Wintersport

Bei Wellinger geht nichts mehr: DSV-Adler mit müden Flügeln

SID
DSV-Adler mit müden Flügeln.
© getty

Die deutschen Skispringer um einen schwachen Olympiasieger Andreas Wellinger sind beim Teamfliegen in Vikersund chancenlos. Norwegen feiert den überlegensten Sieg der Fluggeschichte.

Andreas Wellinger schlich müde davon, beim Goldjungen von Pyeongchang geht am Ende einer langen Saison nichts mehr: Auch wegen eines Patzers des Olympiasiegers sind die deutschen Skispringer beim Teamfliegen in Vikersund klar am Podest vorbeigesegelt.

Beim überlegensten Skiflug-Sieg der Geschichte durch Norwegen reichte es für flügellahme DSV-Adler nur zu Platz vier mit einem Riesenrückstand.

"Eigentlich dürfte es keine Kraftsache sein, ich fühle mich brutal fit", sagte der ratlose Wellinger in der ARD, der auf dem norwegischen Monsterbakken in beiden Durchgängen jeweils 60 m auf die Besten einbüßte. Da nur der deutsche Rekordhalter Markus Eisenbichler die Erwartungen erfüllte, fällte Bundestrainer Werner Schuster ein vernichtendes Urteil.

"Wir haben ziemliche Defizite"

"Wir haben ziemliche Defizite", sagte der Österreicher: "Wenn Severin Freund, unser bester Skiflieger, verletzt zuhause ist und dann Andreas Wellinger und Richard Freitag auch nicht ihr Bestes zeigen, dann kriegen wir hier eben eine Riesenpackung." Umgerechnet 70 m lag das deutsche Quartett hinter Platz drei zurück.

Weltmeister Norwegen, für den Robert Johansson mit 240,5 m den weitesten Flug des Tages erzielte, lag mit 1567,3 Punkten und einem Riesenvorsprung von ungerechnet 221 m (!) vor Polen (1301,7) und Slowenien (1284,0) - nach den ersten sieben Sprüngen hatten die Norweger deutlich mehr Punkte als sämtliche andere Teams mit acht. Deutschland kam auf 1200,0 Zähler.

"Das ärgert mich richtig"

Wellinger (Ruhpolding) erreichte als erster deutscher Springer nur 178,5 und 172,0 m, verlor dabei jeweils rund 60 m auf die besten Flieger seiner Gruppe. Karl Geiger (Oberstdorf) mit einem noch schwächeren ersten Durchgang von 164,5 m sowie 195,5 m enttäuschte ebenfalls. "Das ärgert mich richtig, zumal ich damit das Team runterreiße", sagte der Allgäuer.

Eisenbichler (Siegsdorf) mit starken 237,5 sowie 225,5 m und der Flug-WM-Dritte Richard Freitag mit bei sehr schlechten Windbedingungen noch ordentlichen 184,5 sowie 215,5 m sorgten immerhin noch für Schadensbegrenzung.

Der im Vorjahr an gleicher Stelle erzielte Weltrekord des Österreichers Stefan Kraft (253,5) geriet nicht in Gefahr. Der deutsche Rekord von Eisenbichler (248,0/Planica 2017) blieb ebenfalls unangetastet.

In der Gesamtwertung der Raw-Air-Serie büßte der Pole Kamil Stoch etwas an Vorsprung ein, führt im Kampf um die 60.000 Euro Siegprämie aber noch deutlich. Am Sonntag steht in Vikersund zum Raw-Air-Abschluss ein Einzelfliegen an, für das fünf deutsche Springer qualifiziert sind.

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