Leichtathletik: Der britische Präsident stellt die Medaillenfixierung infrage

UKA-Präsident kritisiert Medaillenfixierung

SID
Freitag, 31.03.2017 | 11:21 Uhr
Ed Warner hat die Medaillenfixierung kritisiert
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Der Präsident des britischen Leichtathletik-Verbandes UKA, Ed Warner, hat die kompromisslose Medaillenfixierung in der Sportförderung seines Landes infrage gestellt.

Der Präsident des britischen Leichtathletik-Verbandes UKA, Ed Warner, hat die kompromisslose Medaillenfixierung in der Sportförderung seines Landes infrage gestellt. "Wir haben vielleicht den Punkt erreicht, an dem der Appetit der Öffentlichkeit auf Medaillen gesättigt ist", sagte Warner bei einer Veranstaltung in London: "Ist das Ziel von Leistungssport nur immer mehr (Medaillen) oder auch etwas 'anderes'? Es braucht beides. Aber im Moment fehlt dieses 'andere'."

Die für die britische Leistungssportförderung zuständige Organisation UK Sport legt bei ihren finanziellen Zuwendungen rigoros die Medaillenchancen bei Olympischen und Paralympischen Spielen als Messlatte an. Der "no compromise"-Ansatz hatte dafür gesorgt, dass das "Team GB" in Rio 67 Medaillen gewann. 1996 hatte es in Atlanta nur einmal Gold und insgesamt 15-mal Edelmetall gegeben.

"Ich möchte nicht in die Situation kommen, wenn die Qualifikation für Olympia nicht mehr als Erfolg an sich gefeiert wird und man nur als Goldmedaillengewinner einen Wert hat. Für wen auch immer", sagte Warner weiter. Es werde zu sehr in Medaillengewinner und Nicht-Medaillengewinner unterschieden, erklärte Warner, der Ende des Jahres sein Amt abgibt: "Das ist ungesund und spricht nicht für unsere Sport-Gesellschaft."

Zuletzt hatte UK Sport die Unterstützung für die olympischen Sportarten Badminton, Fechten, Gewichtheben, Tischtennis und Bogenschießen sowie der paralympischen Verbände für Rollstuhl-Rugby und Goalball komplett eingestellt. Dies hatte in Großbritannien für viel Kritik gesorgt, auch weil beispielsweise Badminton die Medaillenziele in Rio erreicht hatte. Erstmals war damit eine Sportart mit Medaillenchancen bei den kommenden Olympischen Spielen aus der Förderung gefallen.

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