Montag, 01.02.2010

Olympia 2010

Deutsche Gold-Mission startet mit Verspätung

Die erste Abordnung des deutschen Teams hat sich auf den Weg nach Vancouver gemacht. Mit 20 Minuten Verspätung startete der Flieger, unter anderem mit elf Biathleten, in Frankfurt.

Hoffen auf Erfolge in Vancouver: Andrea Henkel (l.) und Magdalena Neuner
© Getty
Hoffen auf Erfolge in Vancouver: Andrea Henkel (l.) und Magdalena Neuner

Im Schneetreiben begann die deutsche Operation Gold am Montag mit 20 Minuten Verspätung: Erst um 12.50 Uhr startete die LH 493 in Frankfurt/Main mit dem ersten Tross des 153 Athleten starken deutschen Teams für die Winterspiele in Vancouver (12. bis 28. Februar). An Bord befanden sich elf Biathleten, die nach fünfmal Olympia-Gold 2006 in Turin auch diesmal den Weg zum erneuten deutschen Sieg in der Medaillenwertung ebnen wollen.

"Ich denke an mein allererstes Olympia und überlege: Oh, das passiert jetzt wirklich?", meinte Magdalena Neuner aufgeregt und lächelte vor dem Abflug in ihrem sonnenblumenfarbenen Dress noch einmal in die "ARD"-Kamera. Wie Dreifach-Olympiasieger Michael Greis war sie wegen der schwierigen Witterungsbedingungen erst mit einer Stunde Verspätung aus München eingeflogen. Doch an dem für vier Wochen eingerichteten Lufthansa-Sonderschalter erfolgte dann die Abfertigung blitzschnell.

Als einzige Athletin aus dem zwölfköpfigen Biathlon-Team war die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm schon vor ein paar Tagen zum Mount Washington auf dem wunderschönen Vancouver Island gestartet, wo sich ihr Team eine Woche lang den Feinschliff holen will, um dann am 9. Februar ins Olympische Dorf einzuziehen. "Super Bedingungen", meinte sie angesichts der dort gemessenen Schneehöhe von 3,64 m und Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Wilhelm will zweimal Edelmetall

"Die Zeit zu Hause wäre mir sonst zu lang gewesen. Ich will einen ordentlichen Trainingsblock machen, damit ich mein Ziel erreiche, zwei Medaillen aus Vancouver mitzunehmen", meinte Kati Wilhelm, deren Team beim Weltcup in Antholz mit vier Siegen in sechs Rennen eine gelungene Olympia-Generalprobe hingelegt hatte.

Um 15.35 Uhr stand am Montag auch der Abflug der Skilangläufer nach Canmore/Kanada an, wo am Freitag und Samstag noch Weltcuprennen stattfinden. Mit dabei war auch Evi Sachenbacher, die im russischen Rybinsk Zweite des Einzelrennens und Teamsiegerin war. "Wir wollen unseren Anteil zum deutschen Erfolg leisten. Am Ziel von 15 Medaillen plus X hat sich nichts geändert", sagte Präsident Alfons Hörmann. Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte vor vier Jahren den Löwenanteil der 29 Medaillen gewonnen.

Als erste deutsche Athleten werden allerdings am Donnerstag 12 Eisschnellläufer mit 500-m-Favoritin Jenny Wolf sowie sechs Shorttracker am Tag der Eröffnung ins Olympische Dorf von Vancouver einziehen. Nur Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma folgt vier Tage später. Erste Athleten im olympischen Bergdorf Whistler sind am 6. Februar die Rodler, Mitfavoriten in allen drei Disziplinen.

Letztes Ticket für Stechert

Am Wochenende hatte die alpine Rennläuferin Gina Stechert (Oberstdorf) das letzte deutsche Olympia-Ticket durch Platz neun in der Super-Kombination von St. Moritz gelöst. Damit umfasst das Team in 15 Sportarten (86 Entscheidungen) 58 Frauen und 95 Männer. Bei dem 4,8 Millionen Euro teuren deutschen Projekt Vancouver ist die Mehrzahl der Sportler (80) in Whistler untergebracht (47 Männer/33 Frauen), in Vancouver sind es 73 (48/25). Begleitet werden die Athleten von 162 Betreuern.

Die Mannschaftsleitung mit dem Chef de Mission Bernhard Schwank sowie seinen Stellvertretern Ulf Tippelt und Wolfgang Kindinger ist bereits seit 28. Januar vor Ort. Mit den Eisschnellläufern fliegt am Donnerstag auch Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Am Sonntag fliegt das 14-köpfige Münchner Bewerberteam für die Winterspiele 2018 mit Chef Willy Bogner.

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