Freitag, 29.01.2016

Wendl/Arlt erste Sprint-Weltmeister

Rodlerinnen verpassen WM-Titel

Die deutschen Rodlerinnen haben zum Auftakt der Heim-Weltmeisterschaften den WM-Titel im neuen Sprintwettbewerb verpasst und damit für die erste große Überraschung am Königssee gesorgt. Die Männer um den siegreichen Felix Loch (Berchtesgaden) wurden den hohen Erwartungen dagegen mit einem Dreifach-Erfolg vollauf gerecht. Bei den Doppelsitzern holten Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) den ersten Weltmeistertitel im Sprint.

Tobias Wendl und Tobias Arlt gewannen den Auftakt der Heim-Weltmeisterschaften
© getty
Tobias Wendl und Tobias Arlt gewannen den Auftakt der Heim-Weltmeisterschaften

Der Sieg der Schweizerin Martina Kocher vor Olympiasiegerin Natalie Geisenberger (Miesbach) und Dajana Eitberger (Ilmenau) war jedoch eine kleine Sensation. Tatjana Hüfner (Friedrichroda) wurde nur Fünfte vor Julia Taubitz (Oberwiesenthal). "Martina ist seit gefühlt 200 Jahren dabei, war immer nah dran und nie ganz oben", sagte Geisenberger, die in der Eisrinne nicht fehlerfrei geblieben war: "Ich gönne es ihr."

Bei den Männern hatte Olympiasieger Loch am Ende mehr als zwei Zehntel Vorsprung auf Andi Langenhan (Zella-Mehlis). "Ich wusste, dass es passt, es war wirklich ein guter Lauf", sagte Loch: "Es ist geil, wenn man hier zu Hause runterfährt und alle schreien." Ralf Palik (Oberwiesenthal) komplettierte als Dritter das deutsche Podest, Johannes Ludwig (Oberhof) wurde Sechster.

Wendl/Arlt verwiesen im Doppel Peter Penz/Georg Fischler aus Österreich und Christian Oberstolz/Patrick Gruber aus Italien auf die Plätze zwei und drei. Die Disqualifikation der Hauptkonkurrenten Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) verhinderte indes einen deutschen Doppelsieg zum Auftakt.

Die Thüringer hatten zunächst Rang zwei belegt, wurden nachträglich jedoch wegen eines um 200 Gramm zu schweren Schlittens aus der Wertung genommen. "Wir haben im Sommer auf diesen Höhepunkt hintrainiert und anscheinend alles richtig gemacht", sagte Wendl.

Der nicht-olympische Sprint wird im Rodel-Weltcup seit der vergangenen Saison ausgefahren, am Königssee geht es erstmals auch um WM-Medaillen. Die Entscheidung fällt dabei in nur einem Lauf, die Zeitmessung beginnt mit fliegendem Start etwa 100 Meter nach der Startrampe. Die klassischen Rennen der Doppelsitzer, Frauen (jeweils Samstag) und Männer (Sonntag) folgen am Wochenende. Abgeschlossen wird die WM am Sonntagnachmittag mit der Teamstaffel.


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