Wüst und co. erwägen EM-Boykott

SID
Dienstag, 09.12.2014 | 14:29 Uhr
Ireen Wüst hat kein gutes Gefühl dabei, ihren Titel in Russland zu verteidigen
© getty
Advertisement
KHL
Live
ZSKA Moskau -
Kasan (Spiel 4)
European Challenge Cup
Live
Gloucester -
Newcastle
NBA
Cavaliers @ Pacers (Spiel 3)
Fed Cup Women National_team
Deutschland -
Tschechien: Tag 1
European Challenge Cup
Cardiff -
Pau
Fed Cup Women National_team
Frankreich -
USA: Tag 1
European Rugby Champions Cup
Leinster -
Scarlets
NBA
76ers @ Heat (Spiel 4)
NHL
Devils @ Lightning (Spiel 5)
Matchroom Boxing
Amir Khan vs Phil Lo Greco
NHL
Maple Leafs @ Bruins (Spiel 5)
Fed Cup Women National_team
Deutschland -
Tschechien: Tag 2
Liga ACB
Real Betis -
Gran Canaria
Fed Cup Women National_team
Frankreich -
USA: Tag 2
BSL
Darüssafaka -
Banvit
KHL
Kasan -
ZSKA Moskau (Spiel 5)
European Rugby Champions Cup
Racing 92 -
Munster
Liga ACB
Valencia -
Malaga
NBA
Celtics @ Bucks (Spiel 4)
NBA
Warriors @ Spurs (Spiel 4)
Porsche Tennis Grand Prix Women Single
WTA Stuttgart: Turkish Airlines Tiebreak Event
NBA
Thunder @ Jazz (Spiel 4)
Porsche Tennis Grand Prix Women Single
WTA Stuttgart: Tag 2
KHL
Kasan -
ZSKA Moskau (Spiel 6, falls nötig)
Porsche Tennis Grand Prix Women Single
WTA Stuttgart: Tag 3
Porsche Tennis Grand Prix Women Single
WTA Stuttgart: Tag 4
Istanbul Cup Women Single
WTA Istanbul: Tag 4
KHL
Kasan -
ZSKA Moskau (Spiel 7, falls nötig)
Premier League Darts
Premier League: Manchester
Istanbul Cup Women Single
WTA Istanbul: Viertelfinale
Porsche Tennis Grand Prix Women Single
WTA Stuttgart: Viertelfinale
Premiership
Leicester -
Newcastle
World Rugby Sevens Series
Singapur: Tag 1
BSL
Besiktas -
Karsiyaka
Istanbul Cup Women Single
WTA Istanbul: Halbfinale
Porsche Tennis Grand Prix Women Single
WTA Stuttgart: Halbfinale
HBO Boxing
Daniel Jacobs -
Maciej Sulecki
World Rugby Sevens Series
Singapur: Tag 2
Liga ACB
Saski Baskonia -
Murcia
Porsche Tennis Grand Prix Women Single
WTA Stuttgart: Finale
Premiership
London Irish -
Saracens
Istanbul Cup Women Single
WTA Istanbul: Finale
Liga ACB
Estudiantes -
Real Madrid
ECM Prague Open Women Single
WTA Prag: Tag 3
ECM Prague Open Women Single
WTA Prag: Viertelfinale
Grand Prix de SAR La Princesse Lalla Meryem Women Single
WTA Rabat: Viertelfinale
Premier League Darts
Premier League: Birmingham

Die Stimmung ist angespannt, die Rufe nach einem Boykott werden immer lauter. "Vom Gefühl her ist es nicht richtig, meinen EM-Titel in Russland zu verteidigen", sagte Ireen Wüst, die erfolgreichste Eisschnellläuferin der vergangenen Jahre: "Darum schließe ich auch nichts aus."

Was sich da in den Niederlanden zusammenbraut, könnte einen ersten Vorgeschmack geben auf eine neue Eiszeit, die dem Weltsport bevorsteht. Der Eisschnelllauf könnte im Januar jedenfalls einen Stein ins Rollen bringen. In den Niederlanden, der mit Abstand größten und wichtigsten Nation im weltweiten Eisschnelllauf, ziehen immer mehr Sportler und Trainer einen Boykott der EM in Tscheljabinsk (10. und 11. Januar) in Erwägung.

Noch im Februar hatten die Oranje-Stars bei der russischen Olympia-Show in Sotschi acht Gold-, sieben Silber- und acht Bronzemedaillen abgeräumt - und damit mehr Edelmetall als das komplette deutsche Olympiateam.

Mittlerweile steht wohl kaum ein Land außer der Ukraine Russland in der weltpolitischen Krise unversöhnlicher gegenüber als die Niederlande.

"Politisch stimmt in dem Land viel nicht"

Von den 298 Todesopfern, die der weltweit geächtete Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 über der Ukraine gefordert hat, stammten 192 aus den Niederlanden.

"Politisch gesehen stimmt in dem Land natürlich nicht viel", sagt Wüst, "und ich denke auch, dass viele Niederländer jemanden kennen, der von der Flugzeugkatastrophe der MH 17 betroffen ist."

Ohne niederländische Stars wäre die EM am Ural eine Veranstaltung zweiter Klasse. Wüst, Doppel-Olympiasiegerin von Sotschi, hat die letzten beiden EM-Mehrkämpfe für sich entschieden. Bei den Männern ist die Oranje-Dominanz in der Königsdisziplin Mehrkampf noch viel erdrückender. 22 der letzten 26 Europameister sind Niederländer.

Boykotte für Weltverbände ein rotes Tuch

Unumstrittener Superstar unter ihnen ist Sven Kramer, und auch der sechsmalige Europameister lehnt den EM-Austragungsort ab.

"Ich bestimme nicht, wo Wettkämpfe ausgetragen werden. Das macht die ISU. Aber ich finde, dass die ISU das Problem um die EM lösen muss." Der Status quo mache für ihn eine Teilnahme "unglaublich schwierig", sagte Kramer der Tageszeitung "De Telegraaf".

Boykotte gegen das sportpolitisch ungemein mächtige Russland sind für die Weltverbände und auch das IOC ein rotes Tuch. Daran haben auch die jüngsten Enthüllungen über ein staatliche gestütztes Dopingsystem in dem Riesenreich (noch) nichts geändert.

Auch Leenstra sieht Russland-Start kritisch

Jan Dijkema, niederländischer Vizepräsident des Eislauf-Weltverbandes ISU, bediente sich deshalb wenig überraschend ungeachtet der explosiven Stimmung in seiner Heimat eines Totschlagarguments, das Sportfürsten in aller Welt gerne benutzen, um ihre vor allem finanziell wertvollen Großveranstaltungen zu schützen.

"Es ist vernünftig, Sport und Politik auseinanderzuhalten", sagte Dijkema. Er sehe "keinen einzigen Grund, die Europameisterschaft zu verlegen."

Die Kritik in den Niederlanden konnte diese Aussage allerdings nicht eindämmen, im Gegenteil. Auch Team-Olympiasiegerin Marrit Leenstra hatte bereits bekundet, einem Russland-Start kritisch gegenüber zu stehen. Ihr Trainer Jan van Veen hat sich bereits definitiv entschlossen, keinen Fuß auf russischen Boden zu setzen.

"Sport und Politik haben nichts miteinander zu tun? Mit Blick auf Russland habe ich einen anderen Eindruck", sagte der Coach, der auch Titelverteidiger Jan Blockhuijsen und Allround-Weltmeister Koen Verweij betreut.

Freie Wahl für die Sportler

Van Veen stört sich an dem Umgang der möglicherweise verantwortlichen Russen mit der Katastrophe der MH 17 und an der "aggressiven" Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt. Für seine Sportler hat er schon andere Betreuer gefunden.

Der niederländische Eissportverband KNSB, der bis zu sechs EM-Startplätze hat, will Sportlern und Trainern die freie Wahl lassen, der EM ferzubleiben oder beizuwohnen.

"Das respektieren wir. Ich bin glücklich mit dem Signal aus der Eisschnelllaufwelt", sagte KNSB-Sportdirektor Arie Koops.

Im kommenden Jahr finden in Russland unter anderem die Weltmeisterschaften der Fechter und der Schwimmer statt.

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung