Pferdesport

Werth gewinnt zweite Goldmedaille

SID
Isabell Werth gewinnt ihre zweite Goldmedaille bei der EM
© getty

Zweites Gold für Dressur-Königin Isabell Werth, nur Blech für die deutschen Springreiter: Während Werth mit Weihegold auch den Grand Prix Spécial mit hauchdünnem Vorsprung vor ihrem Teamkollegen Sven Rothenberger mit Cosmo gewann, musste sich die Equipe von Otto Becker beim Sieg der Iren im Nationenpreis mit Platz fünf begnügen.

Marcus Ehning mit Pret a Tout, Laura Klaphake mit Catch me if you can und Philipp Weishaupt mit Convall qualifizierten sich für das Einzel-Finale der besten 25 am Sonntag. Maurice Tebbel mit Chacco's Son beendete eine für ihn eher frustrierende Woche mit Platz 47 in der Einzelwertung.

Zum zweiten Mal nach 2001 holte sich Irland die Goldmedaille im Nationenpreis ab, dahinter folgten Gastgeber Schweden und die Schweiz auf den Plätzen zwei und drei. Titelverteidiger Niederlande landete noch hinter Deutschland auf Position sechs.

Isabell Werth war derweil einige Stunden zuvor im Hinblick auf die abschließende Kür am Samstag gewarnt, wie nie zuvor spürte die erfolgreichste Reiterin der Geschichte den heißen Atem von Sönke Rothenberger im Nacken. "Ich habe mir gesagt: Mach bloß keine Fehler", berichtete sie anschließend: "Und es hat ja gereicht."

Knapp gereicht, denn mit 83,613 Prozentpunkten hielt sie den zweitplatzierten Rothenberger mit Cosmo (82,451) nur mit einiger Mühe auf Distanz - wesentlich knapper, als das in der Vergangenheit der Fall gewesen war. Dritte wurde die Dänin Cathrine Dufour mit Cassidy (79,762).

"Das war Sönkes bester Spécial überhaupt", sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu: "Sein Pferd ist ein Flugzeug, jetzt kommt er langsam richtig in Fahrt." Rothenberger selbst, der über das ganze erhitzte Gesicht strahlte, stellte fest, dass es "ganz gut gelaufen ist". Nun müsse er nur noch versuchen, "wie ein Tellerjongleur im Zirkus alle Elemente gleichzeitig hochzuhalten - wie es Isabell so perfekt beherrscht".

Dorothee Schneider mit Sammy Davis jr. und Helen Langehanenberg mit Damsey hatten mit der Medaillenvergabe nichts zu tun. Schneider wurde Zwölfte, Langehanenberg nach einem völlig missglückten Vortrag nur 21. Schneider ist wie Werth und Rothenberger für das Kürfinale der besten 15 am Samstag qualifiziert, für Langehanenberg ist die EM beendet.

Deutschland mit überlegenem Team-Gold

Am Mittwoch hatte die deutsche Equipe mit Werth, Rothenberger, Langehanenberg und Schneider hochüberlegen das 23. deutsche EM-Gold in der Teamwertung gewonnen. So dominant waren die deutschen Reiter, dass sie bereits vor dem abschließenden Ritt von Werth als Europameister feststanden.

Dorothee Schneider stellte einmal mehr ihr Pferd in den Vordergrund. Der Wallach, der seine erste Grand-Prix-Saison geht, zeigte unbeeindruckt von der Stadion-Atmosphäre eine gute Leistung, bis er bei der Linkspirouette und bei der letzten Piaffe patzte.

Gar nicht lief es für Helen Langehanenberg und Damsey. Die Team-Olympiazweite von 2012 verlor das Pferd schon in der Schrittfolge, danach fanden die beiden irgendwie nicht mehr so recht zusammen. "Schon im Training habe ich gedacht, eieiei, was wird das denn?", sagte die Reiterin. Es wurde nichts.

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