Olympia

Tatjana Hüfner: "Das ist der absolute Wahnsinn"

SID
Tatjana Hüfner holte die erste olympische Goldmedaille ihrer Karriere
© Getty

Tatjana Hüfner hat sich im Eiskanal in Whistler die Goldmedaille geholt. Jetzt spricht die die Rodlerin von ihrem Triumph, der Arbeit mit einem Mentalcoach und dem Rennen.

Als Tatjana Hüfner das Gold nicht mehr zu nehmen war, kniete sie mit der deutschen Fahne in der Hand in der Eisrinne nieder, küsste die Bahn und ließ sich dann von den mitgereisten Fans feiern. Denn noch zu Beginn des Wettkampfes sah es nicht gut für sie aus.

Frage: "Tatjana Hüfner, nach der Goldmedaille von Felix Loch haben Sie sich ebenfalls den Olympiasieg geholt. Wie bewerten Sie diesen Erfolg?"

Tatjana Hüfner: "Ein Traum ist wahr geworden. Das ist der absolute Wahnsinn. Ich bin sehr stolz auf meinen Olympiasieg. Ich habe mich richtig in den Wettkampf reingesteigert, den vierten Lauf habe ich einfach nur noch genossen. Und ich bin überglücklich, dafür belohnt worden zu sein, worauf ich vier Jahre jeden Tag hingearbeitet habe."

Frage: "Zunächst schien es, dass Sie mit der Verlegung auf den Juniorenstart nicht zurechtkommen. Nach dem ersten Lauf waren Sie nur Dritte. Was ging da in Ihnen vor?"

Hüfner: "Die Sache mit dem Juniorenstart war schon eine sehr große Umstellung. Zudem habe ich im ersten Lauf einen kapitalen Fehler gemacht. Deshalb war ich zunächst auch richtig nervös. Und als ich nach meinem ersten Lauf auch noch gesehen habe, dass die Zwei aufblinkt, war ich schon verblüfft, weil die anderen Deutschen ja noch oben standen. Da habe ich schon kurz geschluckt."

Frage: "Dennoch haben Sie sich durch den Fehlstart nicht aus dem Konzept bringen lassen. Sie waren mental unheimlich stark. Hat Ihnen das Studium der praktischen Psychologie in diesen Tagen geholfen?"

Hüfner: "Ich kann mich ja schlecht selbst therapieren. Aber ich arbeite mit einem Mentalcoach zusammen, das hat mir sehr geholfen. Ich bin ihm unheimlich dankbar, denn ich war sehr gut vorbereitet, und jetzt bin ich Olympiasiegerin."

Frage: "Die ersten Rodler-Tage waren überschattet von dem tödlichen Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili. Konnten Sie das Unglück vor Ihrem Rennen komplett aus dem Kopf bekommen?"

Hüfner: "Ich habe den schrecklichen Unfall live gesehen, als ich gerade im Kraftraum war. Danach habe ich versucht, das Unglück so schnell wie möglich auszublenden. Denn als Rodler darf man so etwas nicht zu nahe an sich rankommen lassen."

Frage: "Was ändert sich durch die Goldmedaille?"

Hüfner: "Ich hoffe, dass ich kein anderer Mensch werde. Ich möchte so bleiben, wie ich bin."

Zweites deutscher Rodel-Gold durch Hüfner

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