Freitag, 05.02.2010

Skicrosser Simon Stickl im Interview

Stickl: "Die Gefahr gehört dazu"

Simon Stickl ist die deutsche Olympia-Hoffnung im Skicross. Der 22-Jährige gewann Anfang Januar sein erstes Weltcuprennen und spricht bei SPOX über die Faszination Skicross, seine Ziele in Vancouver und Victoria Rebensburg. Außerdem erklärt er, wieso es gut ist, dass Daron Rahlves noch kein Skicross-Weltcuprennen gewonnen hat.

Simon Stickl war erst bei den Alpinen, seit 2008 startet er im Weltcup der Skicrosser
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Simon Stickl war erst bei den Alpinen, seit 2008 startet er im Weltcup der Skicrosser

SPOX: Was bedeutet Olympia für Sie?

Simon Stickl: Olympia ist in dieser Saison einfach alles, die ganze Vorbereitung war darauf ausgerichtet. Das ist das große Ziel, vor allen Dingen nach der nicht so guten letzten Saison. Das sind schließlich die ersten Olympischen Spiele der Geschichte für uns Skicrosser. Da wollte jeder hin.

Simon Stickl wurde am 18. Oktober 1987 geboren - sein Klub ist der SC Bad Wiessee
Simon Stickl wurde am 18. Oktober 1987 geboren - sein Klub ist der SC Bad Wiessee
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SPOX: Ist Ihnen bewusst, dass Sie Geschichte schreiben können?

Stickl: Ja, das hat jeder von uns im Kopf. Da wird im Fahrerlager schon viel herumgescherzt. Mit etwas Losglück bekommt man die Nummer eins, dann bist du der erste Skicrosser, der bei Olympia startet.

SPOX: Steigt dadurch der Druck?

Stickl: Das ist jetzt noch zu weit weg. Vielleicht ändert es sich, wenn man die Startnummer bekommt oder dann oben am Start steht. Ich habe allerdings keinen Druck, denn ich bin mit Abstand der Jüngste im Feld und habe nichts zu verlieren. Ich kann es ganz locker angehen.

SPOX: Was macht die Faszination Skicross aus?

Stickl: Der Kampf Mann gegen Mann. Vier Leute treten gegeneinander an und zwei kommen weiter. Das Ganze mit Sprüngen von bis zu 50 Meter, das ist einfach Action und Adrenalin pur.

SPOX: Das klingt nicht ungefährlich.

Stickl: Die Gefahr gehört dazu. Aber es gibt ja klare Regeln: Schubsen oder schlagen z.B. sind nicht erlaubt und Verletzungen passieren überall, auch bei den Alpinen. Seit ich beim Skicross bin, habe ich mich noch nie schlimmer verletzt.

SPOX: Wie sind Sie zum Skicross gekommen?

Stickl: Ich habe als Alpiner angefangen und war deutscher Jugendmeister im Slalom. Dann habe ich mir das Schienbein gebrochen. Ich bin nicht mehr richtig vorwärtsgekommen und nicht mehr beachtet worden. Ein Freund hat mich dann überredet, mir Skicross anzuschauen. Als es dann olympisch wurde, habe ich mir gedacht: Okay, das ist jetzt deine Chance. Es war also mehr oder weniger Zufall.

SPOX: Der bekannteste Skicrosser ist Ex-Alpin-Weltmeister Daron Rahlves. Wie ist er so drauf?

Stickl: Daron ist ein super sympathischer Kerl, aber wir freuen uns tierisch, wenn so ein Star zu uns in den Skicross kommt und nicht gewinnt. Er fährt jetzt seit drei Jahren bei uns und hat noch kein Weltcuprennen gewonnen. Und davor haben alle gesagt: Wenn so ein Mann kommt, haben die Skicrosser keine Chance. Das ist natürlich das Beste für uns, denn der Fokus ist meistens auf ihn gerichtet.

