Superstars vs. FC Bayern

Von Haruka Gruber
Sonntag, 02.10.2011 | 12:49 Uhr
Der Superstar der BBL: Der amtierende MVP und Neu-Berliner DaShaun Wood
© Imago
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Mit dem alten und neuen MVP ziehen die Brose Baskets Bamberg sowie Alba Berlin gegen den FC Bayern in die Schlacht um die BBL-Krone. Doublesieger Bamberg hat sich gut verstärkt, aber Alba besitzt einen großen Trumpf. Die Bayern hingegen müssen vor dem Saisonauftakt in Bonn (Mo., 14.05 Uhr im LIVESCORE) mit einigen Rückschlägen zurechtkommen.

Center

Bamberg: Tibor Pleiß (21), Marcus Slaughter (26)

Letzte Saison setzte Bamberg erfolgreich auf das absurdeste Center-Duo bestehend aus Pleiß (2,15 Meter) und Kyle Hines (1,96 Meter). Nachdem Letzterer ein lukratives Angebot von Olympiakos annahm, kehrt der Doublesieger vorsichtig zurück auf den Weg der Konventionen.

Pleiß bleibt Starter, sein neuer Backup Slaughter ist ein Banger mit immerhin akzeptabler Größe (2,04 Meter), überragender Sprungkraft und starker Vorsaison für Valladolid: 8.-effektivster Spieler der spanischen Liga, 2. bei der Wurfquote, 7. bei den Blocks, 12. bei den Rebounds, 12. bei den Steals - und 1. bei den Dunks pro Spiel. Ähnlich prominent war Pleiß in der BBL vertreten: 1. bei den Blocks, 8. bei der Plus/Minus-Wertung, 9. bei den Rebounds. Ergibt zusammengenommen nicht mehr das absurdeste, aber ein ähnlich starkes Center-Duo.

Berlin: Torin Francis (28), Yassin Idbihi (28)

Bamberg bot mit, aber Alba gewann am Ende das Wettbieten um Francis und machte in ihm neben Wood den zweiten neuen Schlüsselspieler aus. Er klingt auch verlockend: bestes Basketballer-Alter (28), NBA-reifer Body (2,10 Meter, 120 Kilo), gute Statistiken für Panellinios Athen (Eurocup: 15,7 Punkte, 8,2 Rebounds).

Nur: Aus dem Hoffnungsträger droht ein Hoffnungsloser zu werden. Eine schwache Vorbereitung endete in einem 0-Rebound-Spiel in der Generalprobe gegen Artland sowie einem 5-Fouls-in-11-Minuten-Spiel beim Euroleague-Qualifikationsauftakt gegen Riga, beim Ausscheiden gegen Charleroi zeigte er sich zumindest leicht verbessert (5 Punkte, 3 Turnover). Bleibt immerhin der zuverlässige Idbihi.

München: Ruben Boumtje Boumtje (33), Bogdan Radosavljevic (18), Darius Hall (38)

Welch große Bedeutung die Bayern Sharrod Ford beimaßen, zeigt nur eine Summe: Mit 600.000 Euro sollte der Ex-NBA-Profi das mit Abstand höchste Jahresgehalt der BBL erhalten. Doch Ford verzichtete und flüchtete aus privaten Gründen - womit der FCB zum Handeln gewungen ist. Boumtje Boumtje bringt NBA- sowie BBL-Erfahrung mit und ist günstig, dass aber Zweifel an seiner Tauglichkeit bestehen, zeigt ein Umstand: Er bekam nur einen 3-Monate-Probevertrag.

Radosavljevic ist so talentiert wie roh, Hall so verletzungsanfällig wie alt. Bleibt entsprechend nur eine Option: nachrüsten. Aber: "Es gibt in Europa keinen Spieler von Fords Qualität auf dem Markt", sagt Sportdirektor Marko Pesic.

 

Power Forward

Bamberg: Predrag Suput (34), Philipp Neumann (19)

Die Athletik und der Antritt sind Opfer der Zeit geworden, dennoch blieb Suput auch in seinem vierten Bamberg-Jahr ein Muster an Effektivität. 12,3 Punkte, 53,2 Prozent Zweiwurf-Quote, 42,3 Prozent Dreier-Quote, dazu 4,1 Rebounds.

