Wunderkind Rubio bittet Geschwindner um Hilfe

Von Interview: Haruka Gruber
Mittwoch, 14.09.2011 | 12:44 Uhr
Holger Geschwindner bei der Verleihung des Silbernen Lorbeerblatts an Dirk Nowitzki
© Imago
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Das Fazit des Dirk-Nowitzki-Mentors: Holger Geschwindner über das EM-Aus des DBB-Teams, Robin Benzings NBA-Ambitionen, einen "rumprügelnden" Timo Boll - und das Angebot, Spaniens Supertalent Ricky Rubio zu trainieren und ihm den Nowitzki-Wurf beizubringen.

SPOX: Herr Geschwindner, wie lautet Ihr Fazit nach dem Zwischenrunden-Aus der deutschen Mannschaft?

Holger Geschwindner: Die Gruppenverteilung war extrem ungünstig. Ich nehme an, dass die FIBA bald daraus lernt. Das ist ja so, als ob im Tennis bei einem Grand-Slam-Turnier Roger Federer in der ersten Runde gegen Novak Djokovic spielen muss und der Gewinner in der zweiten Runde auf Rafael Nadal trifft. Da hätte die FIBA zumindest die Zwischenrunden-Verteilung so anpassen können, dass eine gewisse Fairness gegeben ist.

SPOX: Sie sind wegen des Turnier-Programms nicht enttäuscht, dass es nichts wurde mit der Olympia-Qualifikation?

Geschwindner: Wir wussten vorher schon, in welche Problematiken wir rein rennen. Entsprechend waren die Ergebnisse nicht so überraschend. Eigentlich haben wir uns ganz gut geschlagen und die Pflichtspiele gewonnen, die anderen Partien nur knapp verloren. Von daher kann man mit der Spielweise zufrieden sein. Wir müssen uns keine Vorwürfe machen.

SPOX: Wie bleibt die EM für Dirk Nowitzki in Erinnerung?

Geschwindner: Er hat trotz der langen Saison und den ganzen Festivitäten danach sein Versprechen eingelöst und den jüngeren Spielern eine Chance gegeben, es zu den Olympischen Spielen zu schaffen. Das Hauptziel war es, dass ein Know-how-Transfer stattfindet zwischen ihm und den Jungen. Natürlich ist nicht alles in 14 Tagen zu regeln, aber es war eine gute Truppe, die beispielsweise mit vielen kleinen Wettbewerben im Training alles daran gesetzt hat, als Mannschaft zusammenzuwachsen.

SPOX: Der scheidende Bundestrainer Dirk Bauermann betonte, dass man mit den Talenten Geduld haben müsste. Wie sahen Sie deren Leistungen?

Geschwindner: Die Spanier, die Franzosen, sie haben alle NBA-Profis, deren aktive Spielzeiten ungefähr zwanzig Mal so hoch sind wie die unserer Jungs. Unsere sind in ihren Vereinen nicht einmal in der ersten Fünf. Insofern darf man nicht groß jammern. Es ist ein strukturelles Problem in Deutschland, das gelöst werden muss. Sonst zwingt man unsere Jugendlichen, ins Ausland zu gehen. Hier kriegen sie ja keine Spielzeiten.

SPOX: Robin Benzing ist ein Gegenbeispiel: Er war in Ulm Teil der Starting Five und bekam die meisten Minuten. Trauen Sie ihm die NBA zu?

Geschwindner: Kerle wie der Robin müssen hergehen und sich mit Leuten messen, die in seiner Größen- und Gewichtsklasse sind und den gleichen Anspruch verfolgen. Ein praktischer Vorschlag wäre: Robin einfach mal mit diesem Batum eine Stunde Eins-gegen-eins spielen lassen. So haben wir das damals auch mit Dirk gemacht.

Nowitzkis letztes Länderspiel: Eine Liebeserklärung zum Schluss

SPOX: Unter anderem nahm Nowitzki vor dem Draft an einem Workout unter der Leitung des damaligen Boston-Celtics-Trainers Rick Pitino teil.

Geschwindner: Die haben drüben schon vorzeitig geschrien, dass Dirk in die NBA soll, aber davor wollten wir es überprüfen. Danach waren wir uns ziemlich sicher, dass das Ziel durchaus realistisch ist. Deswegen muss zunächst Robin selbst wissen, ob er sich die NBA zutraut. Ob seine Möglichkeiten ausreichend sind und ob er sich zukünftig mit einem wie Batum anlegen kann. Es geht darum, sich selbst realistisch einzuschätzen. Es hilft doch nichts, wenn er sich das selbst nicht zutraut, aber der Manager über ihn sagt, dass er das schafft. Es gibt aber noch etwas zweites.

SPOX: Nämlich?

Geschwindner: Jeder Jugendliche muss etwas anbieten, das die NBA braucht. Man kann nicht einfach so beschließen, in die NBA zu gehen. Es ist dummes Zeug, sich daheim in die Kammer zu setzen und sich einzureden, was für ein großartiger Basketballer man ist, nur weil im Umfeld keiner annähernd so gut spielt. Timo Boll macht vor, wie es geht.

SPOX: Deutschlands Vorzeige-Tischtennisspieler, der sich häufig in China auf ein Großturnier vorbereitet.

Geschwindner: Er weiß, dass der beste Trainingspartner der Rivale ist. Daher sagt er sich: Um in Form zu kommen, muss ich zu den Leuten gehen, mit denen ich mich später rumprügeln will. Es bringt nichts, einen auf lokalen Helden machen zu wollen. Alle, die halbwegs Talent haben, sollten das beherzigen und anfangen, gegen die Besseren in ihrer Mannschaft Eins-gegen-eins zu spielen. Wenn sie damit keine Probleme haben, fängt man mit dem Eins-gegen-zwei an und das setzt sich immer weiter fort. So schafft man den Aufstieg. Unsere Buben haben nicht weniger Talent als die aus den anderen Ländern. Nur: Wir sind das bevölkerungsreichste Land Europas und haben dennoch die wenigsten NBA-Spieler.

Geschwindner über den erfolgreichen Militär-Stil der Serben und die Rubio-Anfrage

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