Motorsport

Hochspannung in der Danziger Bucht

Von Martin Gödderz
Matthias Dolderer greift in Polen wieder an und will den ersten Podestplatz dieser Saison
© RBAR

Zwei Monate mussten die Fans des Red Bull Air Race gierig auf den nächsten Wettkampf warten. Nun geht es zum ersten Mal in der Geschichte der Sportart nach Polen. Während sich der Kampf an der Spitze der Gesamtwertung immer weiter zuspitzt, möchte der Deutsche Matthias Dolderer endlich aufs Podium fliegen.

Nach den zwei ersten Rennen sah es in dieser Saison wieder so aus, als sei auch nach der dreijährigen Pause alles wie immer beim Red Bull Air Race. In Abu Dhabi gewann Titelverteidiger Paul Bonhomme gleich das erste Rennen in souveräner Manier, beim zweiten Rennen in Kroatien holte sich Dauerkonkurrent Hannes Arch den Sieg.

Die beiden großen Piloten des Air Race schienen schon wieder enteilt. Doch in der Hitze von Malaysia wendete sich das Blatt. Bonhommes britischer Landsmann Nigel Lamb holte sich sensationell den Sieg bei schwierigsten klimatischen Bedingungen und Temperaturen von bis zu 45 Grad im Cockpit.

Bonhomme kam lediglich auf den fünften Platz und mit Matt Hall machte ein anderer junger Pilot dank eines starken dritten Plattes auf sich aufmerksam.

Gesamtwertung eng wie nie

Eine Erkenntnis gab es nach dem Rennen in Putrajaya: Auch wenn Bonhomme und Arch noch immer von ganz oben in der Gesamtwertung grüßen, ist die Spitze des Air Race noch enger zusammengerückt.

Der Kampf um die Gesamtwertung wird vor dem Rennen in Gdynia immer intensiver. Derzeit liegt Arch mit 30 Punkten vorne, Bonhomme hängt dem Österreicher aber mit nur fünf Punken Abstand im Nacken, dahinter folgen bereits mit je 17 Punkten Pete McLeod sowie Lamb.

Die moderne und unweit von Danzig entfernte Küstenstadt Gdynia bietet mit ihrer malerischen Strandpromenade und einem einzigartigen Ausblick auf die Ostsee die perfekte Kulisse für die Fortsetzung im Kampf um den Weltmeisterschaftstitel. Zum ersten Mal in der Geschichte des Red Bull Air Race fliegen die Piloten in Polen. Gleich das Debüt könnte legendär werden.

Problemfaktor Ostseewind in Gdynia

Die wundervolle Strandkulisse und das gemäßigte Sommerwetter in Gdynia täuschen ein wenig darüber hinweg, dass das Rennen in Polen durchaus kompliziert werden könnte. Der tückische Ostseewind, der jederzeit aufkommen kann, wird ein entscheidender Faktor im Rennen sein.

Da die Spitze derzeit auch von den Rennzeiten in der Luft derart dicht beieinander ist, kann jede einzelne Windböe, welche die Flugzeuge von der Ideallinie abbringt, entscheidenden Einfluss auf die Wertung haben.

Das unterschreibt auch der Deutsche Matthias Dolderer. "Jede Kurve und jede Bewegung im Kurs sind heutzutage essentiell, da wir zeitlich eng zusammen liegen und auch die kleinste Korrektur Zeit kostet", so der Neunte im WM-Ranking.

Dolderer hofft auf Überraschung

Das nördlichste Rennen der diesjährigen Air Race Series wird auf jeden Fall rasant, der Ausgang ist trotz der Favoritenrolle von Bonhomme und Arch offener denn je.

Auch Dolderer, der in der bisherigen Saison noch etwas unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, dürfte aus dem letzten Rennen in Malaysia etwas Hoffnung geschöpft haben. Ein ähnlicher Coup wie beispielsweise dem Australier Matt Hall ist Dolderer im deutschen Nachbarland durchaus zuzutrauen.

Letztes Rennen in Österreich

Während der Vorbereitungen auf das Rennen in Polen wurde außerdem bekannt gegeben, dass es in dieser Saison noch ein weiteres Rennen in Europa geben wird. Der Saisonabschluss des Air Race, der ursprünglich in China geplant war, findet nun auf dem Red Bull Ring in Österreich statt.

Das Qualifying in Gdynia findet am Samstag, den 26. Juli statt. Einen Tag später wird das Rennen ausgetragen.

Der WM-Stand im Überblick

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