Dienstag, 03.01.2012

Vierschanzentournee in Innsbruck

Mechler Zweiter in der Qualifikation

Maximilian Mechler ist an seinem 28. Geburtstag sensationell auf Platz zwei in der Qualifikation für Innsbruck geflogen und hat dabei sogar Gregor Schlierenzauer auf seinem Weg zum Grand Slam geschlagen. Mit der Bestweite von 126,5 Metern schockte der über Jahre abgetauchte Mechler die Weltelite und krönte den starken Auftritt der deutschen Flieger in der Generalprobe für das dritte Springen der 60. Vierschanzentournee am Mittwoch. Auch Severin Freund lag als Dritter vor Überflieger Schlierenzauer.

Maximilian Mechler landete in der Qualifikation in Innsbruck auf Rang zwei
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Maximilian Mechler landete in der Qualifikation in Innsbruck auf Rang zwei

"Der Sprung hat schon immer in mir geschlummert, jetzt habe ich ihn am Geburtstag rausgeholt. Und beim Springen will ich das wiederholen", sagte Mechler grinsend und nahm in der Box des Spitzenreiters genüsslich die Glückwünsche der Konkurrenz an: "Es ist ewig her, dass ich hier gestanden bin. Und mit meiner niedrigen Startnummer mussten mir einige gratulieren."

Mit 125,5 Punkten lag der in der Tournee-Gesamtwertung auf Platz 34 liegende Mechler knapp hinter Qualifikationssieger Kamil Stoch (Polen/127,1). Aber vor dem eigentlichen deutschen Hoffnungsträger Freund (122,9) und Schlierenzauer (121,9).

Danach ließ sich zumindest der Tournee-Gesamtfünfte Freund zu einer kleinen Kampfansage gegen Schlierenzauer hinreißen, der die beiden Auftaktspringen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen gewonnen hatte: "Nur weil er nervös ist, brauchen wir nicht nervös zu sein."

Schlierenzauer hat die Chance als zweiter Skispringer nach Sven Hannawald alle vier Springen beim Skisprung-Grand-Slam zu gewinnen und damit eine Million Schweizer Franken zu kassieren. In Innsbruck machte allerdings am Trainingstag auch der Tournee-Gesamtzweite Andreas Kofler (Österreich) eine bessere Figur, der nach zwei Trainingsbestweiten bis auf 131 Meter auf die Qualifikation verzichtete: "Ich spare Energie für das Springen."

"Deutliches Lebenszeichen der Mannschaft"

Dort wollen den dominanten Austria-Fliegern auch die nach dem insgesamt nicht überzeugenden Auftritten in der Heimat wiedererstarkten deutschen Skispringer das Leben schwer machen. "Das war ein deutliches Lebenszeichen von der Mannschaft. Sie haben gezeigt: Wir sind wieder da", kommentierte Bundestrainer Werner Schuster.

Besonders lobte er Mechler: "Das hat er wirklich gut gemacht. Er hat den Körper eines absoluten Weltklassespringers, nur bringt er die Sprünge zu selten zusammen. Diesmal ist es ihm allerdings perfekt gelungen."

Mechler war vor über acht Jahren, am 6. Dezember 2003 in Trondheim, schon einmal aufs Weltcup-Podest gesprungen. Danach stürzte er aber leistungsmäßig ab, flog aus dem Nationalkader und kämpfte in den letzten Jahren teilweise auf eigene Rechnung um die Rückkehr in die Weltspitze.

Nur Wank scheitert

Den guten deutschen Auftritt in Innsbruck komplettierten Michael Neumayer als Elfter, der im Training wieder überzeugende Richard Freitag auf Position 21 und Stephan Hocke als 26. Nur der Team-Olympiazweite Andreas Wank verpasste als 51. den Sprung in den Wettbewerb.

Den kann sich der bei Tournee-Halbzeit wegen schwacher Leistungen aus dem deutschen Team geflogene Martin Schmitt am Fernseher anschauen. Mit Maximilan Mechler als Geheimtipp für den ersten deutschen Tournee-Podestplatz seit Schmitt vor drei Jahren in Innsbruck.

Die Skisprung-Saison im Überblick

Die besten Skispringer aller Zeiten
Der deutsche Helmut Recknagel (l.) holte in den 50er Jahren ein Mal Gold bei den Olympischen Spielen, zwei Mal Gold bei der WM und gewann drei Mal die Vierschanzentournee
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Anton Innauer: 2 Weltcupsiege. Er war der erste Skispringer der Geschichte, der für einen perfekten Sprung 1976 in Oberstdorf von den Sprungrichtern fünfmal die Note 20 erhielt
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Der Norweger Björn Wirkola (r.) räumte in den 60er Jahren kräftig ab und sicherte sich drei Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee
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Der Schwede Jan Boklöv (r.) ist Erfinder des V-Stils: 5 Weltcupsiege
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Der Matti Nykänen aus Finnland gewann vier Mal die Vierschanzentournee (zwischen 1982 und 1988) und holte 46 Weltcupsiege
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Toni Nieminen war der Erste, der einen Sprung über 200 Meter erfolgreich landen konnte. Außerdem: Vierschanzentournee-Sieger 1991/1992
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Der Österreicher Andreas Goldberger fuhr 20 Weltcupsiege ein und gewann zwei Mal die Vierschanzentournee (92/93, 94/95)
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Kazuyoshi Funaki aus Japan war für seine extreme Vorlage bekannt. 15 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 1997/1998
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Der Finne Janne Ahonen mit beeindruckender Bilanz: 36 Weltcupsiege und fünf Mal die Vierschanzentournee gewonnen (zwischen 98/99 und 2007/2008)
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33 Weltcupsiege und vier Mal die Vierschanzentournee gewonnen: Der Deutsche Jens Weißflog weiß, wie man sich entspannt
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... Martin Schmitt. Er konnte 28 Weltcupsiege holen und ist noch aktiv im Skisprung
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Der vierte Deutsche, Sven Hannawald: 18 Weltcupsiege, Vierschanzentournee-Sieger 2001/2002 (Als bislang einziger Springer alle Einzelspringen gewonnen)
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Der jüngste Skiflugweltmeister aller Zeiten: Gregor Schlierenzauer. Außerdem gewann er noch ein Mal den Gesamtweltcup
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