Stellvertreter Neumann gehört zu einer anderen Gattung: Kann wie Slaughter als Center wie auch als Power Forward auflaufen. Guter Riecher für Rebounds, seine Freiwurfquote hingegen bedarf einer deutlichen Verbesserung.

Berlin: Derrick Allen (31), Sven Schultze (33)

Allen ist nicht mehr die Scoring-Maschine von früheren Frankurter Zeiten, dafür mit besserer Schussauswahl: 69,6 Prozent Wurfquote in der Vorsaison! Die Rebound-Quote ist für einen Big Man seit drei Jahren zu niedrig (von 2007/08: 7,3 auf 2010/11: 4,1).

Aber er wird von Trainer Gordon Herbert geschätzt, da auch als Center wertvoll - wie beim Euorleague-Quali-Ausscheiden gegen Charleroi (20 Punkte, 6 Rebounds). Schultze ist der klassische Backup-Glue-Guy: wenige Minuten, dafür viel Einfluss in der Kabine.

 

München: Aleksandar Nadjfeji (34), Jan Jagla (30)

Sofern die Bayern keinen neuen Center finden, wird Jagla wohl auf der Fünf beginnen. Wenn doch jemand verpflichtet wird, droht Jagla ähnlich wie bei der EM die Bank. Nadjfeji mag zwar 34 Jahre alt sein, aber nachdem er seit dem Sommer mehr auf seine Ernährung achtet, gezielt Krafttraining betreibt, 4 Kilo an Muskeln zugelegt hat und sich die Leistungen entsprechend sehen lassen, dürfte dem Serben der Platz in der ersten Fünf gehören.

 

 

Small Forward

Bamberg: Casey Jacobsen (30), P.J. Tucker (26)

Früher in der NBA ein eindimensionaler Shooter, hat sich Jacobsen neu erfunden: Als vielseitiger Leader, der nicht nur zu werfern versteht (11,8 Punkte), sondern auch reboundet (3,5), Assists gibt (2,9) und hochprozentig Freiwürfe versenkt (84,9).

Während Jacobsen in sein fünftes BBL-Jahr geht, gehört Tucker zu den großen Unbekannten. Nach 17 NBA-Spielen für Toronto sowie drei Klubs in drei Nationen innerhalb einer Saison lässt er sich in Bamberg nieder. Sein Leumund: schnell, vielseitig, athletisch.

Berlin: Bryce Taylor (25), Marko Simonovic (25)

Beide sind genretypische Vertreter: Taylor ist ein US-Swingman ohne Wurf (27,5 Prozent Dreier), Simonovic ein klassicher Flügel europäischer Prägung mit wenigen Highlight-Plays, dafür mit grundsolider Ausbildung.

Weitere Gemeinsamkeit: Beide müssen oder mussten zittern. Taylors auslaufender Vertrag wurde nur zögernd um ein weiteres Jahr verlängert, an Simonovic hingegen regte sich in der Vorbereitung Kritik. Mit ordentlichen Leistungen beim Euroleague-Qualifikationsturnier verstummte sie jedoch vorerst.

München: Robin Benzing (22), Philipp Schwethelm (22)

Das Nationalmannschafts-Duo findet sich bei den Bayern wieder zusammen: Beide sind noch jung und Schwankungen unterworfen, aber von den Fähigkeiten her ergänzen sie sich optimal. Der eine ist ein geborener Scorer mit Zug zum Korb und einem guten Wurf (Benzing), der andere trägt den Ball vor, läuft das Pick'N'Roll und trifft den offenen Dreier (Schwethelm).

Solange Benzing wegen seiner Sprunggelenks-Verletzung noch zwei, drei Wochen fehlt, bekommt Schwethelm Minuten im Überfluss mit Foster oder Greene als kurzzeitigem Ersatz.

Teil II: Hier geht's zu den Guard-Positionen und zum Fazit

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