Leichtathletik

Bayers Traumsprung löst Rätselraten aus

SID
Montag, 09.03.2009 | 15:29 Uhr
Pure Freude bei Sebastian Bayer: Sein Rekordsprung brachte ihm die Goldmedaille in Turin in
© Getty
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Freundin Carolin Nytra fuhr ihn an: "Du bist verrückt." Und Trainer Joachim Schulz, der den Wahl-Bremer Sebastian Bayer seit Jahren als Bondscoach der niederländischen Leichtathleten aus Aachen fernsteuert, reagierte ähnlich: "Du bist bekloppt."

Das hat er also davon, dieser Sebastian Bayer, der fast aus dem Nichts kam und dann mit phänomenalen 8,71 m im Stil eines Bob Beamon in die Schlagzeilen internationaler Medien und die Top-Meldungen deutscher Nachrichtensendungen sprang. Dabei schien die Karriere nach einem dreifachen Mittelfußbruch 2005 schon am Ende.

"Es war ein Wahnsinnssatz für Sebastian Bayer - und ein schöner Sprung nach vorn für Deutschlands fast totgesagte Leichtathletik", sagte Herbert Czingon, wie Rüdiger Harksen nach dem Olympiadebakel von Peking neuer Cheftrainer im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Traumsprung löste Rätselraten aus

Er spielte damit auf die Worte von Neil Armstrong an, der 1969 als erster Mann auf dem Mond von einem kleinen Schritt für ihn und einem großen Schritt für die Menschheit gesprochen hatte. Große Vergleiche wurden nach dem unglaublichen Sprung, der überall Rätselraten auslöste, von vielen Medien bemüht.

Nicht nur Italiens Zeitungen schlugen Brücken zu Beamon, der 1968 als Olympiasieger in Mexiko den Weltrekord um 55 und die eigene Marke um 60 Zentimeter auf 8,90 m gesteigert hatte.

Bayer war mit einem "Hausrekord" von 8,17 m angereist, wartete im ersten Versuch mit Jahres-Weltbestmarke und deutscher Rekordweite von 8,29 m auf (bisher Dietmar Haaf mit 8,25) und sprang im Finale 15 Zentimeter weiter als der Spanier Yago Lamela 1999 beim Europarekord.

Hallen-Weltrekord nur um acht Zentimeter verfehlt

Nur um acht Zentimeter verfehlte der Bundeswehr-Soldat mit dem zweitweitesten Hallensprung der Geschichte den 25 Jahre alten Weltrekord des viermaligen Weitsprung-Olympiasiegers Carl Lewis. "Ich bin sprachlos", bekannte Bayer strahlend, kopfschüttelnd.

Und als er seine Stimme wiedergefunden hatte, sagte er: "Der Sprung hat sich perfekt angefühlt. Ich glaubte nach der Landung an 8,35 oder 8,40, aber nicht an so was." Der 22-Jährige gab zu: "Wo Europa- und Weltrekord liegen, wusste ich nicht wirklich. Und von Lewis weiß ich, dass er ein toller 200-m-Läufer war - und ein außergewöhnlicher Springer."

Ein kleines Phänomen ist der 1,90 m große und 78 Kilo leichte Bayer nun selbst. Er bringt ideale körperliche und technische Voraussetzungen mit, sprang zuletzt etlich Male im Bereich von 8,10 bis 8,20 m. Er fühlte vor dem Riesensatz: "Ich war irgendwie im Rausch. Ich hatte Gold in der Tasche, hörte die Nationalhymne für Ariane Friedrich. Mich überlief eine Gänsehaut."

Schwingboden war leistungsfördernd

Nils Winter, trotz seiner Steigerung auf die Silberweite von 8,22 m deklassiert, erkannte: "Der Schwingboden war sicher leistungsfördernd, viele sprangen zehn, 15 Zentimeter weiter als sonst. Und Sebastian hat es geholfen, dass er die letzten Anlaufschritte etwas kürzer setzen musste, um gut aufs Brett zu kommen."

Das verschaffte ihm die ideale Position zum Abstemmen. Das Fernsehbild zeigte, dass er beim Absprung fünf Zentimter "verschenkte" und rund 40 Zentimeter hinter den da noch als aktuelle Topweite markierten 8,29 m landete. Gemessen wurde also korrekt, und Doping-Spekulationen weist Bayer von sich.

"Ich bin sauber. Bisher dachte ich, man könnte nur 8,50m clean springen", sagt der wenig muskulös wirkende Schlaks und macht sich nichts vor: "Ich werde nun an den 8,71 m gemessen. 8,40 m könnten im Sommer möglich sein. Mein WM-Ziel bleibt das Finale. "

Rekordvorgänger Haaf und Freiluftrekordler Lutz Dombrowski, mit 8,54 m 1980 in Moskau Olympiasieger, freuten sich für Bayer. Doch Haaf zweifelt, "ob er noch mal 8,70 m springen kann". Dombrowski: "Ich hoffe nicht, dass er wie Beamon nach einem 8,30-m-Sprung mal ausgepfiffen wird."

Bei Olympia in Runde eins k.o. gegangen

Vielleicht wird Bayer aber auch in Berlin mit 8,35 m als Weltmeister gefeiert. Olympiagold holte 2008 mit 8,34 m Irving Saladino aus Panama - und Bayer ging noch mit 7,77m in Runde eins k.o.

In Turin waren der Triumph des Weitenjägers, der Hochsprung-Sieg der 2009 ungeschlagenen Ariane Friedrich (2,01) über die versammelte Weltelite und der Kugelstoß-Erfolg von Petra Lammert (19,66) im Zusammenspiel mit drei Silber- und vier Bronzemedaillen Gold wert für das ramponierte DLV-Image.

Doch Cheftrainer Czingon blieb mit Blick auf die Heim-WM in Berlin (15. -23. August) am Boden: "Wir werden nicht nur eine Medaille wie in Peking, vielleicht aber auch keine sieben wie 2007 bei der WM in Osaka holen."

Gold- und Halleneuroparekord für Bayer

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