Boxen

Deontay Wilder holt WBC-Krone

SID
Deontay Wilder hat sich als möglicher Gegner von Wladimir Klitschko in Position gebracht
© getty

Deontay Wilder (29) hat sich mit einem klaren Punktsieg im Schwergewichtstitelkampf des World Boxing Council (WBC) als möglicher Gegner von Wladimir Klitschko (38) in Position gebracht. Der 2,01 m lange Wilder entthronte in Las Vegas den 36 Jahre alten Kanadier Bermane Stiverne nach zwölf Runden mit 3:0-Richterstimmen und holte als erster Amerikaner seit Shannon Briggs im Jahr 2006 wieder einen Schwergewichtstitel in die USA.

Für Wilder, der 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking die Bronzemedaille gewonnen hatte, war es der 33. Sieg im 33. Profi-Kampf. Und was für einer! Vor 8454 Zuschauern in der legendären MGM Grand Garden Arena ließ er keinen Zweifel an seinem Sieg aufkommen.

Wilder kontrollierte den Kampf und ließ die Punktrichter ein einstimmiges Ergebnis fällen. 120:107, 119:118, 118:109 lautete das Urteil, beim ersten Kampf seiner Karriere, der länger als vier Runden dauerte.

Deontay Wilder im Porträt: Klitschko statt NBA

"Ich bin aufgeregt. Ich bin aufgeregt, weil ich den Titel offiziell zurück nach Amerika bringe", freute sicher der euphorisierte, neue Weltmeister, der pünktlich zu Muhammad Alis 73. Geburtstag den Gürtel gewann: "Das bedeutet mir viel."

Die Zweifel an seiner Ausdauer und seinem Kinn machte der 29-Jährige schnell vergessen. Er dominierte mit dem linken Jab, den er immer wieder mit der kraftvollen Rechten kombinierte. Die wenigen, dafür aber harten Treffer von Stiverne steckte er mühelos weg. Ein krachender linker Haken in der sechsten Runde brachte Wilder nicht ins Wanken.

Stiverne: "Bleib stehen und kämpfe"

Besonders in Runde 5 hatten sich beide Kontrahenten zuvor schon einen harten Schlagabtausch geliefert. Stiverne schien frustiert ob der Standfestigkeit seines Gegners, als der mit fortschreitender Rundenanzahl auch noch seine Beweglichkeit im Seilgeviert erhöhte. "Bleib stehen und kämpfe", schnauzte ihn der Kanadier deutlich hörbar an.

Wilder blieb unbeeindruckt und setzte das um, was Stiverne angekündigt hatte: Er tat seinem Gegner weh. In der siebten Runde landete der 36 Jahre alte Champion nach einer Rechten in den Seilen, 23:4 lautete das Trefferverhältnis in Wilders bester Runde.

Stiverne bekam schon in der neunten Probleme mit den zugeschwollenen Augen, kämpfte verzweifelt und fing sich weitere Schläge mit der rechten. In der letzten Runde setzte er alles auf einen Lucky Punch, schien aber zu entkräftet, um Wirkung zu hinterlassen. "Ich war nicht bereit", sagte der Entthronte.

Noch ist unklar, gegen wen Wilder als nächstes antritt. Sein Pflichtherausforderer Bryant Jennings soll in Kürze einen Vertrag für einen Kampf gegen Wladimir Klitschko am 25. April unterzeichnen. Der Kampf steht allerdings wegen der schwierigen Verhandlungen mit dem neuen Management von Jennings auf der Kippe.

"Ich will nicht herumsitzen", betonte Wilder: "Ich will vier Mal im Jahr kämpfen. Wer auch immer bereit ist, ich bin es!" Als Alternative könnte Klitschko im Mai oder Juni in München antreten. Dann vielleicht gegen den neuen Champion Wilder.

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