Streit droht zu eskalieren

Fronten zwischen Steffen und DSV verhärtet

SID
Montag, 19.09.2011 | 17:08 Uhr
Britta Steffen konnte bei der WM in Shanghai die Erwartungen nicht erfüllen
© Getty
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Die Fronten zwischen Britta Steffen und dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) sind zwei Monate nach ihrer WM-Flucht aus Shanghai verhärteter als bislang angenommen. Die Doppel-Olympiasiegerin soll einen Vorschlag durch DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow zur Wiedergutmachung für ihre überstürzte Abreise aus China abgelehnt haben. Die 27-Jährige bestreitet jedoch, überhaupt ein konkretes Angebot bekommen zu haben.

"Es gab ein Gespräch zwischen Frau Steffen und Lutz Buschkow. Da ist auch über eine Art Wiedergutmachung gesprochen worden, die hat sie aber von sich gewiesen", sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel dem "SID". Die Anwältin wollte über mögliche Konsequenzen ("Das muss das Präsidium diskutieren") und den genauen Inhalt des Angebots nichts sagen.

Das Management der Sportlerin, die sich zurzeit im Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada befindet, wehrte sich jedoch gegen die Behauptung, die Ausnahmeschwimmerin habe einen Vorschlag abgelehnt.

Sanktionen für Steffen?

Vonseiten des DSV sei "eine Sanktion in Form einer Geldstrafe lediglich mündlich in den Raum gestellt" worden, sagte Steffens Beraterin Claudia Lindner dem "SID". Man sei jedoch gewillt, die Wogen zu glätten. "Wir wollen uns weiterhin mit dem DSV an einen Tisch setzen und eine Lösung finden, mit der beide Seiten leben können."

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die Süddeutsche Zeitung hatten berichtet, Buschkow habe der Weltrekordlerin beim Gespräch in Kienbaum angeboten, der DSV würde das Thema Sanktionen bei einer freiwilligen Geldspende an den Schwimm-Nachwuchs als erledigt betrachten. Zu der gütlichen Einigung, bei der alle Parteien ihr Gesicht hätten wahren können, sei es jedoch nicht gekommen.

Steffen will weitermachen

Nun droht ausgerechnet dem Aushängeschild des DSV eine Wettkampfsperre.

Dabei wollte sich die Berlinerin nach ihrem WM-Debakel mit Platz 16 im Vorlauf über 100 m Freistil verstärkt der internationalen Konkurrenz stellen.

"Ich muss Wettkämpfe schwimmen, ich will Wettkämpfe schwimmen", hatte Steffen bei einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag gesagt. Ob sie allerdings beim Kurzbahn-Weltcup Ende Oktober in ihrer Heimatstadt Berlin antreten darf, ist plötzlich ungewiss.

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