Dienstag, 09.12.2014

Agenda 2020 lässt Phantasie blühen

Bach begrüßt Ideen-Vielfalt

Hamburg trägt Basketball in Kiel oder Bremen aus, Berlin lässt Volleyball im polnischen Stettin spielen: Die vom IOCeinstimmig beschlossene Agenda 2020 lässt rund um mögliche deutsche Olympia-Bewerbungen wilde Blüten treiben. IOC-Präsident Thomas Bach hat nichts dagegen.

Thomas Bach zeigt sich erfreut über die Ideen-Vielfalt für Olympia
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Thomas Bach zeigt sich erfreut über die Ideen-Vielfalt für Olympia

"Ja, ich finde das sehr positiv, weil es das Ziel der Agenda 2020 ist", sagte Bach dem "SID" in Monaco zu den möglichen Ausgliederungen von Wettkämpfen aus den Gastgeber-Städten. "Wir wollen mit der Flexibilität, die wir hier gezeigt haben, die Vielfalt anregen."

Olympia muss nicht mehr nur an einem Ort stattfinden. Wenn bestehende Anlagen im Umland oder auch in einem Nachbarland nutzbar sind, dann: bitte schön! Bach will das forcieren, um Kosten zu senken, damit sein Olympia endlich wegkommt vom negativen Image des Gigantismus.

Der DOSB folgt seinem früheren Vorsitzenden. "Das ist für uns gar keine Frage mehr", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in Monaco. Mit Blick auf die Agenda sagte er: "Manche Sportart wird sich wundern, was in diesem Paket enthalten ist."

IOC-Mitglieder befürchten erhöhte Reisekosten

Für den Fall einer Berliner Bewerbung brachte sich bereits die polnische Hafenstadt Stettin ins Gespräch. "Vorrundenspiele im Handball, Volleyball oder Basketball könnten bei uns ausgetragen werden", sagte der stellvertretende Stadtpräsident Krzysztof Soska. Für Hamburg waren schon Kiel, Bremen oder Lübeck als mögliche Austragungsorte für Ballsportarten im Gespräch.

Das könnte aber auch bedeuten, dass die Olympischen Spiele die Einheit von Zeit und Ort aufs Spiel setzen, die das Alleinstellungsmerkmal dieser Veranstaltung ausmacht. Viele IOC-Mitglieder befürchten zudem erhöhte Reisekosten und trennten sich in der Abstimmung nur ungern von der Tradition. IOC-Vize John Coates (Australien) brachte es auf den Punkt: "Jeder Sportler muss ein Bett im Olympischen Dorf haben."

Der DOSB entscheidet im März, ob man sich mit Berlin oder Hamburg um die Sommerspiele 2024 bewirbt. Nach Einschätzung Bachs liefere der klare Zuspruch für die Agenda im IOC auch in Deutschland gute Argumente pro Olympia. Er hoffe, dass die Botschaft von Monaco "auch in Deutschland" gehört werde.

Ausrichterstädte 2018 und 2020 bereits betroffen

Seinen Triumph im IOC wollte der Fecht-Weltmeister von 1976 nicht als sporthistorisches Ereignis einordnen: "Das ist nicht meine Aufgabe, das zu beurteilen."

Ebenfalls schon betroffen von der neuen Agenda sind die Ausrichter-Städte für die Spiele 2018 und 2020, Pyeongchang (Südkorea) und Tokio (Japan). Das finanziell angeschlagene Pyeongchang soll nach Überlegungen des IOC in vier Jahren die Bob- und Rodelanlage von Nagana/Japan nutzen. Das erspart den teuren Neubau.

Die größten Athleten der olympischen Spiele
18 Mal Gold: Michael Phelps ist der König des Wassers
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Die gesamte Olympia-Ausbeute von Michael Phelps: 18 Mal Gold, zwei Mal Silber, zwei Mal Bronze - absolut unerreicht!
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Der US-Amerikaner Alfred Adolf "Al" Oerter Jr. gewann insgesamt viermal olympisches Gold - zum ersten Mal 1956 in Melbourne
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"The flying dutchmam" Fanny Blankers-Koen gewann ebenfalls viermal Gold. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Olympionikinnen aller Zeiten
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Bob Beamon gelang bereits 1968 der "Sprung ins 21. Jahrhundert". Sein Weltrekord von 8,90 Metern hielt 23 Jahre
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Sie ist die erfolgreichste deutsche Olympionikin: Birgit Fischer. Die Kanutin gewann insgesamt acht Goldmedaillen
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Mit zarten 14 Jahren holte Nadia Comaneci die Bestnote und damit Gold am Stufenbarren - ihr Leben ist mittlerweile sogar verfilmt
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122 Mal in Folge ungeschlagen beim 400-Meter-Hürdenlauf zwischen 1977 und 1987: der US-Amerikaner Edwin Moses.
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Florence Griffith-Joyner sprintete 1988 in Weltrekordzeit zum Olympiasieg über 100 Meter. Die Dominatorin starb 1998 im Alter von 38 Jahren
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Jenny Thompson konnte nie eine Einzel-Goldmedaille gewinnen. Mit der Staffel holte sie insgesamt acht Goldene
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Der vielleicht schnellste Mann der Welt: Michael Johnson lief über 400 Meter Weltklassezeiten wie am Fließband und holte fünfmal olympisches Gold
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Fünfmal Gold in fünf aufeinander folgenden Olympischen Spielen: Ruderer Sir Steve Redgrave
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Der Volksheld der Tschechoslowakei: Langstreckenläufer Emil Zatopek holte 1952 in Helsinki dreimal Gold. Er zum "Athleten des Jahrhunderts" gewählt
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Tokio könnte von der Flexibilität des Sportprogramms profitieren und hofft auf die Aufnahme der in Japan populären Sportarten Softball und Baseball.

"Wir werden nach dieser Session die Diskussionen mit den Organisationskomitees von Pyeongchang und Tokio starten. Wir werden ausloten, welche Möglichkeiten die Agenda 2020 diesen Städten bietet", sagte Bach.

Pound fordert Neustart des Bewerberverfahren

Nicht mehr anzuwenden sind laut Bach die neuen Regeln auf das Bewerberverfahren um die Olympischen Winterspiele 2022.

Der Kanadier Richard Pound forderte zum Abschluss der 127. IOC-Session am Dienstagmittag den Neustart des Bewerberverfahrens, weil nur die zwei verbliebenen Städte Almaty (Kasachstan) und Peking (China) von den Neuerungen profitierten, die zuvor ausgeschiedenen Städte aber nicht.

Pound, Gründungspräsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), öffnete damit eigentlich geschickt die Tür für den IOC, das blamabel verlaufene Bewerbungsverfahren mit dem frühen Ausstiegen von München, Graubünden (Schweiz), Stockholm (Schweiz), Oslo (Norwegen), Lwiw (Ukraine) und Krakau (Polen) neu zu starten. Doch Bach stieß die Tür sofort zu und wollte offenbar so auch jedem Anfangsverdacht von Mauschelei zuvorkommen.


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