Dienstag, 04.03.2008

Nach der Erstrunden-Pleite gegen Murray

Youngster sägen an Federers Thron

Dubai - Roger Federer steckte die unverhoffte Pleite weg wie ein Gentleman des Weißen Sports. Kein böses Wort rutschte dem gestrauchelten Tennis-Giganten nach der Niederlage gegen Andy Murray heraus, keine unflätige Geste entgleiste ihm in Richtung des Briten.

Tennis, Federer
© DPA

Der Youngster hatte hatte Federer schon in der ersten Partie aus dem Millionen-Turnier in Dubai katapultiert. Doch das mit 7:6 (8:6), 3:6, 4:6 besiegelte frühe Aus wie zuletzt vor vier Jahren nagte an seinem Selbstverständnis mehr, als es der Anschein auszudrücken vermochte.

"Es war keine schlechte Partie. Das war aber auch schon das einzig Positive", sagte der Weltranglisten-Erste und fand eine einfache Erklärung für die missliche Situation auf dem grünen Hartplatz. "Meine Vorhand war katastrophal, und ohne Vorhand konnte ich ihn nicht schlagen."

Die treffende Analyse freilich verhinderte nicht, dass sich die Mutmaßungen zu der Frage bündelten: War das der Anfang vom Ende einer Ära - oder war es doch nur eine Niederlage?

Federer die Erklärung schuldig 

Nach dem schlechtesten Saisonstart des Branchenprimus haben die Youngster Oberwasser bekommen und sägen unverhohlen am Thron des schon als allzeit bester Tennisspieler gepriesenen Eidgenossen.

So wie Spaßvogel Novak Djokovic aus Serbien, der im Halbfinale der Australian Open keinen Spaß verstand und den Titelverteidiger jäh ausbremste. Konnte Federer damals noch auf Krankheit und Verletzung im Vorfeld verweisen, fehlte ihm in Dubai eine derartige Erklärung. Sicher hatte er in den fünf Wochen danach kein Match bestritten, doch gesundheitliche Einschränkungen hinderten ihn gegen Murray nicht.

Murray nicht der Lieblingsgegner 

Außerdem hatte Federer im Training spürbare Fortschritte gemacht und dem dritten Duell mit Murray zuversichtlich entgegen gesehen. Dabei gilt der 20-jährige Schotte nicht als sein Lieblingsgegner. Schon einmal hatte er in Cincinnati 2006 gegen ihn verloren und nur den ersten Vergleich 2005 in Bangkok gewonnen.

"Immer wenn ich gegen Roger spiele, kann ich mich steigern", sagte der Weltranglisten-11., der zum Kreis der Herausforderer zählt. Wie Djokovic und Rafael Nadal. Federer als Nummer eins ablösen kann der Spanier diese Woche aber noch nicht.

Dreieinhalb Jahre nach seiner letzten Erstrunden-Niederlage in Cincinnati gegen den Slowaken Dominik Hrbaty muss sich Federer fragen, wie lange es noch gut gehen kann, ohne Trainer durch die Tennis-Lande zu ziehen. Im Mai vorigen Jahres hatte er sich von Tony Roche getrennt und seither das für ihn Richtige allein entschieden.

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