Mittwoch, 19.02.2014

Deutscher Protest im Teamsprint abgelehnt

Tscharnke stürzt mit Gold vor Augen

Der 24-Jährige kollidierte im Kampf um die Spitzenposition 300 Meter vor dem Ziel mit dem Finnen Sami Jauhojaervi und landete im Schnee. Jauhojaervi stürmte zu Gold, Tscharnke schlich wie ein Häufchen Elend als Siebter über die Ziellinie. "Das ist so bitter", sagte Dotzler.

Tim Tscharnkes Sturz brachte die Deutschen vielleicht sogar um die Goldmedaille
© getty
Tim Tscharnkes Sturz brachte die Deutschen vielleicht sogar um die Goldmedaille

Das deutsche Team legte nach Rennende offiziell Protest ein, dieser wurde aber abgewiesen. Auf einen erneuten Einspruch verzichtet der Deutsche Skiverband, da die Medaille ohnehin schon verloren ist. Selbst bei einer Disqualifiktion der siegreichen Finnen, wäre Deutschland nur auf Rang sechs vorgerückt.

"Einfach scheiße, richtig Mist. Das war eine sichere Medaille. Der Finne hat meine Spur gekreuzt, ich konnte dann einfach nicht ausweichen", sagte Tscharnke, der nach seinem Sturz vor lauter Enttäuschung lange liegen geblieben war: "Hätte ich gewusst, dass wir so viel Vorsprung haben, hätte ich mir beim Aufstehen mehr Mühe gegeben. Ich hatte mich verhakt und war total blau."

Genügend Platz zum Ausweichen?

Die Sturzszene, in der der Finne die Spur wechselte und Tscharnke vor die Ski fuhr, wurde heftig diskutiert. Tscharnke, der sich dabei eine Wunde am linken Unterschenkel zuzog, hätte allerdings durchaus noch Luft gehabt, um seinem Konkurrenten auszuweichen.

Hinter den Finnen holte Russland Silber vor Schweden. Tscharnke verpasste derweil vier Jahre nach dem Olympia-Silber von Vancouver an der Seite von Axel Teichmann einen erneuten Überraschungserfolg.

"Wir wussten, dass wir gut sind, wenn das Material gut ist. Und heute war das Material top", hatte Klassik-Spezialist Tscharnke noch nach dem Sieg im Halbfinale gesagt. Tatsächlich bestimmten die Deutschen die entscheidende Phase im Finale, auf der Schlussrunde hielten nur noch Russland und Finnland mit.

Kritik an der Jury

Bundestrainer Frank Ullrich hat nach dem abgewiesenen Protest beim Teamsprint-Finale der Männer die Jury scharf kritisiert. "Das war eine unfaire Entscheidung. Im letzten Jahr gab es hier in einer fast gleichen Situation eine Disqualifikation, und jetzt wird lax drüber gegangen. Ich bin verärgert und vergnatzt", sagte Ullrich.

Vorausgegangen war eine Kollision von Tim Tscharnke mit dem Finnen Sami Jauhojaervi kurz vor dem Ziel, bei der Tscharnke stürzte und den möglichen Olympiasieg aus der Hand gab. "Es ist auf Bildern zu sehen, wie der Finne die Innenkurve nimmt und sich nach außen tragen lässt. Auf den Bildern von oben sieht es wiederum etwas anders aus", sagte Ullrich.

Der Bundestrainer monierte besonders, dass anders als beim Biathlon über einen Protest nicht unmittelbar entschieden wird. "Es darf nicht erst nach der Siegerehrung entschieden werden. Das ist sehr schlecht."


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