Fünf Millionen Präparate beschlagnahmt

Zollfahndern gelingt Schlag gegen Dopingmafia

SID
Samstag, 05.02.2011 | 16:35 Uhr
Zollfahndern in Deutschland und Österreich ist ein Schlag gegen die Dopingmafia gelungen
© Getty
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Zollfahndern in Deutschland und Österreich ist ein Schlag gegen die Dopingmafia gelungen. Im Rahmen der "Operation Sledge Hammer" wurden fünf Millionen Präparate beschlagnahmt.

Zollfahndern in Deutschland und Österreich ist im Rahmen der "Operation Sledge Hammer" ein großer Schlag gegen die Dopingmafia gelungen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, beschlagnahmten im September vergangenen Jahres Beamte der Zollfahndung Kaiserslautern in einem Lagerhaus im hessischen Ort Nidda-Wallernhausen Anabolika, Hormonpräparate und Stimulanzien in gewaltigem Umfang - insgesamt fünf Millionen Stück im Wert von rund zehn Millionen Euro.

Entsprechende Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" bestätigte ein Sprecher des Zollkriminalamts am Samstag. Abnehmer der Mittel sollen auch Spitzensportler gewesen sein.

Großangriff auf Dopingmafia

"Es handelte sich um einen großen Aufgriff, bei Wachstumshormonen um den bislang größten deutschlandweit, vielleicht auch weltweit", sagte Wolfgang Schmitz, Sprecher des Zollkriminalamts (ZKA) in Köln: "Derzeit finden durch die Zollfahndung Frankfurt umfangreiche Anschlussermittlungen bis ins Ausland statt, vor allem nach Österreich." Weitere Details wolle die Behörde zu einem späteren Zeitpunkt nennen.

Ausgangspunkt waren Ermittlungen in Österreich. Das österreichische Bundeskriminalamt in Wien hatte am vergangenen Dienstag bekanntgegeben, dass eine vierköpfige Tätergruppe ausgeforscht und festgenommen worden sei.

"Diese Tätergruppe um den österreichischen Staatsbürger Karl G. wird für den internationalen Handel mit Dopingmitteln in einschlägig bekannten Webshops und Internetplattformen verantwortlich gemacht", sagte Ernst Geiger, Abteilungsleiter im Bundeskriminalamt.

Haupttäter geständig

Die beiden Haupttäter seien auch geständig, hinter dem in der Szene bekannten Standardwerk "Das Schwarze Buch - Anabole Steroide" zu stehen. Bei diesem Buch handele es sich um eine Art "Betriebsanleitung für Dopingkonsumenten".

Im Zuge der Amtshandlung wurden drei Großlagerstätten in Niederösterreich ausgehoben, in denen etwa 2000 Kilogramm Anabolika, Hormonpräparate und Stimulanzen zum Verkauf bereitgehalten wurden.

Die Tätergruppe wollte die sichergestellten Präparate von Österreich aus in den gesamten europäischen Raum sowie in die USA vertreiben, wobei sie sich mehrerer Internetplattformen, geheimer Büroräume und Lager bedienten. Der Wert der beschlagnahmten Substanzen betrage "mehrere hunderttausend Euro".

Im Zentrum der Ermittlungen stehen zwei österreichische Tätergruppen, die Webshops und Internetplattformen sowie ein Untergrundlabor für Dopingmittel mit Namen "International Pharmaceuticals" betreiben.

Auch Spitzenathleten unter den Kunden

Diese Firma soll nach Spiegel-Informationen auf dem Schwarzmarkt jahrelang einen florierenden internationalen Handel mit illegalen leistungssteigernden Präparaten betrieben haben.

Unter den Kunden von IP sollen auch Spitzenathleten gewesen sein. Nach der Razzia in Nidda-Wallernhausen wurde der Deutsche Lothar H., einer der Betreiber der Firma IP, festgenommen. H., der früher Vertreter für Naturkosmetik gewesen sein soll, sitzt in Gießen in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Firma IP die Substanzen in Laboratorien in Europa, Indien, Pakistan und China unter oftmals fragwürdigen hygienischen Bedingungen produzierte.

Vertriebsschwerpunkt Internet

"Insbesondere bei ebenfalls zahlreich sichergestellten Wachstumshormonen war bei Import und Versand die Kühlkette nicht gewährleistet. Das erhöhte die Gesundheitsgefährdung enorm", schrieb das österreichische Bundeskriminalamt in einer Stellungnahme.

Nach "Spiegel"-Informationen gelangten die Stoffe per Paketdienst nach Nidda-Wallernhausen. Verkauft worden seien die Substanzen in Schnellrestaurants und in Hotels in Frankfurt am Main und Umgebung. "Schwerpunkt des Vertriebs war aber das Internet", sagte Schmitz.

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