DVV-Frauen beenden WM als Siebte

SID
Sonntag, 14.11.2010 | 10:53 Uhr
Seit April 2006 ist Giovanni Guidetti Trainer für die deutsche Damen-Nationalmannschaft im Volleyball
© sid
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Deutschlands DVV-Frauen sind als Siebte aus der WM in Japan hervorgegangen. Das Team von Trainer Giovanni Guidetti siegte in der Platzierungsrunde 3:1 gegen Serbien.

Als Russlands Volleyball-Frauen nach der erfolgreichen Titelverteidigung mit der Goldmedaille um den Hals durch die Halle hüpften, jubelten ihnen die erschöpften deutschen Schmetterlinge von der Tribüne aus zu.

Wenige Stunden zuvor hatte das Team von Giovanni Guidetti Serbien im Spiel um WM-Platz sieben mit großem Kampfgeist 3:1 (20:25, 25:21, 25:22, 25:23) besiegt und die Vorfreude auf auf die Olympischen Spiele 2012 geschürt.

"Gewinnen heißt nicht immer, eine Medaille zu holen. Gewinnen heißt auch, in jedem Spiel ans Limit zu gehen. Diese WM war über dem Limit", sagte der geschaffte, aber auch erleichterte Bundestrainer Guidetti: "Mit diesem jungen Team Platz sieben bei der WM zu erreichen, ist ein toller Erfolg für den deutschen Volleyball." Spielführerin Christiane Fürst wurde überraschend wie vor vier Jahren als beste Blockerin ausgezeichnet und erhielt 15.000 Euro Prämie.

Russland gewinnt Titel

Einen tollen Tag in Tokio feierten auch die Russinnen. Gegen Olympiasieger Brasilien holte das Team um Superstar Ljubow Schaschkowa zweimal einen Satzrückstand auf und nutzte im fünften Satz gleich den ersten Matchball.

Nach dem 2:3 gegen die Türkei am Tag zuvor riss sich das deutsche Team noch einmal zusammen. Nach dem 0:1 wurde erstmals im Turnier ein Rückstand gedreht, Margareta Kozuch lieferte mit 29 Punkten ihre beste Leistung der dreiwöchigen Tortur ab.

Guidetti war wieder einmal überrascht von seinen Frauen: "Das Team hat nochmal gespielt, als wäre es das Finale."

Vier deutsche Niederlagen

In elf Spielen ging die Mannschaft nur viermal als Verlierer vom Platz. Drei der Niederlagen kassierte sie dabei gegen Olympiasieger Brasilien, den Olympiazweiten USA und Europameister Italien. "Wir haben trotzdem einen Schritt nach vorn gemacht, denn wir glauben auch gegen solche Gegner an uns", sagte Guidetti. Das Herz und der Kopf stimmten, jetzt müsse man am Volleyball arbeiten.

Am unglücklichsten war sicherlich das 2:3 gegen die Türkei, das die Mannschaft mit ihrer schlechtesten Turnierleistung selbst verschuldete.

"Sie waren vorher so auf das Ziel Platz acht fokussiert und sind dann ein bisschen in ein Loch gefallen", sagte Sportdirektor Günter Hamel. Der Funktionär war erst am Freitag angereist und für den unter einem Hexenschuss leidenden Präsidenten Werner von Moltke eingesprungen.

Hamel dürfte der siebte Rang vor allem mit Blick auf die Weltrangliste gefallen haben. Nach der WM wird das derzeit noch auf Platz elf notierte deutsche Team einen großen Sprung nach vorn machen und hinter Russland, Italien, Serbien und Polen die Nummer fünf in Europa sein.

Für die letzte Olympia-Qualifikation im Mai 2012 werden die zwei besten europäischen Teams eingeladen, die bis zu diesem Zeitpunkt das London-Ticket noch nicht sicher haben.

Ziel: Sommerspiele in London

Damit hätte die deutsche Mannschaft mehr als eine Chance, sich für die Sommerspiele in London zu qualifizieren. "Die Qualifikation ist unsere klare Zielsetzung. In London soll dann Platz sechs herausspringen", sagte Hamel.

Finanziell hat die erfolgreiche WM für den nicht gerade auf Rosen gebetteten Verband kaum Auswirkungen. "Dazu muss der Big Bang her, eine Medaille bei Olympia zum Beispiel", meinte Hamel.

Bis dahin steht Guidetti viel Arbeit bevor, seinen WM-Heldinnen gab er aber bereits einen Freifahrtschein für die kommenden Aufgaben. "Das Team wird auf jeden Fall bis 2012 zusammenbleiben. Vielleicht schafft noch eine junge Spielerin den Sprung", sagte der Italiener.

Japan holt Silber

Das nächste Jahr ist vollgepackt mit Herausforderungen, bei denen viele Punkte für die Weltrangliste verteilt werden.

Die EM in Italien und Serbien, der Grand Prix in China sowie der World Cup in Japan. Japans Volleyballerinnen haben überraschend ihre erste WM-Medaille seit 1978 gewonnen.

Die Gastgeberinnen besiegten die USA in Tokio im Spiel um Platz drei mit 3:2 (18:25, 25:23, 21:25, 25:19, 15:8) und krönten damit ihr überragendes Turnier. Die USA hatten bei Olympia 2008 und der WM 2002 noch Silber gewonnen.

Japan verpasst Sensation - Brasilien im Finale

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