Radsport

Fieber: Kittel steigt aus

SID
Marcel Kittel konnte nach zwei Etappensiegen das rote Trikot des Punktbesten erobern
© getty

Am Wochenende war Marcel Kittel noch der Strahlemann des Giro d'Italia, am Dienstag saß er wie ein Häufchen Elend beim Frühstück: Der deutsche Top-Sprinter und zweimalige Etappengewinner ist schon vor dem vierten Teilstück der Italien-Rundfahrt mit Fieber ausgestiegen.

"Ich bin absolut enttäuscht, dieses schöne Rennen so früh verlassen zu müssen. Es war kurz, aber intensiv", teilte Kittel via Twitter mit.

Beim Giro-Start in Irland hatte der Kapitän des Teams Giant-Shimano noch die zweite und dritte Etappe gewonnen, doch schon vor der Weiterreise nach Italien kündigte sich das Fieber an.

"Schon nach seinem zweiten Tagessieg fühlte Marcel sich nicht fit. Heute beim Frühstück hatte er dann die gleichen Beschwerden. Nach einer Untersuchung durch die Teamärzte haben wir uns dann zu diesem Schritt entschieden", sagte Giant-Shimano-Coach Marc Reef.

Den Etappensieg sicherte sich am Dienstag in Bari der Franzose Nacer Bouhanni vom Team FDJeux im Sprint. Kittel hätte erneut beste Siegchancen gehabt.

Tour de France im Blick

Kittel stieg somit in Giovinazzo an der Adria-Küste erst gar nicht aufs Rad, durfte sich aber mit einem nahzu perfekten Wochenende trösten. "Ich habe jetzt schon eigentlich alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte", hatte er nach seinen Etappensiegen dem "SID" gesagt. Am Sonntag feierte er zudem seinen 26. Geburtstag - viel besser hätte es auf der grünen Insel kaum laufen können.

Dass er den Giro zu Ende fahren würde, war ohnehin unrealistisch. Er werde sich "mit Sicherheit nicht komplett kaputt fahren, um dann bei der Tour nicht topfit am Start stehen zu können", hatte Kittel mit Blick auf die schwere letzte Giro-Woche in den Bergen gesagt.

Am Dienstag teilte er mit: "Es hat mich früher erwischt als gedacht" und bedankte sich bei seinem Team, den Zuschauern und Organisatoren.

"Großer Verlust für das Team"

Coach Reef sprach von einem "großen Verlust für das Team" und einer sehr schwierigen Entscheidung. Am Ende habe aber die Gesundheit an erster Stelle gestanden.

"Für Marcel ist es schade. Aber wir müssen nach vorne schauen, in Luka Mezgec haben wir noch einen zweiten starken Sprinter." Auch Kittel wünschte dem Slowenen viel Glück für den Giro, er werde dem gesamten Team die Daumen drücken.

Mit seinen Erfolgen in Irland war Kittel in den erlesenen Kreis der Fahrer aufgestiegen, die jeweils mindestens einen Tageserfolg bei den drei großen Landesrundfahrten (Giro, Tour, Vuelta) geholt haben. Besonders beeindruckend war seine Vorstellung in Dublin, als er aus eigentlich aussichtsloser Position noch an dem Briten Ben Swift (Sky) und dem Italiener Elia Viviani (Cannondale) vorbeizog.

"Ich bin unglaublich stolz. Es sah auf dem letzten Kilometer nicht danach aus", sagte Kittel. Am Montagmorgen bestieg er dann Flieger in Richtung Italien. Das Fahrrad indes sollte er dort nicht mehr besteigen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung