Audley Harrison im Porträt

"I am the Haybreaker"

Von Daniel Höhn
Donnerstag, 11.11.2010 | 12:08 Uhr
Im Alter von 39 Jahren bekommt Audley Harrison zum ersten Mal die Chance auf einen WM-Titel
© Getty
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Wenn in Manchester Audley Harrison und WBA-Weltmeister David Haye aufeinandertreffen, geht es nicht nur um Hayes WM-Gürtel. Im "Battle of Britain" wird sich zeigen, wer von beiden mehr zu bieten hat als nur große Sprüche.

"Es geht um zehn Millionen Pfund - und es wird der größte Kampf, den das Land je gesehen hat", rührte Audley Harrisons Promoter Eddie Hearn in der schottischen Zeitung "Daily Record" die Werbetrommel für den Fight gegen Haye.

Passend dazu lieferten sich Harrison und Haye bereits im Vorfeld ein verbales Scharmützel der besonderen Art. Denn der Herausforderer ließ dem WBA-Champion aus seinem Trainingslager im kalifornischen Big Bear eine Videobotschaft zukommen.

Harrison hielt eine Mini-Axt in der Hand und sprach: "Es ist sechs Uhr morgens und wir beginnen gerade einen 45-minütigen Berglauf. Wir trainieren in 2300 Metern Höhe - das gibt es bei Haye in London nicht. Da wo er trainiert und aus seinem edlen Hotel ins Gym geht. Das hier sind die Berge. Ich habe eine Axt. Aber sie ist nicht für David Haye, sondern für die Bären. Wir sind hier in der Wildnis und spielen nicht herum. David Haye bereitet sich besser auf einen sehr, sehr ernsten Kampf vor."

Die Antwort von Haye kam prompt. "Wir haben den britischen Boxverband kontaktiert, um zu beantragen, dass Audley in unserem Kampf die Axt im Ring benutzen darf. Vielleicht gäbe es dann etwas, worauf ich bei ihm aufpassen müsste. Aber auch mit einer Axt in der Hand hat Audley keine Chance. Was bringt dir eine Axt, wenn du zu ängstlich bist, sie zu benutzen? Schade, dass er die Axt nicht benutzt hat, um den Müll zu zerstückeln, der aus seinem Mund kommt."

Erfolgreiche Amateur-Karriere

Ob Harrison gegen Haye eine Chance hat, ist tatsächlich fraglich. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Harrisons Karriere vergleichsweise spät begann: Erst mit 19 Jahren entschied er sich, Boxer zu werden. Eigentlich viel zu spät. Doch seine Amateur-Karriere verlief überraschenderweise mehr als ordentlich: Von insgesamt 54 Kämpfen gewann der Brite stolze 46.

Richtig erfolgreich verliefen die Jahre 1997 und 1998, in denen Harrison britischer Meister im Superschwergewicht wurde. Doch schon bei der Europameisterschaft 1998 in Minsk folgte der erste Rückschlag - Harrison schied in der ersten Runde aus.

Bezeichnend für die "Achterbahn-Karriere" von Harrison: Der Sieg bei den Commonwealth Games in Kuala Lumpur noch im selben Jahr. Sein größter Triumph aber war die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2000.

Trotz Olympiasieg Hohn und Spott

Nach dem Olympia-Gold entschloss sich Harrison, ins Profi-Geschäft einzusteigen. Jedoch wurde er in der britischen Presse äußerst kritisch beäugt. Seine Aufbaugegner wurden - obwohl sie bis zum Kampf mit Harrison noch unbesiegt waren - als Fallobst verspottet. Keine leichte Zeit für den Briten.

Trotz seiner Goldmedaille machten sich viele - unter anderem auch sein kommender Kontrahent Haye - über den 1,97 Meter großen Boxer lustig: Der Schwergewichtler bekam wegen seinem, als große Schwachstelle ausgemachten, Kinn den Spitznamen "A-Farce". Doch Harrison bewies Selbstironie, indem er sich den Kampfnamen "A-Force" gab.

In den folgenden Jahren warfen ihn allerdings einige Verletzungen aus der Bahn. Wenig verwunderlich war daher die Niederlage gegen seinen Landsmann Danny Williams im Jahr 2005. Doch Harrison bekam wenig später die Chance zur Revanche, als sich sein ursprünglicher Gegner Matt Skelton kurz vor dem Kampf die Hand brach.

Ersatzgegner wurde Danny Williams. Doch der Fight verkam überraschend zur einseitigen Angelegenheit: Bereits in der dritten Runde schlug Harrison seinen Erzrivalen K.o.

Kein überzeugendes Comeback

Eine Genugtuung für den Briten. Doch schon kurze Zeit später verlor Harrison gegen Michael Sprott - und entschloss sich zu einer Pause: "Als ich gegen Sprott verlor, hatte ich einen klaren Kopf. Ich zog mich zurück und arbeitete daran, an die Spitze zurückzukehren."

Richtig überzeugen konnte Harrison nach seinem Comeback allerdings nicht: Besonders die Niederlage gegen den wenig angesehenen Nordiren Martin Rogan war für Harrison eine Katastrophe. "Ich habe aber nie den Glauben verloren, dass ich einmal Weltmeister sein werde. Es war ein langer Weg, doch ich war immer fest entschlossen", so Harrison.

Vor der Europameisterschaft im Schwergewicht legte sein Gegner, der Pole Albert Sosnowski, seinen EM-Titel jedoch für eine WM-Chance gegen Witali Klitschko nieder. Nachnominiert wurde Michael Sprott.

Den äußerst spannenden Kampf am 9. April 2010 um den EBU-Gürtel gewann schließlich Harrison durch K.o. in der zwölften Runde. "Viele Leute sagen, dass ich kein Herz habe. Aber ich gewann den Kampf um den EM-Titel mit nur einer Hand, weil meine andere verletzt war", erklärte Harrison danach.

Harrison: "Ich kämpfe für meinen Traum"

Doch der Kampf hat ihm Selbstvertrauen gegeben. Eine Stärke, die Harrison nun braucht. Denn im "Battle of Britain" geht Haye als eindeutiger Favorit in den Ring. Der WBA-Weltmeister musste sich in bislang 25 Fights nur einmal geschlagen geben und strebt nun seine zweite Titelverteidigung an.

Wladimir Klitschko sieht die Favoritenrolle allerdings nicht ganz so klar verteilt: "Ich glaube nicht daran, dass David Haye allzu viele Schläge einstecken kann. Deswegen befürchte ich, dass er von Audley Harrison ausgeknockt werden könnte."

Harrison versprach im "Telegraph": "Ich werde der Haybreaker." Und: "Ich habe immer gesagt, dass ich eines Tages Schwergewichtsweltmeister sein werde", so Harrison in den "Manchester Evening News": "Haye kann gerne der Favorit sein - aber einige Leute sind dabei, sich auf meine Seite zu schlagen. Das britische Publikum liebt Außenseiter. Alle denken, dass ich nicht gewinnen kann. Doch viele dachten auch, dass ich die Olympischen Spiele nicht gewinnen kann. Das ist zehn Jahre her und jetzt werde ich die Welt erneut schocken."

"Ich kämpfe für meinen Traum", sagte Harrison und fügte hinzu: "Jetzt nennen sie mich den Gewöhnlichen - wenn ich David Haye schlage, werden sie mich den Außergewöhnlichen nennen."

Haye verhöhnt die Klitschkos und Harrison

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