Olympia-Boykott im Gespräch

Kritik von Schwanitz, Stäbler und Koch

SID
Sonntag, 10.01.2016 | 11:38 Uhr
Christina Schwanitz sieht die Zeit gekommen "eine Sportlerallianz zu schmieden"
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
National Rugby League
Sa11:30
Roosters -
Storm
AEGON Classic Women Single
Sa12:30
WTA Birmingham: Halbfinals
Mallorca Open Women Single
Sa15:00
WTA Mallorca: Halbfinals
Rugby Union Internationals
Sa21:15
Argentinien -
Georgien
AEGON International Women Single
So12:00
WTA Eastbourne: Tag 1
AEGON Classic Women Single
So14:30
WTA Birmingham: Finale
Mallorca Open Women Single
So17:00
WTA Mallorca: Finale
AEGON International Women Single
Mo12:00
WTA Eastbourne: Tag 2
AEGON International Women Single
Di12:00
WTA Eastbourne: Tag 3
Boodles Challenge
Di13:30
The Boodles -
Tag 1
AEGON International Women Single
Mi12:00
WTA Eastbourne: Tag 4
Boodles Challenge
Mi13:30
The Boodles -
Tag 2
National Rugby League
Do11:50
Eels -
Bulldogs
AEGON International Women Single
Do12:00
WTA Eastbourne: Viertelfinals
Boodles Challenge
Do13:30
The Boodles -
Viertelfinals
National Rugby League
Fr11:50
Broncos -
Storm
AEGON International Women Single
Fr12:00
WTA Eastbourne: Halbfinals
Boodles Challenge
Fr13:30
The Boodles -
Halbfinals
AEGON International Women Single
Sa13:15
WTA Eastbourne: Finale
FIBA U19 World Cup
Sa15:15
Argentinien -
Frankreich
FIBA U19 World Cup
Sa17:30
Iran -
USA
FIBA U19 World Cup
Sa17:45
Deutschland -
Litauen
National Rugby League
So08:00
Rabbitohs -
Panthers
FIBA U19 World Cup
So15:30
Frankreich -
Neuseeland
FIBA U19 World Cup
So16:00
Spanien -
Kanada
FIBA U19 World Cup
So17:45
Puerto Rico -
Deutschland
FIBA U19 World Cup
Di13:45
Spanien -
Mali
FIBA U19 World Cup
Di16:00
Italien -
USA
Shanghai Darts Masters
Do13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 1
National Rugby League
Fr11:50
Roosters -
Rabbitohs
Shanghai Darts Masters
Fr13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 2

Die drei Weltmeister Christina Schwanitz (Kugelstoßen), Frank Stäbler (Ringen) und Marco Koch (Schwimmen) haben mit einem Rundumschlag die Verhältnisse im Sport scharf kritisiert und sogar einen Olympia-Boykott ins Spiel gebracht.

Im Interview mit der Welt am Sonntag attackierten die Top-Sportler neben dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auch Bundesinnenminister Thomas de Maiziere. Zudem bemängelten sie finanzielle Auswüchse im Fußball.

Das vom Deutschen Thomas Bach geführte IOC kritisierte das Trio, weil Sportler während Olympischer Spiele nicht werben dürfen. "Das ist doch der absolute Anachronismus. Das IOC verdient sich eine goldene Nase, doch wir, die Hauptdarsteller, sind außen vor, weil die Olympische Charta es verbietet, mit eigenen Sponsoren zu werben", sagte Stäbler.

Schwanitz bezeichnete diesen Umstand als "absurd" und sieht die Zeit gekommen, "eine Sportlerallianz zu schmieden, um das zu ändern". Koch brachte konkret einen Boykott ins Spiel: "Wenn die Top-Athleten weltweit sagen würden, wir verzichten auf Olympia, wenn wir nicht selbst auch werben dürfen, lässt sich vielleicht etwas erreichen."

De Maiziere in der Kritik

Ein Dorn im Auge ist den Weltmeistern auch die deutliche Vormachtstellung des Fußballs in der deutschen Gesellschaft. "Wie dort mit Millionen um sich geschmissen wird, ist nicht normal. Aus der 3. Liga kam neulich ein Torwart zu mir, der in der Mannschaft nur zweite Wahl ist, und sagte: 'Für was steht du eigentlich auf? Das, was du im Monat kriegst, dafür stehe ich nicht auf.' Es ist megatraurig, dass ich mir von einem 17-jährigen Kind so etwas sagen lassen muss", sagte "Sportlerin des Jahres" Schwanitz.

Marco Koch ergänzte: "Vielleicht sollte man die deutsche Bevölkerung fragen, ob Olympische Spiele abgeschafft werden sollten. Das würde die Menschen vielleicht zum Nachdenken anregen, dass es doch noch etwas anderes gibt als Fußball."

Den für den Sport zuständigen Innenminister de Maiziere kritisierte das Trio für dessen Forderung nach einem Drittel mehr Medaillen bei Großereignissen. "Böse Zungen behaupten, der Mensch, der das gesagt hat, hat keine Ahnung vom Sport", sagte Schwanitz.

Stäbler stellte fest, dass "inzwischen ja etwas zurückgerudert" worden sei: "Der Shitstorm war wohl doch etwas zu heftig. Aber man sieht ja allein an dieser Aussage, wie weit manch einer vom wahren Hochleistungssport weg ist."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung