Handball

Kretzsche wütet: "Das ist Selbstmord"

SID
Stefan Kretzschmar hat die Entscheidungsträger im Handball kritisiert

Der aberwitzige Terminplan im Handball sorgt seit geraumer Zeit für Aufregung. Nun hat sich auch mal wieder Stefan Kretzschmar dazu geäußert. Der 43-Jährige kritisierte die Entscheidungsträger mit deutlichen Worten und zeigte Verständnis für Absagen von Nationalspielern.

EM, Olympia, WM, Qualifikation, HBL, Champions League und Pokal: Das Programm für die Topspieler ist der reinste Wahnsinn. Im Januar kommt ein weiteres Kapitel dazu: Dann bestreitet das DHB-Team bei der WM im Januar zunächst fünf Vorrundenspiele innerhalb von einer Woche, ehe es mit der K.o.-Runde weitergeht.

"Ich finde es völlig schwachsinnig, im olympischen Jahr noch ein Turnier im Januar zu spielen. Das ist Selbstmord", sagte Kretzschmar dazu bei Sport1. Schuld sind für Kretzsche die Entscheidungsträger, die unterschiedliche Interessen vertreten: "Bei den Verantwortlichen meckert jeder über den anderen. Das ist die Problematik und der völlig falsche Weg. Die finanziellen Interessen stehen im Vordergrund, es geht am Ende nur um die Kohle."

Kretzsche zeigt Verständnis für Absagen

Die Folge des ganzen Dilemmas ist, dass einige Spieler bei großen Turnieren nicht mehr antreten, weil sie einfach keine Kraft mehr haben. So erhielt beispielsweise Bundestrainer Dagur Sigurdsson bislang WM-Absagen von Hendrik Pekeler und Christian Dissinger.

"Wenn du als Spieler das Ziel hast, Leistungssport bis zum Alter von 34, 35 Jahren zu bestreiten, musst du zwangsläufig irgendwann auf irgendwas verzichten", sagte Kretzschmar: "Der Körper macht das nicht ewig mit. Ich kann das mittlerweile sehr gut nachvollziehen."

Und der frühere Weltklasse-Linksaußen weiter: "Wenn man an seine Gesundheit denkt, so ein Wahnsinnspensum absolviert und keiner im Handball bereit ist, Abstriche zu machen, werden wir auch in Zukunft mit noch mehr Konsequenzen der Spieler rechnen müssen."

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