Kommentar zur Entlassung von Julen Lopetegui: Stolz über Mannschaft

Von Jonas Rütten
Mittwoch, 13.06.2018 | 19:35 Uhr
Gehen kurz vor der WM getrennte Wege: Spaniens Verbandschef Luis Rubiales und Trainer Julen Lopetegui.
© getty
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Eigentlich sollte Julen Lopetegui die Seleccion bei der WM zurück auf den Thron des Weltfußballs führen. Doch nach Bekanntgabe seines Wechsels zu Real Madrid war der Trainer für Verbandschef Rubiales nicht mehr tragbar. Das Gefühl, hintergangen worden zu sein, ist legitim. Aber so fragwürdig Lopeteguis Verhalten und das der Königlichen auch ist, der große Verlierer der Posse ist der spanische Fußballverband. Denn dieser stellt den eigenen verletzten Stolz über den Erfolg der Mannschaft. Ein Kommentar von SPOX-Redakteur Jonas Rütten.

Am Ende half selbst das Bitten und Betteln aus den obersten Kreisen der Mannschaft nicht mehr. Zu tief war die Wunde für Spaniens Verbandspräsident Luis Rubiales, die Julen Lopetegui mit seinem Wechsel zu Real Madrid am Vortag geschlagen hatte. Er, der Spanien nach den Demütigungen bei den letzten großen Turnieren das Selbstverständnis als große Fußballnation zurückgegeben hatte, vermochte es nicht, den Verlockungen aus Madrid zu widerstehen.

Das konnte und wollte Rubiales nicht ungesühnt lassen - koste es, was es wolle. Die überzeugende WM-Quali? Unwichtig. Die Tatsache, dass Lopetegui noch kein Spiel als Nationaltrainer verloren hatte? Unwichtig. Da war es auch egal, dass sich Führungsspieler wie Sergio Ramos, Andres Iniesta und Gerard Pique für einen Verbleib Lopeteguis aussprachen. Es sei eine klare Botschaft vonseiten des Verbandes vonnöten gewesen, sagte Rubiales.

Lopetegui-Entlassung ist eine Bankrotterklärung

Selbstverständlich ist auch das Verhalten von Lopetegui fragwürdig. Der 51-Jährige muss sich mindestens den Vorwurf gefallen lassen, nicht mit offenen Karten gespielt zu haben. Der Verband versicherte, er habe "erst fünf Minuten vor der Bekanntgabe" überhaupt von irgendwelchen Verhandlungen erfahren. Rubielas sagte aber auch, dass Lopetegui es lieber gehabt hätte, "wenn die Dinge anders gehandhabt worden wären", was auf einen Alleingang Reals bei der Bekanntgabe schließen lässt.

Klar ist, dass die Königlichen sich nicht nicht mehr länger Schwächen bei der Trainersuche nachsagen lassen und schnellstmöglich für Ruhe und klare Verhältnisse sorgen wollten. Weltmeisterschaft hin, Weltmeisterschaft her. Doch Lopetegui selbst hätte den Verband schon zu Beginn der Verhandlungen informieren müssen. Unter diesem Aspekt hat Lopetegui eine von Emotionen und Wut geleitete Reaktion Rubiales' provoziert - zumal er seinen Vertrag beim spanischen Fußballverband erst im Mai bis 2020 verlängert hatte.

Rubiales hat also völlig Recht, wenn er sagt, dass man so etwas nicht zwei, drei Tage vor der WM machen könne. Auf der anderen Seite ist es allerdings ebenso eine Bankrotterklärung, einen noch ungeschlagenen und in der Mannschaft geschätzten Trainer so kurz vor dem WM-Auftakt gegen Portugal wegen eines neuen Engagements zu entlassen.

Real Madrid und die Sache mit Lopeteguis Ausstiegsklausel

Rubiales war bemüht, die Schuld alleine bei Real Madrid und Lopetegui zu suchen. Die eigene Verantwortung, dass eine Ausstiegsklausel in Höhe von zwei Millionen Euro überhaupt zum Bestandteil der Vertragsverlängerung im Mai wurde, schob der Verbandschef hingegen beiseite. Alle drei Parteien - Lopetegui, Real Madrid und der spanische Fußballverband - haben ihren Anteil an dem Chaos, das die Seleccion so kurz vor dem WM-Auftakt begleitet. Allerdings macht Rubiales mit der Entlassung des Trainers alles noch viel schlimmer.

Vor der Pressekonferenz und der einhergehenden Lopetegui-Entlassung hatte Rubiales noch klar gestellt, dass man die Entscheidung treffe, die am besten für die Mannschaft sei. Im Nachhinein liegt der Schluss allerdings nahe, dass der Verbandspräsident die Entscheidung traf, die für ihn und seinen verletzten Stolz am besten ist.

Lopeteguis Bilanz als Nationaltrainer Spaniens

SpieleSiegeRemisNiederlagenTorePunkteschnitt
20146061:132,4
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