jacksonville Jaguars (Sonntag, 2.00 Uhr)

Die Jaguars bekommen immer noch nicht den Respekt, den sie verdient hätten. Eine 11-5-Bilanz in der härtesten Division der NFL (12-4, wenn sie ihre Starter am letzten Spieltag nicht geschont hätten) ist beachtlich. Trotzdem wurde kein einziger Jaguar für den Pro Bowl nominiert. Erst durch die Verletzung von Pittsburgh-Star-Running-Back Willie Parker ist Fred Taylor nachgerückt. Zum Vergleich: Die Pats haben acht Spieler im Pro Bowl. Coach Jack del Rio wird genau dies als Motivation nutzen.

Players to watch:

Tom Brady (New England): Brady räumt eine persönliche Auszeichnung nach der anderen ab, aber das einzige, was ihn interessiert, ist der Super Bowl. Noch bevor irgendjemand in den Pats-Headquarters auftaucht, ist Brady in aller Frühe schon da. Arbeitet im Fitness-Raum oder studiert Videos. Ein echter Superstar.
Paul Spicer (Jacksonville): Der Defensive End machte Schlagzeilen, als er sich Anfang der Saison zum Spionageskandal der Patriots äußerte und forderte, dass sie aus den Playoffs geschmissen werden müssten. Spicer hat diese Woche klar gemacht, dass er zu seinen Worten steht. Vielleicht hätte er Steelers-Safety Anthony Smith fragen sollen, wie das ist, wenn man New England unnötig noch heißer macht als sowieso.

Prognose:

Es ist verlockend auf die Jaguars zu setzen, aber am Ende wird es Tom Brady mit einem Drive kurz vor Schluss noch umbiegen. 31:27 Patriots.

Florian Regelmann

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