Sonntag, 22.03.2015

German Open

Solja besser als Ovtcharov und Boll

Im ewigen Kampf gegen die Tischtennis-Großmacht China hat die 21-jährige Petrissa Solja den etablierten Stars Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll gezeigt, wie es geht: Während der Olympiadritte Ovtcharov im Halb- und Rekord-Europameister Boll sogar schon im Viertelfinale wieder einmal an dem Weltranglistenersten Ma Long scheiterten, erreichte Solja nach Siegen gegen zwei Chinesinnen das Finale - das sie dann gegen eine 14-jährige Japanerin verlor.

Mit 2:4 hatte Solja gegen Ito im Finale keine Chance
© getty
Mit 2:4 hatte Solja gegen Ito im Finale keine Chance

"Das waren fast Solja Open", sagte Heike Ahlert, Sport-Vizepräsidentin des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), trotz der 2:4-Endspielniederlage von Linkshänderin Solja gegen die sieben Jahre jüngere Mima Ito. Ahlert war begeistert vom beherzten Auftritt der Doppel-Europameisterin Solja: "Sie hat dem Turnier ihren Stempel aufgedrückt."

Die so Gelobte konnte zwei Wochen nach ihrem ersten DM-Triumph ihren starken Auftritt in Bremen mit dem Titel im U21-Wettbewerb und dem Sieg im Doppel mit Klubkollegin Shan Xiaona kaum einordnen. "Auch wenn ich das letzte Spiel verloren habe, ist alles fast surreal und irre. Ich habe einfach einen tierischen Lauf", sagte die als Nummer 45 der Welt und Qualifikantin an die Weser gekommene Pfälzerin.

Europameister Ovtcharov und der viermalige German-Open-Sieger Boll, der immerhin im Doppel mit seinem Vereinspartner Patrick Franziska siegte, gingen derweil vor der Einzel-WM in Suzhou (26. April bis 3. Mai) unterschiedlich mit ihren Pleiten gegen Ma (im Finale 4:3 gegen Chinas Olympiasieger und Weltmeister Zhang Jike) um.

DTTB stellt Rekordbilanz ein

"Ich war der Erste seit langer Zeit, der ihm Paroli bieten konnte", meinte Ovtcharov nach dem 2:4 mit Blick auf seine zwischenzeitliche 2:0-Führung: "Ich kann gute Lehren für die WM aus diesem Spiel ziehen. Auf jeden Fall fahre ich mit dem Ziel, eine Medaille zu holen, zur WM." Boll war dagegen nach dem 0:4 gegen Ma, mit dessen Hilfe er in Suzhou im Doppel seinen ersten WM-Titel gewinnen will, regelrecht zerknirscht: "Ich war nicht gut genug. Einmal in Fahrt, wurde er immer besser und ich kopfloser."

Und so war es vor allem Petrissa Solja zuzuschreiben, dass der DTTB seine German-Open-Rekordbilanz einstellen konnte: 2009 waren die DTTB-Asse beim Heimspiel in den vier Hauptwettbewerben mit zwei Titeln und einmal Silber ebenso erfolgreich gewesen. Von den weiteren Aktiven des deutschen WM-Aufgebots schaffte es lediglich Vizemeister Ruwen Filus (Fulda) bis ins Viertelfinale gegen Ovtcharov. Für den EM-Dritten Bastian Steger (Bremen) hingegen war schon in der Runde der besten 16 Endstation.

Soljas Finalbezwingerin Ito schrieb durch ihren Titelgewinn mit 14 Jahren und 152 Tagen als jüngste Turniersiegerin World-Tour-Geschichte. Bisher hatte Chinas Ex-Weltmeisterin Guo Yue diesen Rekord seit ihrem Sieg bei den Japan Open 2003 gehalten. Damals war Guo 15 Jahre und 66 Tage alt gewesen.


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