Freitag, 16.07.2010

Tour de France, 12. Etappe

Contador verpasst Schleck Wirkungstreffer

Im schweren Finale der zwölften Etappe hat Alberto Contador einen empfindlichen Nadelstich in Richtung Andy Schleck gesetzt und dem Mann im Gelben Trikot zehn Sekunden abgenommen (das Ergebnis der 12. Etappe). Lance Armstrong musste erneut eine bittere Niederlage einstecken.

Alberto Contador kam bei der zwölften Etappe als Zweiter ins Ziel
© Getty
Alberto Contador kam bei der zwölften Etappe als Zweiter ins Ziel

Das war ein dickes Statement von Alberto Contador. Im Schlussanstieg zum Flugplatz in Mende wurde der "Pistolero" Zweiter hinter seinem Landsmann Joaquin Rodriguez und nahm Andy Schleck zehn Sekunden ab.

Contadors Helfer Winokurow kämpfte sich mit letzter Kraft auf Rang drei. Der Spanier hatte zwei Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke gesetzt und Spitzenreiter Schleck schon vor den Pyrenäen in Bedrängnis gebracht.

In der Gesamtwertung liegt Schleck nach seiner Schwächephase nur noch 31 Sekunden vor Vorjahressieger Contador. Olympiasieger Samuel Sanchez verteidigte seinen dritten Platz erfolgreich, liegt aber bereits 2:45 Minuten hinter Schleck. Erst nach der Bergankunft in Ax-3-Domaines am Sonntag dürfte es wieder größere Veränderungen geben.

Nächste Klatsche für Armstrong

Der lediglich drei Kilometer lange aber im Schnitt 10,1 Prozent steile Montee Laurent Jalabert war der letzte richtige Härtetest, bevor es am Sonntag in die Pyrenänen geht. Contador wies dabei besondere Ortskenntnis auf, gewann doch bereits im Frühjahr die Etappe nach Mende bei der Fernfahrt Paris-Nizza.

Der nach Ex-Profi Laurent Jalabert benannte Schlussanstieg besitzt seit dem Etappensieg des Franzosen 1995 Kult-Status. An jenem Tag verlor der fünfmalige Tour-Sieger Miguel Indurain mehrere Minuten auf den Tagessieger. "Das war das einzige Mal, dass ich Indurain in den Seilen gesehen habe", erinnerte sich Lance Armstrong.

Der Rekordsieger sprach auch in Mende kein Wort um den Sieg mit. Satte 3:35 Minuten kassierte der 38-Jährige im Ziel.

Hushovd erobert Grün zurück

In den Seilen hing erneut das Gros der deutschen Profis, die ihre größtenteils enttäuschende Vorstellung bei der bisherigen Tour fortsetzten. Erstmals seit fünf Jahren droht eine Tour ohne deutschen Etappensieg zu enden. Am nächsten kam Gerald Ciolek einem Tageserfolg bisher mit seinem zweiten Platz auf der fünften Etappe nach Montargis.

Erst nach zahlreichen Attacken und zwei schnellen Rennstunden hatte sich eine 18-köpfige Ausreißergruppe gebildet. Der clever fahrende Norweger Thor Hushovd gehörte ebenfalls zu den Flüchtlingen und holte sich durch zehn Punkte bei zwei Bonussprints das Grüne Trikot vom Italiener Alessandro Petacchi zurück.

Die besten Bilder der 12. Etappe
Joaquin Rodriguez heißt der strahlende Sieger der 12. Etappe. Sein Landsmann Alberto Contador (r.) wurde Zweiter
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Joaquin Rodriguez heißt der strahlende Sieger der 12. Etappe. Sein Landsmann Alberto Contador (r.) wurde Zweiter
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Rodriguez vom Team Katusha holte seinen ersten Etappensieg bei der Tour
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Rodriguez vom Team Katusha holte seinen ersten Etappensieg bei der Tour
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Einen leichten Schwächeanfall hatte Andy Schleck im Gelben Trikot. Der Luxemburger konnte der Attacke von Contador nicht folgen
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Einen leichten Schwächeanfall hatte Andy Schleck im Gelben Trikot. Der Luxemburger konnte der Attacke von Contador nicht folgen
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...und verlor im Ziel zehn Sekunden auf den Spanier. Sekunden, die im Kampf um den Tour-Sieg noch entscheidend sein können
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...und verlor im Ziel zehn Sekunden auf den Spanier. Sekunden, die im Kampf um den Tour-Sieg noch entscheidend sein können
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Zum vierten Mal in Folge streifte sich der Luxemburger das Maillot Jaune über - doch die Frage ist: Kann er den Attacken Contadors standhalten?
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Zum vierten Mal in Folge streifte sich der Luxemburger das Maillot Jaune über - doch die Frage ist: Kann er den Attacken Contadors standhalten?
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Etappen-Dritter wurde Contadors Teamkollege Alexander Winokurow, der von den Fans frenetisch angefeuert wird
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Etappen-Dritter wurde Contadors Teamkollege Alexander Winokurow, der von den Fans frenetisch angefeuert wird
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... und das Ziel ziemlich abgekämpft und am Ende seiner Kräfte erreichte
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... und das Ziel ziemlich abgekämpft und am Ende seiner Kräfte erreichte
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Das Grüne Trikot holte sich der Norweger Thor Hushovd zurück. Doch Alessandro Petacchi sitzt ihm in der Sprintwertung im Nacken
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Das Grüne Trikot holte sich der Norweger Thor Hushovd zurück. Doch Alessandro Petacchi sitzt ihm in der Sprintwertung im Nacken
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Wie immer standen zahlreiche Fans am Streckenrand - und manche hatten Schlupfwinkel mit ganz besonders guter Aussicht ausfindig gemacht
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Wie immer standen zahlreiche Fans am Streckenrand - und manche hatten Schlupfwinkel mit ganz besonders guter Aussicht ausfindig gemacht
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Aldag greift die Tour an

Der ebenfalls um Grün kämpfende Sprint-Star Mark Cavendish zeigte sich wie gewohnt nicht in der Ausreißergruppe. Der Brite hatte ohnehin noch am Ausschluss seines Anfahrers Mark Renshaw zu knabbern, der im Columbia-Team mit Bestürzung und als Entscheidung gegen Cavendish aufgenommen wurde.

"Ich habe die Befürchtung, dass Cavendish zum Freiwild wird und eine falsche Entscheidung der nächsten folgt", sagte Sportdirektor Aldag.

Jury verteidigt Renshaw-Ausschluss

Sowohl die Jury als auch die Tour-Organisation verteidigten den Ausschluss von Renshaw.

"Es war ein einfache Entscheidung. Wir können so etwas nicht tolerieren, also haben wir ihn nach Hause geschickt", sagte Jury-Mitglied Pierre Curchod dem Internetportal Cyclingnews.

Deutscher Sieg am Samstag?

Nach dem Schlagabtausch in Mende werden es die Tour-Favoriten am Samstag wieder ruhiger angehen lassen.

Das letzte Teilstück vor den Pyrenäen bietet Ausreißern - also auch etlichen deutschen Fahrern - gute Möglichkeiten auf einen Etappensieg. Über 196 und fünf kleinere Bergwertungen führt die Etappe von Rodez nach Revel.

Die Trikotträger nach der heutigen Etappe:

Gesamtwertung: Andy Schleck (SAX)

Sprinter: Thor Hushovd (CTT)

Bester Jungprofi: Robert Gesink (RAB)

Bergtrikot: Anthony Charteau (BTL)

Auf Seite 2 gibt's das Rennen im Re-Live zum Nachlesen

Torsten Adams / sid

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