Voigt nach schwerem Sturz im Glück

SID
Mittwoch, 22.07.2009 | 12:36 Uhr
Jens Voigt wurde von einer Bodenwelle ausgehebelt und stürzte schwer
© Getty
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Jens Voigt stürzte auf der 16. Etappe der Tour der France. Bei der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernhard wurde er von einer Bodenwelle ausgehoben und verletzte sich. Zu seinem großen Glück zog er sich aber nur einen Bruch des rechten Jochbeins, eine Gehirnerschütterung und einige Prellungen zu.

Radprofi Jens Voigt ist auf der 16. Etappe der Tour de France schwer gestürzt. Der 37-Jährige kam in der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernard etwa 25 Kilometer vor dem Ziel nach einer Bodenwelle zu Fall.

Der Berliner knallte bei hohem Tempo auf die rechte Seite und rutschte regungslos die Straße hinunter. Beinahe wäre noch ein Begleit-Motorrad über Voigt gerollt. Nach Aussagen des behandelnden Arztes Dr. Gerard Porte hat Voigt bei seinem Sturz das Bewusstsein verloren. "Er war drei bis vier Minuten bewusstlos", sagte Porte der Nachrichtenagentur "AFP".

Voigt meldet sich per SMS

"Es geht ihm den Umständen entsprechend gut", sagt Brian Nygard, der Sprecher des Saxo Bank-Teams, nach der ersten Nacht im Krankenhaus.

Voigt wurde Minuten nach dem Unfall mit einem Krankenwagen abtransportiert und danach ins Krankenhaus von Grenoble ausgeflogen.

"Ich glaube, ich hatte sehr viel Glück, dass ich beim heutigen Sturz nicht ernster verletzt wurde. Ich hoffe, ihr könnt euch aufs Rennen konzentrieren und wünsche euch bei der schweren Etappe morgen viel Glück", schrieb Voigt per SMS an seine Teamkollegen.

Ehefrau flog sofort nach Frankreich

Ehefrau Stephanie war gerade auf einem Kindergeburtstag, als sie die schlimme Nachricht ereilte. "Wir haben nach dem Sturz eine Minute telefoniert. Ich habe dann sofort ein Flugticket gekauft", sagte Stephanie Voigt.

Sie habe den Sturz nicht live im Fernsehen gesehen: "Ich wollte mir das anschließend auch gar nicht mehr anschauen. Das Ganze ist schon schlimm genug."

Vielleicht steht noch eine OP an

Ihr Mann hatte beim Sturz auf der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernard Glück im Unglück und erlitt "nur" einen Jochbeinbruch und eine Gehirnerschütterung. Nach einer Nacht auf der Intensivstation wurde der im Peloton sehr beliebte Mecklenburger auf die normale Station verlegt, wo er noch einige Tage bleiben soll. Ob er noch operiert wird, war am Mittwoch noch ungewiss.

Teamchef Riis war vor dem Start zur 17. Etappe nach Le Grand-Bornand sichtlich erleichtert: "Wir hatten Schlimmeres erwartet, er hat viel Glück gehabt."

Der Däne will den Ausreißer-König, dessen Vertrag ausläuft, unbedingt in seiner Mannschaft Saxo Bank behalten: "Jens gehört einfach zum Team und zwar als Fahrer. Wir haben schon über einen neuen Vertrag geredet."

Der Helm als Lebensretter

Dass Voigt bei fast 80 Stundenkilometern auf den Asphalt knallte, war wohl dem Unglücksraben selbst zuzuschreiben. "Es war definitiv kein Materialfehler", sagte Teamsprecher Brian Nygaard und meinte: "Es war gut, dass der Helm da war. Der hat ihm wohl das Leben gerettet. Der Helm war völlig zerschmettert."

Von seinen Fahrerkollegen bekam Voigte gleich reihenweise Genesungswünsche. Lance Armstrong, George Hincapie und Andy Schleck grüßten via Twitter, der Erfurter Sebastian Lang schrieb eine SMS.

"Das Leid, das er gerade ertragen muss, können wohl nur Rennfahrer nachvollziehen", sagte Lang. Sprinter-König Thor Hushovd, der bei Voigts Hochzeit sein Trauzeuge war, fiel ein Stein vom Herzen. "Ich bin erleichtert, dass er wieder bei Bewusstsein ist. Es tut mir verdammt leid für Jens, dass so etwas passiert ist", sagte der Norweger.

Ullrich drückt die Daumen

Jan Ullrich schloss sich dem in einem "Eurosport"-Interview an: "Ich drücke die Daumen, dass alles gut läuft." Der wegen seiner wilden Ausreißversuche in der Radsport-Welt sehr populäre Voigt bestritt in diesem Jahr seine zwölfte Tour de France.

Wahrscheinlich war es für den zweimaligen Sieger der Deutschland-Tour auch die letzte Große Schleife. 'Es ist schon ein schönes Rennen, aber auch stressvoll. Vielleicht schaffe ich die Qualifikation für das Team nicht mehr, weil viele junge Talente nachrücken´, sagte er dem "SID".

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