Mittwoch, 06.08.2008

Olympische Flamme erreicht Peking

Protestaktion überschattet Fackellauf

Peking - Strenge Sicherheitsvorkehrungen und ein waghalsiger Protest von ausländischen Tibet-Aktivisten haben am Mittwoch die letzte Etappe des olympischen Fackellaufes in Peking überschattet.

Olympia, China, Peking, Fackellauf
© DPA

Zwei Stunden nachdem vier britische und amerikanische Aktivisten an hohen Masten nahe des Olympia-Geländes zwei Spruchbänder mit der Forderung nach Freiheit für Tibet aufgehängt hatten, begann am Eingang zum Kaiserpalast im Zentrum Pekings die Schlussetappe des olympischen Feuers durch die chinesische Hauptstadt.

Der Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) war weiträumig abgeriegelt. Das Publikum dort bestand größtenteils aus vorher ausgewählten Bürgern.

Qi übergibt die Fackel

Der Präsident des Pekinger Organisationskomitees, Liu Qi, übergab die Fackel am kaiserlich roten "Mittagstor" der "Verbotenen Stadt" zunächst an den ersten chinesischen Astronauten Yang Liwei. Unter den ersten Trägern war auch NBA-Basketballstar Yao Ming.

Er ist damit wohl aus dem Rennen für die Wahl des letzten Fackelläufers, der am Freitag im Nationalstadion das olympische Feuer entfachen wird.

Da der populäre chinesische Hürdenläufer Liu Xiang zum Auftakt des Fackellaufes auch bereits am Zuge war, rätselten Olympia-Fans nun, wer als letzter bei der Eröffnungsfeier das Feuer tragen darf.

Genaue Selektion

Zum Beginn des Fackellaufes stand auf dem Platz des Himmlischen Friedens nur eine schmale Reihe von jubelnden Zuschauern. Nicht jeder Pekinger durfte so nah an das olympische Feuer. "Unser Chef hat organisiert, dass wir hier sein können", sagte eine Lehrerin.

Gemeinsam mit 20 Kollegen von ihrer Grundschule sei sie gekommen. "Das ist alles so aufregend", erklärte sie in dem Moment, als die Fackel wenige Meter von ihr entfernt vorbei getragen wurde. "Morgen werde ich meinen Schülern davon erzählen."

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Scharfe Kontrollen

Viele Besucher hatten nicht so viel Glück. Ohne Anmeldung kamen sie an den zahlreichen Sicherheitssperren nicht vorbei. "Ich habe das Feuer nicht einmal aus der Ferne gesehen", sagte Lin Yuling. Die Putzfrau war bereits um drei Uhr morgens aufgebrochen, um die Fackel zu sehen.

Die aus der Provinz Anhui stammende Wanderarbeiterin hatte den Tag freibekommen, musste aber resigniert und ohne Erfolg aufgeben. "An den Kontrollen komme ich nicht vorbei."

433 Fackelträger für Peking

Die olympische Flamme wird drei Tage lang durch die Hauptstadt getragen. Unter den 433 Fackelträgern am Mittwoch war auch der China-Chef des deutschen Volkswagen-Konzerns, Winfried Vahland. Der größte europäische Autokonzern und Marktführer in China ist einer der Hauptsponsoren der Spiele.

Auch der bekannte Filmregisseur und Direktor der Eröffnungszeremonie, Zhang Yimou, stand auf der Läuferliste für die 16,4 Kilometer lange Strecke am Mittwoch bis zum Himmelstempel. Bis Freitag nehmen in Peking 841 Läufer teil.

Neben dem Fackellauf durch Tibet und die Nordwestregion Xinjiang, die zu Unruheregionen Chinas gehören, dürfte die letzte Etappe in Peking zu den heikelsten Abschnitten auf chinesischem Territorium gehören.

Chinas Angst vor medienwirksamen Aktionen

Chinas Sicherheitskräfte befürchten, dass Demonstranten in der Hauptstadt versuchen könnten, die hohe Aufmerksamkeit der Welt für medienwirksame Aktionen zu nutzen. Für die Olympischen Spiele sind schon tausende ausländische Journalisten angereist.

Die Fackel wurde auch in Peking ständig von einer Truppe speziell ausgebildeter Sicherheitskräfte begleitet, die mitunter Fotografen aus dem Weg schubsten, um den Weg für die Läufer freizumachen.

Der Fackellauf war auf dem internationalen Teil in London und Paris wegen schwerer Proteste gegen die Pekinger Tibet- und Menschenrechtspolitik zu einem Spießrutenlauf mutiert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) plant deshalb die Abschaffung des internationalen olympischen Fackellaufs.


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