Bei den Paralympics in London gewann Alex Zanardi zuletzt die Goldmedaille mit dem Handrad
Bei den Paralympics in London gewann Alex Zanardi zuletzt die Goldmedaille mit dem Handrad
© Getty

BMW prüft Möglichkeiten

Freitag, 14.09.2012

Zanardi denkt an Rückkehr ins Rennauto

Es könnte das Comeback des Jahres im Motorsport werden. Alex Zanardi plant nach dem Gewinn zweier Goldmedaillen bei den Paralympics in London seine Rückkehr ins Rennauto. Der 45-Jährige, der bei einem Unfall in einem Rennen der ChampCar-Serie 2001 beide Beine verlor, ist bei BMW als Fahrer für die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) im Gespräch.

"Wir prüfen derzeit, ob die technischen Voraussetzungen zu schaffen sind", sagte Jörg Kottmeier, Leiter Kommunikation Motorsport bei dem Münchner Automobilhersteller, der Nachrichtenagentur dapd. Sollte alles passen, könnte Zanardi noch in diesem Jahr Testfahrten in einem BMW M3 absolvieren. Danach müsste darüber entschieden werden, ob der Italiener wirklich den Anforderungen für eine komplette DTM-Saison gewachsen wäre.

Zanardi war einst mit einem speziell für ihn umgebauten BMW 320 in der Tourenwagen-WM am Start. Er gab mit der Hand Gas und bremste mit der Prothese des rechten Beines. Allerdings sind die DTM-Fahrzeuge mit 500 PS deutlich leistungsstärker als die ehemaligen WM-Autos (300 PS). Seit dieser Zeit ist Zanardi BMW verbunden und hat immer noch beste Kontakte zu den Münchnern.

Vor seinem Start bei den Paralympics hatte er gesagt, dass er sich eine neue Herausforderung suchen werde, falls er Gold gewinne. "Denn mehr geht nicht, dann stehe ich auf dem Gipfel und ich müsste mir einen neuen Sport suchen", hatte Zanardi in einem "Bild"-Interview erklärt.

Jetzt könne eigentlich nur noch BMW anrufen und ihm ein Cockpit für die DTM anbieten, sagte er damals. Dieses Telefonat scheint es offenbar schon gegeben zu haben, denn sonst würde sich bei dem Autobauer wohl niemand mit dem Gedanken beschäftigen, ob ein DTM-Bolide für Zanardi umgebaut werden könnte.

"Ich bin der Schumi der Paralympics"

Es ist bewundernswert, wie Zanardi mit seiner Behinderung umgeht. Trotz aller Leiden hat er die Freude am Leben behalten. "Ich habe damals bei dem Unfall nur meine Beine verloren, aber nicht meinen Humor", erklärte er. Das Alter spielt für ihn keine Rolle. Mit typischem Zanardi-Witz sagte er: "Ich bin der Schumi der Paralympics."

Zanardi fuhr in seiner Motorsport-Karriere zwischen 1991 und 1999 insgesamt 41 Formel-1-Rennen. Der Durchbruch blieb ihm verwehrt. Erfolgreicher war er in der ChampCar-Serie, dem US-Pendant der Formel 1. Er holte dort zweimal den Titel (1997 und 1998).

Und er erlebte in dieser Serie den schwärzesten Tag seines Lebens: Am 15. September 2001 raste ein Konkurrent beim Rennen auf dem Lausitzring mit Tempo 300 in seinen Rennwagen und riss das Auto in zwei Teile. Zanardi überlebte den Horror-Unfall wie durch ein Wunder, doch seine Beine waren nicht mehr zu retten und mussten oberhalb der Knie amputiert werden.

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