Disqualifikation bei Berührung der Bahnbegrenzung bleibt

ISU hält an Dr. Bibber-Regel fest

SID
Freitag, 12.11.2010 | 13:29 Uhr
Sven Kramer führt die Phalanx im Kampf gegen die Dr. Bibber-Regel an
© Getty
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Kurz vor dem Weltcupauftakt der Eisschnellläufer hält die ISU an der umstrittenen "Dr. Bibber"-Regel fest. Läufern, die über die Bahnbegrenzung laufen, droht die Disqualifikation.

Die technische Kommission des Eislaufweltverbandes ISU hält an der umstrittenen "Dr. Bibber"-Regel fest. Einen Tag vor dem Weltcupauftakt im niederländischen Heerenveen erklärte der Kommissionsvorsitzende Tron Espeli (Norwegen), dass die ISU die Argumente der Eisschnellläufer sehr ernst nehme. "Es ist jedoch unmöglich, diese Regel vor Freitag zurückzunehmen. Wir werden sie aber großzügig auslegen", versprach Espeli.

Zuvor hatten die Olympiasieger Sven Kramer, Mark Tuitert (beide Niederlande), Christine Nesbitt (Kanada), Martina Sablikova (Tschechien) und der 5000-m-Olympiadritte Iwan Skobrew (Russland) dem Norweger eine Liste mit 120 Athletenunterschriften übergeben und ein Krisengespräch mit ISU-Funktionären geführt.

Disqualifikation nur bei doppelter Bestätigung

Die Eisschnellläufer wehren sich gegen die so genannte "Dr. Bibber"-Regel, die ihnen auf der Zielgeraden das Überlaufen der Bahnbegrenzung mit einer Schlittschuhkufenlänge verbietet. Wer erwischt wird, muss mit einer sofortigen Disqualifikation rechnen. Der ISU-Kongress hatte diese Maßnahme auf seinem Kongress im Juni dieses Jahres in Barcelona beschlossen.

"Wir haben beschlossen, dass eine Disqualifikation nur ausgesprochen wird, wenn zwei Linienrichter unabhängig voneinander den Verstoß bestätigen. Nach dem Weltcup in Heerenveen werden wir unsere Erfahrungen auswerten", sagte Espeli dem niederländischen TV-Sender "NOS".

5000-m-Olympiasieger Sven Kramer, der nicht am Weltcup teilnimmt, sagte als einer der Athletensprecher, dass die Protestaktionen erst aufhörten, wenn die ISU die Regel aussetzen würden. "Wir geben der ISU eine Chance. Wenn sie nicht nachgibt, dann gehört ein Streik zu den letzten Mitteln", meinte Kramer.

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