Radsport

Navardauskas siegt vor Degenkolb

SID
Ramunas Navardauskas sichert sich den Tagessieg vor John Degenkolb auf der 19. Etappe
© getty

Der litauische Radprofi Ramunas Navardauskas hat die 19. Etappe der 101. Tour de France gewonnen. Der 26-Jährige vom Team Garmin-Sharp setzte sich nach 208,5 km von Maubourguet nach Bergerac durch.

Andre Greipel schlitterte auf dem rutschigen Asphalt aus dem Kreis der Sieganwärter, John Degenkolb sprintete nur noch um die Ehre: Die deutschen Radprofis haben bei der verregneten 19. Tour-Etappe den Kampf gegen die Elemente verloren und die Einstellung des deutschen Etappenrekordes vorerst verpasst. Im Finale des hektischen Teilstücks über 208,5 km von Maubourguet nach Bergerac behielt der Litauer Ramunas Navardauskas die Übersicht und nutzte als Solist das hinter ihm entstandene Chaos.

"Durch den Struz war alles durcheinander. Ich weiß nicht genau, was passiert ist", sagte Greipel, der knapp drei Kilometer vor dem Ziel unverschuldet in einen Massencrash verwickelt wurde: "Ich habe nur versucht, mich auf dem Rad zu halten." In einer scharfen Rechtskurve war es zu dem verhängnisvollen Vorfall gekommen, der auch den Träger des Grünen Trikots, Peter Sagan (Slowakei/Cannondale), um die Siegchance brachte. Zwar wurden alle betroffenen Fahrer mit der Siegzeit gewertet, trösten konnte es die Gruppe um Greipel aber nicht. "Ich war da im Finale, ich habe mir etwas zugetraut", sagte der Rostocker vom Team Lotto-Belisol.

Die 19. Etappe im Überblick

Degenkolb im Glück

John Degenkolb hatte Glück und blieb verschont, den Traum vom ersten Tour-Etappensieg konnte er sich aber nicht erfüllen. Im Sprint ging es für den 25-Jährigen nur um den zweiten Platz, den sich der Giant-Profi auch sicherte. An der Spitze war Navardauskas im Alleingang zum Erfolg geflogen.

Der 26-Jährige vom Team Garmin-Sharp hatte an der Côte de Monbazillac, einem 1,3 km langen und 7,6 Prozent steilen Anstieg rund 15 km vor dem Ziel, attackiert und sich abgesetzt. Lange schien das Finish dem der 15. Etappe zu ähneln, als die Ausreißer Martin Elmiger (Schweiz/IAM) und Jack Bauer (Neuseeland/Garmin) erst unmittelbar vor dem Zielstrich gestellt worden waren. Doch gerade als der Vorsprung schmolz, zerstörte der Sturz die koordinierte Verfolgung.

Kittel lässt abreißen

Marcel Kittel hatte bereits an der Cote de Monbazillac dem Tempo des Feldes nicht mehr folgen können und musste abreißen lassen. Dem dreimaligen Etappensieger bietet sich noch am Sonntag die Chance, den Prestigeerfolg auf den Champs-Élysées in Paris aus dem Vorjahr zu wiederholen und seine ohnehin erfolgreiche Tour zu krönen. Dort wird wohl auch der designierte Tour-Sieger Vincenzo Nibali jubeln, der eine weitere Hürde auf dem Weg zum großen Triumph nahm und souverän führt.

Nach wenigen Kilometern hatte sich eine fünfköpfige Fluchtgruppe gebildet, in der sich jedoch kein deutscher Fahrer zeigte. Die Chancen auf einen Triumph waren jedoch gering. Entsprechend wurde der Niederländer Tom-Jelte Slagter (Garmin) rund zwölf Kilometer vor dem Ziel als letzter Ausreißer gestellt, dann ergriff Navardauskas die Initiative.

Das abschließende Tour-Wochenende wird am Samstag mit dem einzigen Zeitfahren der 101. Ausgabe eingeläutet. Die Strecke führt über 54 km von Bergerac nach Périgueux. Das wellige Profil ist dabei durchaus anspruchsvoll - und ganz nach dem Geschmack von Weltmeister Tony Martin. Nach starken Leistungen und einem Etappensieg ist der 29-Jährige in seiner Paradedisziplin der Top-Favorit. Bei einem Erfolg wäre der deutsche Rekord von sechs Etappensiegen aus den Jahren 1977 und 2013 eingestellt.

Tour de France 2014: Die Gesamtwertung

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