Freitag, 07.05.2010

Judo

Olympiasieger Bischof kehrt auf die Matte zurück

Acht Monate nach seiner WM-Bronzemedaille feiert Judo-Olympiasieger Ole Bischof beim Grand Prix in Tunis sein Comeback: "Ich habe keine Ahnung, wo ich stehe", sagt der Reutlinger.

Ole Bischof wurde mit 22 Jahren das erste Mal Deutscher Meister
© sid
Ole Bischof wurde mit 22 Jahren das erste Mal Deutscher Meister

Die Wiedergutmachung ist Chefsache: Nach dem historischen Debakel bei der EM in Wien soll Olympiasieger Ole Bischof ein Comeback mit Signalwirkung für den Deutschen Judo-Bund (DJB) auf die Matte zaubern und einen ersten Meilenstein auf dem weiten Weg nach London 2012 setzen.

Doch für den Vorzeige-Judoka ist der Saisonauftakt beim Grand-Prix-Turnier in Tunis von heute bis Sonntag eine Gleichung mit vielen Unbekannten - und die größte ist Bischof selbst. "Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, wo ich leistungsmäßig stehe", sagt der 30 Jahre alte Reutlinger, der seit seinem dritten Platz bei der WM im vergangenen August keinen Wettkampf mehr bestritten hat.

"Das wird ein echtes Highlight"

Dabei wirft London seine Schatten bereits bis in die tunesische Mittelmeer-Metropole: Beim größten Judo-Event auf afrikanischem Boden geht es neben 200.000 Dollar an Siegprämien vor allem um die ersten Weltranglisten-Punkte im Kampf um die Olympia-Qualifikation.

Für Olympia-Sieger Bischof, im Vorjahr Premieren-Sieger in Tunis, sind die Spiele 2012 in London allerdings noch Zukunftsmusik: "Ich gehe einen Schritt nach dem anderen. Mittelfristiges Ziel sind für mich die Weltmeisterschaften im September in Tokio, da will ich vorne dabei sein. Das wird ein echtes Highlight."

Europameister Magomedow beeindruckt Bischof

Und eine Rückkehr: "Ich habe im Frühjahr drei Wochen in Japan trainiert und wertvolle Erfahrungen gesammelt", berichtet Bischof, der sich nicht nur im Judo-Mutterland fortbildete: Harte Übungseinheiten in Frankfurt/Oder standen ebenso auf dem Stundenplan wie die WM-Boxkämpfe von Susi Kentikian und Jürgen Brähmer im April in Hamburg: "Mir gefällt eben das direkte Duell Mann gegen Mann - oder Frau gegen Frau."

Bei der EM in Wien nahm Bischof seine Kontrahenten in der Gewichtsklasse bis 81kg unter die Lupe. Besonders der russische Sieger Siraschudin Magomedow imponierte Bischof.

Anlass genug für ihn, im Sommer mit dem Europameister in Russland zu trainieren: "Wer sich verbessern will, muss sich immer mit den Besten messen", predigt Bischof, für den die Turniere in Rio de Janeiro, Sao Paulo, Moskau und Hamburg die nächsten Etappen in Richtung WM sind.

Diesmal keine Trostrunde

Anders als Bischof hat DJB-Sportdirektor Manfred Birod schon in Tunis Olympia 2012 fest im Blick: "Mit Bischof und den anderen sind wir stark aufgestellt. Das wird der unglaubliche Start in eine unglaubliche Olympiaqualifikation, ein echter Wegweiser."

Und eine Nervenprobe, denn anders als bei internationalen Meisterschaften gibt es bei den Grand-Prix-Turnieren keine Trostrunde, die erste Niederlage bedeutet das Aus.

Behrla und Tölzer nicht dabei

Zumindest im Frauenbereich schickt der DJB bis auf die verletzte Franziska Konitz alles ins Rennen, was im Kampf um die Olympia-Tickets eine Rolle spielen könnte, darunter die WM-Dritte Romy Tarangul (Frankfurt/Oder).

Im etwas kleineren Männer-Team steht im Mönchengladbacher Schwergewicht Andreas Tölzer einer der beiden deutschen Wien-Medaillisten. Der Wittener Benjamin Behrla (bis 100kg), wie Tölzer EM-Dritter, fehlt verletzungsbedingt.

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