Die Sportstätten der Olympischen Winterspiele 2010
Hier findet am 12. Februar die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver statt. 59.841 Zuschauer können das Spektakel im BC Place Stadium bewundern
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Hier findet am 12. Februar die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver statt. 59.841 Zuschauer können das Spektakel im BC Place Stadium bewundern
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Zudem wird das Stadion, in dem sonst Football-Spiele stattfinden, auch Ort der Siegerehrungen und der Schlussfeierlichkeiten sein
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Zudem wird das Stadion, in dem sonst Football-Spiele stattfinden, auch Ort der Siegerehrungen und der Schlussfeierlichkeiten sein
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Bei Nacht bietet das BC Place Stadium, am Nordufer des Meeresarmes False Creek gelegen, einen spektakulären Anblick
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Bei Nacht bietet das BC Place Stadium, am Nordufer des Meeresarmes False Creek gelegen, einen spektakulären Anblick
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Das Pacific Coliseum in Vancouver wird Austragungsort der Eiskunstlaufwettbewerbe sein. 16.281 Zuschauer fasst die 1967 gebaute Arena
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Das Pacific Coliseum in Vancouver wird Austragungsort der Eiskunstlaufwettbewerbe sein. 16.281 Zuschauer fasst die 1967 gebaute Arena
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Innenansicht des Pacific Coliseums. Im Medaillenspiegel beim Olympischen Eiskunstlauf stehen übrigens die Russen unangefochten an erster Stelle (Insgesamt 49 Medaillen)
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Innenansicht des Pacific Coliseums. Im Medaillenspiegel beim Olympischen Eiskunstlauf stehen übrigens die Russen unangefochten an erster Stelle (Insgesamt 49 Medaillen)
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Im Olympic Oval in Richmond (südlich von Vancouver) gehen die Eisschnellläufer an den Start. Das Stadion hat eine Kapazität von 8.000 Zuschauern
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Im Olympic Oval in Richmond (südlich von Vancouver) gehen die Eisschnellläufer an den Start. Das Stadion hat eine Kapazität von 8.000 Zuschauern
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Die UBC Thunderbird Arena in Vancouver ist eine von zwei Hallen, in denen die Eishockey-Partien stattfinden werden
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Die UBC Thunderbird Arena in Vancouver ist eine von zwei Hallen, in denen die Eishockey-Partien stattfinden werden
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In der Thunderbird Arena wird Gastgeber Kanada auf Medaillen hoffen können. Schließlich ist Eishockey die Königsdisziplin Kanadas
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In der Thunderbird Arena wird Gastgeber Kanada auf Medaillen hoffen können. Schließlich ist Eishockey die Königsdisziplin Kanadas
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Zweiter Austragungsort für Eishockey-Spiele ist der Canada Hockey Place in Vancouver. 18.630 Zuschauer können hier ihre Teams anfeuern
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Die kanadischen Eishockey-Herren konnten bereits sieben mal Gold holen, nur die Russen sind da erfolgreicher (acht Goldmedaillen)
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Die kanadischen Eishockey-Herren konnten bereits sieben mal Gold holen, nur die Russen sind da erfolgreicher (acht Goldmedaillen)
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Innenansicht des Vancouver Olympic Centres. 6.000 Zuschauer können der Jagd auf die Medaillen im Curling beiwohnen
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Innenansicht des Vancouver Olympic Centres. 6.000 Zuschauer können der Jagd auf die Medaillen im Curling beiwohnen
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Whistler Creekside ist der Austragungsort für die alpinen Skiwettbewerbe. Es gehört zum Skigebiet Whistler Blackcomb - dem größten Skibereich in Nordamerika
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Die Skisprungschanzen im Whistler Olympic Park. Sowohl die Skispringer als auch die Kombinierer werden hier auf Medaillenjagd gehen
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Die Skisprungschanzen im Whistler Olympic Park. Sowohl die Skispringer als auch die Kombinierer werden hier auf Medaillenjagd gehen
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Ein Teil der Loipe im Whistler Olympic Park. Hier werden Biathleten, Langläufer und Kombinierer um Medaillen kämpfen. Allen voran hoffentlich die Deutschen
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Ein Teil der Loipe im Whistler Olympic Park. Hier werden Biathleten, Langläufer und Kombinierer um Medaillen kämpfen. Allen voran hoffentlich die Deutschen
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Der Schießstand im Whistler Olympic Park. Hier heißt es Ruhe bewahren für Andrea Henkel und Co.
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Der Schießstand im Whistler Olympic Park. Hier heißt es Ruhe bewahren für Andrea Henkel und Co.
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Am Cypress Mountain in West Vancouver werden die Freestyle-Skifahrer und Snowboarder ihr Bestes geben
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Am Cypress Mountain in West Vancouver werden die Freestyle-Skifahrer und Snowboarder ihr Bestes geben
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Die deutsche Bob-Pilotin Sandra Kiriasis und die Anschieberin Patricia Polifka im Whistler Sliding Centre. Hier werden die Wettbewerbe im Bob, Rodeln und Skeleton ausgefochten
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Die deutsche Bob-Pilotin Sandra Kiriasis und die Anschieberin Patricia Polifka im Whistler Sliding Centre. Hier werden die Wettbewerbe im Bob, Rodeln und Skeleton ausgefochten
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Das Wahrzeichen der Olympischen Winterspiele: Ein Inuksuk aus Stein auf dem Whistler Mountain. Diese Figur ist auch Teil des Logos der Olympischen Winterspiele in Vancouver
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Das Wahrzeichen der Olympischen Winterspiele: Ein Inuksuk aus Stein auf dem Whistler Mountain. Diese Figur ist auch Teil des Logos der Olympischen Winterspiele in Vancouver
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SPOX: Wie ist Euer Verhältnis zu den Alpinen? Trainiert Ihr auch mit ihnen?

