Nach Gregor Schlierzenauers Sturz

Innauer beklagt skandalöse Zustände bei Fliegern

SID
Freitag, 11.12.2009 | 13:56 Uhr
Toni Innauer holte 1980 in Lake Placid Gold auf der Normalschanze
© Getty
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Der Sportdirektor des Österreichischen Skiverbandes Toni Innauer hat in einem offenen Brief skandalöse Zustände beim Skisprung-Weltcup in Lillehammer angeprangert.

Vorwürfe wegen der bewussten Gesundheitsgefährdung von Sportlern und heftige Attacken gegen Skisprung-Chef Walter Hofer - im Flieger-Lager ist mitten in der Weltcup-Zwangspause ein heftiger Streit ausgebrochen.

In einem offenen Brief an FIS-Präsident Gian-Franco Kasper prangert Toni Innauer die skandalösen Umstände beim Weltcup in Lillehammer an, wo ein von der Jury zu lang gewählter Anlauf den Sturz von Gesamtweltcupsieger Gregor Schlierenzauer mitverschuldet hatte.

Kritik nach Schlierenzauers Sturz

"Die Schwerpunktsetzung und Gewichtung der Juryentscheidungsgrundlagen scheint zunehmend die Gefährdung der Gesundheit einzelner Sportler in Kauf zu nehmen", schrieb der ÖSV-Sportdirektor in seinem Brief an den Chef des Internationalen Skiverbandes FIS.

Schlierenzauer sei wie bereits drei Mal in der vergangenen Saison (Kulm, Vikersund, Vancouver) durch die Weigerung der Jury, den Anlauf zu verkürzen, in akute Verletzungsgefahr gebracht worden. In Lillehammer hatte Schlierenzauer bei der unglaublichen Schanzenrekordweite von 150,5 Metern nur mit Glück und Geschick eine schwere Blessur verhindert.

Innauer beklagt "Fehleinschätzung"

"Technischer Delegierter und Jury haben sich zum wiederholten Mal gegenüber der Leistungsfähigkeit eines Sportlers eine generelle Fehleinschätzung geleistet, die nicht in dieser Häufigkeit vorkommen darf", schreibt Innauer.

Nach dem Springen habe sich nur der Technische Delegierte Sandro Pertile für die Vorkommnisse entschuldigt, der Schuldige ist nach Meinung des Olympiasiegers von 1980 jedoch ein anderer: "Das zu verhindern liegt meines Erachtens im Zuständigkeitsbereich des FIS-Racedirektors Walter Hofer."

Hofer weist Kritik an sich zurück

Hofer räumte ein, dass es Fakt sei, dass Schlierenzauer und auch der spätere Sieger Simon Ammann (146 Meter) in Lillehammer zu weit gesprungen seien. Die Verantwortung dafür liege aber nicht bei ihm.

"Die Jury ist allein für den sportlichen Ablauf zuständig, nicht ich. Ich habe nicht einmal den Juryfunk", sagte Hofer. Das sehen viele Mitglieder der Skisprung-Szene allerdings ganz anders, die Hofer als "Supervisor" bezeichnen.

Hofer: Kommerzielle Interessen kein Grund

Der Skisprung-Chef kündigte an, dass es in nächster Zeit wie nach jedem Springen eine Analyse geben werde. Auch FIS-Chef Kasper will sich vor dem nächsten Weltcup vom 18. bis 20. Dezember in Engelberg äußern. "Aber den in der Jury Beteiligten kommerzielle Interessen zu unterstellen finde ich nicht korrekt", sagte Hofer.

Innauer hatte zuvor angeprangert, dass die Ereignisse durch ein vorauseilendes kommerzielles oder mediales Abhängigkeitsempfinden mitausgelöst worden seien. Zudem habe es den unfairen Versuch gegeben, die Verantwortung auf die Trainer und Sportler abzuwälzen.

Schuster kann Innauers Frust nachvollziehen

Bundestrainer Werner Schuster sieht die Vorfälle differenzierter, kann den Frust von Innauer jedoch als ehemaligen Coach von Schlierenzauer bestens nachvollziehen. "Dieses Springen nach dem Sprung von Ammann fortzusetzen war sehr mutig, eigentlich außerhalb des Regelwerks. Und jeder weiß, dass ein Schlierenzauer Grenzen sprengen kann", sagte Schuster.

Innauer vermutet hinter den Jury-Entscheidungen auch einen Zusammenhang mit den von Hofer forcierten neuen Mathematik-Regeln im Skispringen, die unter anderem wegen der Gegenstimme aus Österreich in dieser Saison nur bei einzelnen Wettbewerben getestet werden

Innauer: "Hier werden Dinge vermischt, um von menschlichem Versagen im gültigen Reglement abzulenken und um sportpolitisches Kleingeld aus einer Situation zu schlagen, die durch Fehlentscheidungen im Wettkampfmanagement provoziert worden war."

Innauer teilt nach Schlierzauers Sturz aus

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