Handball

Australien kämpft um WM-Ticket

SID
Holger Glandorf und das DHB-Team fahren trotz der Niederlage gegen Polen zur WM 2015
© getty

Der australische Handball-Verband HA hat mit großer Verärgerung auf den WM-Ausschluss zugunsten der deutschen Mannschaft reagiert. Gleichzeitig appelliert die Verbandsführung an den Weltverband IHF und versucht, auf diplomatischem Weg noch eine einvernehmliche Lösung zu finden.

"Nach der sportlich erfolgreichen Qualifikation sollte Australien an der WM im Januar 2015 teilnehmen dürfen. Es beschädigt unsere Föderation und den Sport, dass es keinen eindeutigen Weg für die WM-Qualifikation gibt", sagte HA-Präsident Alex Gavrilovic der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe).

Australien war das WM-Ticket für Katar 2015 nach zuletzt sechs Turnier-Teilnahmen in Folge und trotz erfolgreicher Qualifikation gegen Neuseeland am Dienstag entzogen worden. Die IHF hatte ihr Vorgehen damit begründet, dass es gegenwärtig keinen vom Weltverband anerkannten Kontinentalverband Ozeanien gebe.

Gleichzeitig hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die ihre Play-off-Spiele vor vier Wochen gegen Polen 24:25 und 28:29 verloren hatte, eine Startberechtigung per Wildcard erhalten. "Für eine solche Entscheidung befinden wir uns zu dicht an dem Turnier. Wir haben Geld und Zeit in die Vorbereitung investiert - sowohl die Spieler als auch der Verband", sagte Gavrilovic, der weiterhin mit der IHF in Kontakt steht.

Offizieller Protest von Ozeanien?

Zuvor hatte der ozeanische Handball-Verband OCHF bereits einen offiziellen Protest gegen die Entscheidung des Weltverbandes in Erwägung gezogen. Sogar der Weg vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne wird diskutiert.

"Wir werden nun versuchen, eng mit der IHF zusammenzuarbeiten, um einen ozeanischen Startplatz bei Weltmeisterschaften sicherzustellen", sagte Gavrilovic. In den letzten Jahren hatte es trotz fehlenden Kontinentalverbandes keine Diskussionen um die Qualifikation eines ozeanischen Teams gegeben. Australien hatte seit 1999 siebenmal an Handball-Weltmeisterschaften teilgenommen.

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