Turnen

Turner brauchen Hambüchen und Glück

SID
Auf Fabian Hambüchen ruhen alle Hoffnungen bei der WM
© getty

Gebangt, gehofft und am Ende ganz viel Glück gehabt: Nur dank einer stabilen Leistung von Fabian Hambüchen und nach einer wahren Zitterpartie haben die deutschen Turner bei den Europameisterschaften in Sofia wenigstens ihr Minimalziel erreicht.

Als Siebte qualifizierten sie sich gerade noch für das Teamfinale am Samstag (13.30 Uhr). Rang eins im Vorkampf ging an Großbritannien vor Russland und der Ukraine.

"Uns ist vieles diesmal sichtlich schwer gefallen. Es waren einfach zu viele Instabilitäten da. Deshalb bin ich froh, dass wir noch einmal eine zweite Chance erhalten haben", sagte Cheftrainer Andreas Hirsch, der die Serie von Fehlern schon gefürchtet hatte: "Wir haben diese Probleme leider zur EM mitgenommen."

Gibt nur volles Risiko

Fast nebenbei sicherte sich der ehemalige Reck-Weltmeister aus Wetzlar an seinem Spezialgerät einen Finalplatz. Eine Sicherheitsübung am "Königsgerät" reichte dem 26-jährigen Hambüchen, um in der Entscheidung am Sonntag (17.10 Uhr) seinen Erzrivalen Epke Zonderland aus den Niederlanden attackieren zu können.

"Als wir an die Ringe gingen, wussten wir schon, dass es eng werden würde", gestand Hambüchen, der seinem Rivalen am Reck ein "heißes Ding" versprach: "Ich habe im Finale die Startnummer eins, da gibt es nur volles Risiko."

Olympiasieger und Weltmeister Zonderland hatte sich schon im Vorkampf risikobereit gezeigt und einen Schwierigkeitsgrad von 7,3 Punkten vorgelegt. Hambüchen hingegen beließ es bei diesmal noch bei 6,6 Zählern und begnügte sich mit einer Sicherheitsübung.

Fehlstart verhindert besseres Ergebnis

Der Olympia-Zweite Marcel Nguyen hingegen setzte am Barren auf Risiko - und verlor. Zu unsauber war die Übung des Stuttgarters, um den Endkampf zu erreichen. Allerdings war der 26-Jährige auch von einer Risswunde an der rechten Hand gehandicapt: "Aber das war nicht ausschlaggebend, ich bin einfach ganz schwer in den Wettkampf gekommen."

Der Wettkampf hatte schon mit einem Fehlstart begonnen. Nguyen landete seinen Roche auf dem Hosenboden, der Hannoveraner Andreas Toba hatte große Standprobleme. Nur auf Hambüchen war Verlass, ihm gelang der Jurtschenko mit zweieinhalb Schrauben nahezu perfekt. Durch den Verzicht auf einen zweiten Sprung nahm er sich allerdings die Option, ins Sprungfinale einzuziehen.

Auch am Barren kamen die deutschen Athleten nicht patzerfrei über das Gerät. Diesmal erwischte es den Chemnitzer Andreas Bretschneider, der beim Handstand unfreiwillig abstieg. Der 24-Jährige war als Ersatz für Hambüchen nominiert worden, den eine Reizung in der rechten Schulter plagt.

Viele Fehler im deutschen Team

Übernervös patzte der Sachse auch am Boden, Teamkollege Sebastian Krimmer leistete sich ebenfalls einen Sturz. Hambüchen war auch hier der solide Punktesammler, am Gerätefinale allerdings turnte er knapp vorbei.

Am Pauschenpferd blieben schwere Fehler zwar aus, dennoch konnte das Quintett von Hirsch an seinem Angstgerät kaum Punkte gutmachen. Selbst Hambüchen hatte Mühe, auf dem "bockigen Pferd" zu bleiben.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Freitag (16.00 Uhr) mit der Mehrkampf-Entscheidung der Junioren fortgesetzt. Dafür hat sich auch der 17 Jahre alte Nils Dunkel aus Erfurt qualifiziert.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung