Olympia

Olympia 2018: Silber und Bronze für deutsche Snowboarderinnen

SID
Ramona Hofmeister und Selina Jörg sorgten für doppeltes Edelmetall.

Die Snowboarderinnen Selina Jörg und Ramona Hofmeister gewinnen am historischen Tag für die Tschechin Ester Ledecka zwei Medaillen.

Selina Jörg und Ramona Hofmeister feierten Silber und Bronze, als wäre es Gold - nur die Überfliegerin Ester Lecka war erwartungsgemäß zu stark. Am historischen Tag der nunmehr zweifachen Olympiasiegerin aus Tschechien hielten die beiden deutschen Medaillenhoffnungen dem großen Druck allerdings eindrucksvoll stand, im letzten Wettbewerb der Olympischen Spiele von Pyeongchang holten die Snowboarderinnen wie vor vier Jahren in Sotschi gleich zwei Medaillen.

"Silber ist für mich wie Gold"

"Ich bin mehr als zufrieden", sagte Jörg, "Silber ist unfassbar, Silber ist für mich wie Gold. Und dann noch mit der Ramona auf dem Podium, das hätte ich mir nicht besser vorstellen können." Auch Verbandspräsident Hanns-Michael Hölz war begeistert von seinen starken Frauen. "Ich finde, das ist die geilste Nummer, die man sich vorstellen kann. Vor allem, weil wir mit unserem kleinen Verband gezeigt haben, in welche Höhen man kommen kann."

In Sotschi holten Anke Kartens, heute Wöhrer, und Amelie Kober ebenfalls Silber und Bronze im mittlerweile aus dem Programm gestrichenen Parallel-Slalom, dass es diesmal nicht zur goldenen Medaille im verbliebenen Parallel-Riesenslalom reichte hatte einen Grund: Ester Ledecka, Weltmeisterin, schier unschlagbar - und nun erste Olympiasiegerin in zwei Sportarten bei ein und denselben Winterspielen. Zur Feier des Tages wendete das tschechische Team seine weißen Jacken - das Innenfutter leuchtete golden.

Jörg nach zwei vierten Plätzen endlich auf dem Podest

"Die Ester war heute wieder eine Nummer für sich", sagte Jörg, der ihrerseits die Farbe der Medaille "egal" war. Hauptsache sie hatte nach dem vierten Platz bei Olympia 2010 und einem vierten Platz bei der WM 2015 endlich eine. "Mir fällt so ein Druck von den Schultern", sagte sie.

Gegen Ledecka war in der Tat nichts auszurichten. Die Tschechin, die in Pyeongchang bereits sensationell den Super-G der alpinen Ski-Rennläuferinnen gewonnen hatte, besiegte im Halbfinale erst Hofmeister - allerdings stürzte die 21-Jährige aus Bischofswiesen. Im Finale setzte sich die Weltmeisterin knapp mit 0,46 Sekunden vor Jörg durch, Hofmeister gewann den Kampf um Bronze gegen Alena Sawarsina (Olympische Athleten aus Russland).

Jörg und Hofmeister jubelten im Zielraum gemeinsam so überschwänglich, als hätten sie beide Gold gewonnen. Sie schüttelten und umarmten sich - auch die wie üblich eher distanzierte Ledecka wurde umarmt. Durch Jörg und Hofmeister hat der Verband Snowboard Germany das vor den Olympischen Spielen angestrebte Ziel von zwei bis drei Medaillen erreicht.

Deutsche Männer ohne Medaille

Mit dem rauschenden Erfolg der Frauen konnten die Männer nicht Schritt halten. Stefan Baumeister schied im Viertelfinale gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Zan Kosir (Slowenien) aus, belegte dadurch allerdings einen respektablen sechsten Rang im Endklassement. Gold gewann erwartungsgemäß der Schweizer Nevin Galmarini - Silber ging überraschend und unter dem frenetischen Jubel Tausender Zuschauer an den Südkoreaner Lee Sang Ho.

Von den weiteren deutschen Startern hatte nur Carolin Langenhorst die Qualifikation am Morgen überstanden. Sie scheiterte im Achtelfinale um nur 0,02 Sekunden an Ina Maschik (Österreich), die kurz darauf von Hofmeister im Viertelfinale besiegt wurde. Langenhorst blieb Rang neun im Endklassement.

Anke Wöhrer verpasste die K-o.-Runde der besten 16 als 21. deutlich. Auch Claudia Riegler (Österreich), Weltmeisterin von 2015, blieb auf der Strecke. Patrick Bussler und Alexander Bergmann fuhren auf den Rängen 25 und 31 ebenfalls deutlich am Achtelfinaleinzug vorbei.

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