Leichtathletik

Kreuzbandriss bei Harting

SID
Robert Harting gewann bei Olympia in London 2012 Gold
© getty

Ein falscher Schritt beim Joggen hat den Diskus-Riesen gefällt: Olympiasieger Robert Harting zog sich beim Training schwerste Knieverletzungen zu und muss nun sogar um seinen Start bei der WM 2015 in Peking bangen.

Nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes und des Innenbandes im linken Knie droht dem 29-Jährigen zumindest ein halbes Jahr Trainingspause. Die notwendige Operation ist für den kommenden Monat geplant.

Am Donnerstagnachmittag gab Harting die schlechten Nachrichten via Facebook und Twitter bekannt. "When a world goes down - soviel gekämpft und nun das", schrieb der Berliner, der am Freitag noch beim Diamond-League-Finale in Brüssel gewonnen und damit die Saison beendet hatte.

Sofortige Trotzreaktion

"Ich bin am Dienstag beim Laufen im Boden hängen geblieben und gestürzt. Ich wusste sofort, dass das Kreuzband durch sein wird. Doch ich habe mir auch sofort gesagt: 'Junge, das war noch nicht das Ende für dich'", sagte Harting der Bild.Vier Wochen nach seinem EM-Titel fand ein abermals höchst erfolgreiches Jahr für den dreimaligen Weltmeister ein trauriges Ende.

Harting, der seit der EM 2010 sämtliche Titel bei großen Meisterschaften abgeräumt hat, droht nun das Aus für die WM in Peking, wo er als zweiter Diskuswerfer nach Lars Riedel zum vierten Mal in Folge Weltmeister werden wollte. Bei normalem Heilungsverlauf kann er frühestens im kommenden Frühling wieder wie gewohnt trainieren - die Titelkämpfe in China beginnen am 22. August.

"Das tut mir in der Seele weh"

Hartings Umfeld reagierte betroffen. "Das tut mir in der Seele weh", sagte sein langjähriger Erfolgscoach Werner Goldmann dem SID: "Für Robert ist das sehr bitter." Das wäre auch ein WM-Aus des Hünen für die deutsche Leichtathletik: Neben Kugel-Weltmeister David Storl ist Harting stets der heißeste Gold-Kandidat.

2014 war für Harting nicht nur sportlich ein immens ereignisreiches Jahr. Der engagierte Berliner war federführend an der Gründung der Deutschen Sportlotterie beteiligt, trieb sein Studium voran - am Montag gibt er seine Bachelor-Arbeit ab.

Lockerheit nicht verloren

"Das alles hat viele Ressourcen und etliche Meter gekostet", hatte Harting gesagt und für 2015 zum Angriff geblasen: "Ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind, mich nächstes Jahr wieder voll auf den Sport konzentrieren zu können. Die 70 Meter sind mein Ziel." Das ist nun erstmal Makulatur.

Immerhin: Seine Lockerheit hat Harting nicht verloren. Am Donnerstag zeigte er sich via Facebook mit nacktem Oberkörper im Krankenbett liegend, Süßigkeiten naschend. "Omas Hilfe ist schon da!", schrieb er - in den nächsten Monaten wird er sie gut gebrauchen können.

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