Olympia

Ovtcharov: Botschafter-Rolle kritisch

SID
Ovtcharov sieht die Euopean Games auf einem Niveau mit der Tischtennis-EM
© getty

Tischtennis-Europameister Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) würde seine Rolle als Botschafter der Europaspiele in Baku angesichts der vielfach kritisierten Menschenrechtslage im Gastgeberland Aserbaidschan aus heutiger Sicht überdenken.

"Es ist wie im Tischtennisspiel: Manchmal würde ich vielleicht ein, zwei Züge im Nachhinein anders machen", sagte der Olympia-Dritte am Eröffnungstag des neuen Multispoort-Events.

Allerdings schränkte der 26-Jährige ein, dass sich in den vergangenen Jahren in Aserbaidschan "viel getan" habe. Ferner lobte Ovtcharov das Event als "gute Idee", weil es auf allen anderen Erdteilen bereits Kontinentalspiele gebe. Für ihn selbst stehe angesichts des dichten Spielplans auch in Baku "der Sport klar im Vordergrund".

Rekordeuropameister Timo Boll (Düsseldorf) räumte ein, die Diskussionen um Aserbaidschan "nur am Rande mitbekommen zu haben".

"Etwa auf dem Niveau einer Europameisterschaft"

Dass er sich mit einem Sieg im Einzel die direkte Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro sichern könnte, würde ihn "früh absichern". Allerdings ist Boll "überzeugt, das Ticket spätestens bei der Europa-Qualifikation Anfang 2016" perfekt zu machen.

Den Stellenwert der Veranstaltung ordnete der 34-Jährige wegen der hohen Leistungsdichte im Wettbewerb "etwa auf dem Niveau einer Europameisterschaft" ein.

"In den anderen Sportarten ist teilweise nur die B-Riege anwesend", wies er auf die sportliche Achillesferse der Veranstaltung hin, bei der die olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen ohne Top-Athleten ausgetragen werden.

6000 Athleten in Baku

Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf ist vom Reiz des Tischtennis-Wettbewerbs überzeugt: "Jeder von den Jungs will derjenige sein, der die erste Goldmedaille bei Europaspielen gewinnt."

Am Samstag beginnen in Baku die Mannschaftswettbewerbe im Tischtennis. Auftaktgegner der deutschen Herren ist Spanien, die Damen starten gegen Ungarn in den Wettbewerb. Die Finals finden am Montag statt, ehe am Dienstag die Einzelwettbewerbe beginnen (Endspiele am 19. Juni/Freitag).

Die Europaspiele mit rund 6000 Athleten und 253 Medaillenentscheidungen dauern bis zum 28. Juni.

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