Nächster Trainerrauswurf in der 2. Liga

Bochum trennt sich von Friedhelm Funkel

SID
Mittwoch, 14.09.2011 | 11:26 Uhr
Friedhelm Funkel (l.) darf ab sofort nicht mehr auf der Bochumer Bank Platz nehmen
© Getty
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Das Feuern der Trainer in der 2. Fußball-Bundesliga geht weiter. Nach Peter Hyballa bei Alemannia Aachen wurde auch Friedhelm Funkel beim VfL Bochum entlassen.

Nach vier Niederlagen in Folge war der VfL Bochum mit der Geduld am Ende und Trainer Friedhelm Funkel seinen Job los: Nur einen Tag nach der durch Alemannia Aachen vollzogenen Trennung von Chefcoach Peter Hyballa zog auch der westfälische Fußball-Traditionsklub die Reißleine und reagierte auf den total verkorksten Saisonstart des Klubs in der 2. Bundesliga.

"Der Schritt ist uns nicht leicht gefallen, zumal das Verhältnis zwischen Cheftrainer und Mannschaft intakt ist. Durch Veränderungen im Trainerteam wollen wir jedoch neue Impulse setzen. Das Team verfügt über viel Qualität, kann sie derzeit aber nicht im vollen Umfang abrufen", begründete Manager Jens Todt in einer Presseerklärung des Vereins.

Bereits nach dem 1:2 am Montagabend im Kellerduell bei Dynamo Dresden hatte sich der Rauswurf angedeutet.

Letzte Saison ebenfalls schwach gestartet

Offenbar traute der Klub dem erfahrenen 57-jährigen Funkel nicht mehr zu, die Wende einzuleiten. In der vergangenen Saison waren die Bochumer ebenfalls schwach gestartet, hatten sich am Ende der Saison aber den dritten Platz und die Teilnahme an den Relegationsspielen gegen Borussia Mönchengladbach erkämpft.

Am Ende behielt aber der Bundesligist die Oberhand, Funkel blieb mit seiner Mannschaft in Liga zwei. Nach der Niederlagenserie und dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz mit vier Punkten sei die Mannschaft derzeit allerdings stark verunsichert, betonte Todt.

Der Entlassung von Funkel ging am Dienstagabend eine Krisensitzung von Aufsichtsrat und Vorstand voraus. Dabei wurde die sportliche Situation analysiert und schließlich die Freistellung von Funkel, der seit dem 1. Juli 2010 in Bochum tätig war, und seines Assistenten Christoph John beschlossen.

"Schwierige Situation"

"Es ist eine schwierige Situation. Wir verlieren immer mehr Zustimmung in der Öffentlichkeit und bei unseren Sponsoren", sagte Aufsichtsratsboss Ernst-Otto Stüber bereits vor dem Krisen-Meeting den Ruhr Nachrichten. Möglich, dass auch von dieser Seite Druck erzeugt wurde.

Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) tritt der VfL im Heimspiel gegen den SC Paderborn an und ist zum Siegen verdammt. Schon dann soll der neue Cheftrainer die Verantwortung tragen. Als mögliche Nachfolger werden bei den einstmals "Unabsteigbaren" an der Gerüchtebörse Ex-VfL-Trainer Peter Neururer und sogar Hyballa gehandelt.

Funkel selbst war eigentlich davon ausgegangen, dass er die Mannschaft in den beiden kommenden Heimspielen gegen Paderborn und den MSV Duisburg noch betreuen dürfe.

Rechtzeitig eine Wende geben

Allerdings wollten die Vereinsverantwortlichen nicht zu lange warten, um der Saison nach dem schwachen Start rechtzeitig noch eine Wende zu geben.

Angesichts von zwölf Punkten Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz ist der VfL meilenweit von seinen eigentlichen Zielen entfernt. "Wir sind angeknockt und müssen in den nächsten Wochen überhaupt nicht vom oberen Tabellendrittel reden, sondern unsere Punkte einsammeln", hatte Todt nach dem Dresden-Spiel erklärt.

Zunächst einmal muss das verunsicherte Team wieder zu einer Einheit finden. "Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander", analysierte VfL-Kapitän Christoph Dabrowski.

Das ist der VfL Bochum

 

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