Wegmann verteidigt deutschen Meistertitel

SID
Sonntag, 29.06.2008 | 18:53 Uhr
Radsport, DM, Straße, Fabian Wegmann
© Getty
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Bochum - Sechs Tage vor dem Start der 95. Tour de France hat sich Fabian Wegmann zum zweiten Mal nach 2007 den deutschen Meistertitel auf der Straße geholt.

Der 26 Jahre alte Radprofi aus Münster vom Team Gerolsteiner, der sich bei der Tour wieder mit dem schwarz-rot-goldenen Trikot schmücken darf, verwies in Bochum Altmeister Erik Zabel aus Unna (Team Milram) und Topsprinter Gerald Ciolek vom T-Mobile-Nachfolger High Road mit 4 Sekunden Vorsprung nach 210 Kilometern auf die folgenden Plätze.

Wegmann hatte sich in der letzten Runde ein Herz gefasst und aus einer Spitzengruppe mit allen Favoriten attackiert. Der alte und neue Meister war 5:14:02 Stunden unterwegs.

Alles auf eine Karte gesetzt

"Im letzten Anstieg habe ich alles auf eine Karte gesetzt, weil ich wusste, dass ich im Spurt gegen die starken Zabel und Ciolek sicher keine Chancen gehabt hätte.

Ich bin jetzt fix und fertig, aber die Titelverteidigung war ein großer Traum von mir. Schön, dass mich meine Freundin Johanna bei den Fernseh-Übertragungen von der Tour in meinem Trikot jetzt leichter erkennt", freute sich Wegmann auf der auch schon von Herbert Grönemeyer besungenen Königsallee in Bochum, wo sich die Zuschauer-Zahl am Tag des EM-Endspiels zunächst in sehr überschaubarem Rahmen hielt.

Dennoch sprach der Veranstalter am Schluss von insgesamt 200 0000 Fans an der gesamten Strecke.

"Hoffe auf Olympia" 

Nach der fünften von elf Runden durch Bochum hatte sich auf einem eher weniger anspruchsvollen Kurs eine zehnköpfige Spitzengruppe gebildet, in der die Prominenz fehlte.

Lange Zeit sah es fast nach einem Überraschungsmeister aus, aber im Finale formierte sich eine Verfolger-Gruppe, in der alle Favoriten fuhren. 21 Kilometer vor Schluss wurde das letzte dreiköpfige Überbleibsel der ersten Ausreißer-Formation von einer 20-köpfigen Spitzengruppe gestellt.

Daraus formierte sich die entscheidende Kopfgruppe, aus der Wegmann seinen Angriff startete. "Jetzt hoffe ich auf Olympia", sagte Wegmann nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung.

Klöden wohl nicht in Peking dabei

Nach den Meisterschaften setzte sich der Verbands-Vorstand zusammen, um die fünfköpfigen Olympiateams bei Frauen und Männern zu nominieren. Laut BDR-Präsident Rudolf Scharping wolle der Verband seine Vorschläge an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bekanntgeben.

Da der Astana-Profi Andreas Klöden weder bei den Deutschen Zeitfahr-Meisterschaften in Luckau am Start war noch in Bochum, ist nicht mit seiner Peking-Nominierung zu rechnen.

Dadurch bewahrt sich der BDR wahrscheinlich vor drohenden Diskussionen, denn die Untersuchungs-Kommission der Uni-Freiburg, die Unregelmäßigkeiten in der sportmedizinischen Abteilung zu T-Mobile-Zeiten untersucht, hatte dem Wahlschweizer Klöden eine mysteriöse Medikamenten-Lieferung nachgewiesen.

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