Stickl: Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Deutschen, von den anderen bekommt man nicht so viel mit. Das Training ist aber komplett getrennt, außer man trifft sich mal zufällig im Kraftraum.

SPOX: Zurück zu Olympia: Was darf in Ihrem Koffer auf keinen Fall fehlen?

Stickl: Auf jeden Fall der Laptop, sonst bin ich aufgeschmissen (lacht). Das Handy muss natürlich auch mit. Sonst eigentlich nichts Besonderes.

SPOX: Welche anderen Sportarten möchten Sie in Vancouver anschauen?

Stickl: Auf jeden Fall Eishockey, im Mutterland des Eishockeys ist das ein Muss. Dann die Kollegen vom Boardercross und bei den Alpinen möchte ich auch vorbeischauen, vor allem beim Slalom der Herren und dem Riesenslalom der Damen. Victoria Rebensburg kommt nämlich aus dem gleichen Tal wie ich.

SPOX: Auf was freuen Sie sich besonders?

Stickl: Die Vorfreude auf das olympische Dorf ist riesengroß. In diesem Alter schon bei Olympia zu sein, ist natürlich der Hammer. Auf die Eröffnungsfeier bin ich auch sehr gespannt. Vor so vielen Menschen ins Stadion einzumarschieren, das ist bestimmt Gänsehaut pur und ein geiles Gefühl.

SPOX: Kennen Sie die Olympia-Strecken schon?

Stickl: Ja, wir hatten letztes Jahr einen Testweltcup. Die Strecke ist cool, sie ist eindeutig die spektakulärste der kompletten Saison. Viele Steilwandkurven, die weitesten Sprünge und mit Abstand der längste Kurs im Weltcup. Da wird auch die Kondition eine wichtige Rolle spielen.

SPOX: Und wie kommen Sie damit zurecht?

Stickl: Die Generalprobe ist sauber in die Hose gegangen, das hat zur letzten Saison gepasst. Wir waren ohne eigenen Servicemann drüben und das ist in Übersee, wo die Schneeverhältnisse komplett anders sind, einfach nicht kompensierbar. Das war vorauszusehen, dass das nicht gut wird. Jetzt fliegen wir zehn Tage vor dem Wettkampf rüber und haben somit genug Zeit zum testen und um uns an die Bedingungen zu gewöhnen.

SPOX: Ihre Ziele?

Stickl: Ich möchte einfach ein gutes Rennen fahren, abgerechnet wird dann im Ziel. Olympia hat seine eigenen Gesetze, das ist für uns alle eine Premiere. Mal schauen, wie die Konkurrenten so darauf reagieren.

SPOX: Wer sind denn Ihre Favoriten?

Stickl: Wenn er seine Form hält, ist Mike Schmid aus der Schweiz der Topfavorit auf Gold. Mit den kanadischen Lokalmatadoren  muss man aber auch auf jeden Fall rechnen. Und Thomas Kraus. Bei ihm lief es diese Saison noch nicht so gut, aber der hat schon alles gewonnen und den darf man nie abschreiben.

Alle Entscheidungen der Winterspiele im Überblick

Interview: Christian Bernhard

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